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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
goldarbeit bis goldband (Bd. 8, Sp. 713 bis 715)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) goldarbeit, f.
1) das herstellen des goldes in der alchemie: als dann ist der laborant den nutz und gewin empfinden in der goldtarbeit Thurneiszer magna alchymia (1583) 106; die vierdt manier gold zu machen ..., die mühelich goldarbeit Guarinonius grewel d. verwüst. (1610) 41.
2) 'herstellung von geräten und schmuck aus gold, auch von goldstickerei', vgl. DWB gold I B 2 b u. C 1-3: er ist in der goldarbeit berühmt inclarescit in auro caelando Steinbach (1734) 1, 31; erstlich musz er (der goldarbeiter) wohl zeichnen können, um ... in der goldarbeit mancherley arten des schmuckes ... zu erfinden Noel Chomel öcon. lex. 4, 1211; wird dardurch vieler müsziggang zu künstlicher arbeit angehalten, als zu der mahlerey, music, gold- und silberarbeit Harsdörffer frauenz.-gesprächsp. 8 (1648) 562; von der kupferstecher- und holzschneidekunst hat man schon historische versuche gesehen. blosz von der künstlichen gold- und silberarbeit hat es bisher noch an einer geschichte gefehlet d. neueste a. d. anmuth. gelehrsamk. 7, 301 Gottsched; goldstickerei: klayder ... auff denen mit goldarbeit gestckte lerchen noch zu sehen Abr. a s. Clara Austriacus (1684) 4.
3) aus gold hergestellter oder mit gold verzierter gegenstand: deszgleichen die lustig eingemengt, einlegt ... undermischt und eingelaszt goldarbeit von goldstrimen ...

[Bd. 8, Sp. 714]


gulden schnieren Fischart Gargantua 175 ndr.; von dannen kamen sie in die goldschmidgassen, da sie aber wunder von köstlicher goldarbeit und ... vil silbergeschirs sahen Ludwig v. Eyb Wilwolt v. Schaumburg 97 Keller; begier nach frischen juwelen und fremden goldarbeiten Göthe I 7, 214 W.; dieses (schwert) mit der wunderbaren handhabe mit der fein getriebenen goldarbeit Tieck schr. (1828) 11, 82; die feinen, filigranartig durchbrochenen gold- und silberarbeiten Mexikos Ratzel völkerkde (1885) 2, 588.
 
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goldarbeiter, m.
1) zu gold I B 2 u. C 1-2; handwerker, der mit gold arbeitet. gelegentlich identisch mit dem goldschmied, juwelier, münzschläger, golddrahtzieher u. dergl., aber auch als umfassendere bezeichnung angewandt. seit dem 16. jh. belegt, vgl. z. b. aurifex goldschmid, goldarbeiter Golius onom. lat.-germ. (1585) 201; goldarbeiter A. Beier handwerkslex. (1722) 161: sodann war Lasarus ein seer künstlicher goldarbeiter Wickram 2, 163 Bolte; diese arbeit ist vor zeiten von den müntzmeistern, goltschmiden und andern goltarbeitern vor ein sonderlich kunststück geachtet ... worden Ercker beschr. mineral. ertzt (1580) 85b;

ja wol, ich hab in der statt niden
bey goldtarbeitern und silberschmiden
gesehen die schönsten trinckgeschirr,
seind formirt als die wilden thier
J. Ayrer dramen 561 Keller;

die goldarbeiter müssen ein absonderliche wissenschaft haben, und sich vor allen wohl auf die stein verstehen Abr. a s. Clara etwas f. alle 1 (1699) 250; die münzen werden ... durch dazu von dem oberhaupte des staats bestellte goldarbeiter ... verfertigt allg. dt. bibl., anhang zu bd. 53-86 (1787) 691; die dose selbst von ziemlicher grösze ward in Hanau verfertigt, denn mit den dortigen goldarbeitern ... stand mein vater in gutem vernehmen Göthe I 26, 239 W.; so lasse ich ihr stickmuster bei dem goldarbeiter ... machen Bettina v. Arnim Brentanos frühlingskranz (1844) 317; ich trug ihn (den trauring) zu einem goldarbeiter, der mit allerlei geschmeide handelte Holtei erz. schr. (1861) 2, 97.
2) als name eines käfers: carabus laufkäfer ..., goldkäfer, goldschmidt, goldarbeiter Ratzeburg forstinsecten (1837) 26; carabus nitens ... deutscher goldarbeiter Behlen forst- u. jagdkde (1840) 3, 453.
 
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goldarm, adj.: das letztere wäre ein denckwürdiges beyspiel, nachdem sonst meistentheils die goldmacher goldarme bettler gewest Lohenstein Arminius (1689) 1, 175b; das stein-reiche und gold-arme Egypten d. neueste a. d. anmuth. gelehrsamk. 4, 711 Gottsched; die nassen processe werden ... für goldarme kiese ... angewandt Muspratt chemie 3 (1891) 1786. —
 
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goldarznei, f., vgl. DWB gold I C 5: einige wollen behaupten, das aurum potabile ..., wie auch andere goldartzeneyen müsten nicht anders als aus ... dem golde ... zubereitet werden Ettner v. Eiteritz medizin. maulaffe (1719) 342; goldartzneyen, ob sie taugen Chr. Wolff vernünft. ged. (1724) 220. —
 
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goldauflösung, f., lösung, die gold enthält: goldblättchen in ... salzsäure ... bilden eine goldauflösung allg. dtsche bibl. 94, 480; goldauflösung wirkt nicht auf die zinnoxydsalze Liebig hdb. d. chemie (1843) 499; übertragen: nervensaft ..., die goldauflösung unsrer reichhaltigsten ideen und der geist unsers geistes Jean Paul w. 7/10, 76 (Hempel).
 
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goldauge, n., goldfarbenes auge: das mädchen mit den goldaugen, titel von Ernst Hardt (1904) für Balzacs la fille aux yeux d'or. als name eines insekts: die florfliegen ..., goldaugen (chrysopa) sind kleinere netzflügler Brehm tierleben 9, 529 P.-L.; nach älteren wörterbüchern auch 'eine art wilder änten mit ... goldgelben augen, baumänte, anas clangula' Adelung 2 (1775) 740 und eine 'art bunter meerbrassen, sparus chrysops L.' Campe 2 (1808) 416. im bilde: die verzweiflung ... wäre gränzenlos gewesen, wenn ihm nicht die zwanzigtausend geretteten goldaugen (dukaten) einigen trost zugeblinkt hätten

[Bd. 8, Sp. 715]


Gaudy s. w. (1844) 14, 15; der äther mit seinen goldaugen (sternen) Büchner nachgel. schr. (1850) 144. —
 
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goldausbeute, f.: alle nachrichten über goldausbeute, die ich erhalten konnte, sind aber mit der phönizischisraelitischen nicht zu vergleichen K. E. v. Baer reden u. versch. aufs. (1864) 2, xvii; die goldausbeute dieser districte übertrifft die des Urals Muspratt chemie (1888) 3, 1697; vgl. DWB gold I A 2. —
 
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goldausfuhr, f.: nie aber sei von dessen (Indiens) goldausfuhr die rede Ritter erdkde (1822) 14, 407; das verbot der gold- und silberausfuhr Mommsen röm. gesch4. 3, 172.
 
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goldbach, m., ein bach, der goldkörner, goldsand führt, vgl. Campe 2, 416; chrysorrhoas ein goldbach Bas. Faber thes. (1587) 171a; daher auch die fohren (forellen), die in solchen goldbächen wachsen, auratae genannt (werden) Chr. Lehmann histor. schaupl. (1699) 199; bildlich: und (ich) begann bereits aus dem goldbach der Griechen zu schöpfen Schubart leben u. gesinn. (1793) 1, 21; anders, vgl. DWB goldstrom: heil ihm, dem hohen geschlecht, das bei den königen anfragt, wie theuer ist das menschengeschlecht ... es leitet seine goldbäche in den schoos der männerfeiltragenden könige Pestalozzi s. schr. (1819) 7, 75. —
 
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goldbad, n., chemischer fachausdruck: 1) das geflossene spieszglas, wodurch die reinigung des goldes geschieht, wird in der chemie das goldbad genannt Krünitz 19, 345. 2) chem. goldverbindung (lösung von kaliumgoldcyanur), die zur vergoldung von anderen metallen dient: metallegierungen müssen unbedingt, ehe sie ins goldbad kommen, einen überzug von kupfer ... erhalten Muspratt chemie (1888) 3, 985; vgl. Bucher kunstgewerbe (1884) 158b.
 
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goldband, n., streifen aus goldmetall; schon frühmhd.:

si heten zir siten
schilte uil wite,
den lach umbe den rant
uil manich goltpant exodus 158, 19 Diemer;

nimbus goltbant (hs. d. 12. jh.) ahd. gl. 3, 151, 14 St.-S.; 191, 18;

die jungfrau nahm das goldband von ihrem arm
E. M. Arndt 6, 170 Rösch-Meisner.

aus goldfäden gewebtes band, 'gold- oder silbertresse für hauben' Mensing schlesw.-holst. 2, 420; der hut ... der admirale ist mit einem ... goldband eingefaszt v. Alten hwb. f. heer u. flotte 1, 76. goldfarbener streifen: auf der untern seite des (fisch-) leibes ... zwey goldbänder Oken allg. naturgesch. (1839) 6, 107, vgl. 7, 624. so gern in bild und vergleich: ein in der sonne strahlen flimmerndes goldband schied am horizont die weiszen dünen des strandes von der himmelsbläue Gaudy s. w. (1844) 22, 20; im osten zeigte sich bereits ein schmaler gelber streif, der den horizont besäumte und den eingang einer engen thalschlucht wie mit einem goldbande schlosz A. v. Droste-Hülshoff ges. schr. 2, 281 Schücking.

 

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