Wörterbuchnetz
Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
goldabflusz bis goldammer (Bd. 8, Sp. 710 bis 711)
Abschnitt zurück Abschnitt vor
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) goldabflusz, m., zu gold I D 2 a β: als im frühjahr 1836 wegen beträchtlichen goldabflusses nach Amerika die bank von England ihren diskont erhöhte hwb. d. staatswiss.2 5, 428; gelegentliche kleine goldabflüsse ins ausland Frankf. zeitg. vom 13. 3. 1913. —
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
goldabgang, m., abfall bei der goldarbeit, zu gold I B 2 b: am ende des jahres fand mein meister ursache nach Florenz zu reisen, um einige gold- und silberabgänge zu verkaufen Göthe I 43, 34 W. (Benv. Cellini 1, 2). —
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
goldabschlag, m., ausprägung in gold, zu gold I D 2 b: als mehrfache dukaten ausgegebene goldabschläge von talerstempeln österreichischer münzstätten Luschin v. Ebengreuth münzkde 19.
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
goldader, f.
1) goldhaltige erzader, vgl. mineralia sunt venae in terra in quibus aurum et argentum colligitur goltaderen off minen gemma gemm. (1495) o 1b; venae auri goldaderen Frisius dict. (1556) 145b: der (gaul) kont am berg angebunden also rammeln und stampffen, dasz er mit den wolgescherfften hufeisennegeln ein goldader entblöset Fischart Gargantua 204 ndr.; in den mohrenländischen bergen gibt es sehr viele goldadern, durch welche zuweilen der Niel fället und den goldsand abspühlet Zesen Assenat (1672) 290; wo in diesen ländern eine reiche goldader durchs gebirge ginge, da gebe es oft solchen schein in stillen nächten Eichendorff s. w. (1864) 3, 235; ich mache es (das Allgäu) reich, als hätte ich mit einer wünschelrute goldadern aufgeschlagen P. Dörfler der notwender (1934) 65; im vergleich: da doch sonst die ... fürsten selten so wenig ohne schwachheit, als die goldadern ohne schlacke zu finden sind Lohenstein Georg Wilhelms lobschr. (1679) b 4b; bildlich für etwas wertvolles: Christus ist ... die goldader und schatz, dem wir nachgraben müssen Dannhawer catech.-milch (1657) 1, 384; ich sahs an der verklärten stirne ihm an, er meine, auf eine gute goldader der argumentation gestoszen zu seyn K. Fr. Cramer Neseggab (1791) 4, 472; die gab, goldadern aufzuspüren, ist ihrem geist nicht versagt Bettina v. Arnim d. buch geh. d. könig (1843) 1, 197. als 'quelle von reichtümern', wie goldquelle: innenverkehr ist eine dauerquelle für handel und wandel, die wahre goldader des landes Fr. L. Jahn w. 2, 597 Euler; so lange aber diese goldadern noch nicht erschöpft sind, wird es gut sein, die dortigen wohltätigen anstalten bei dem publikum in erinnerung zu erhalten fürst Pückler briefw. u. tageb. (1873) 6, 473.
2) goldader, häufiger goldene (güldene) ader, vgl. DWB golden E 2 und güldenader teil 4, 1, 6, sp. 1063: vene des mastdarms, insbesondere, wenn sie krankhaft erweitert ist und blutet, haemorrhoide; 'das spontane bluten derselben sollte goldwertig sein, weil es das frühere ärztliche honorar für den gewohnheitsaderlasz ersparte' Höfler dtsch. krankheitsn.-buch 4; anders erklärt bei güldene ader 2, s. dort sp. 762 f. haemorrhois dicitur sanguinis profluvium ex venis quae sunt in ano ... (belgice) speenader, guldeader quia veteres putavere eius apertionem esse salutarem et ex liene (= milz) eiici. g(ermanice) die goldader, mastkorner, ruckader, die spn, der blutflusz unter sich Blancard lex. med. (1717) 316, zu dieser erklärung der bezeichnung vgl. haushalt.-lex. (1749) s. v. güldene ader: haemorrhoides ... die goldader, rückader A. v. Haller onomatol. med. (1755) 740; disz ist ein gewisse artzney wider den schmertzen der goldadern Bock kräuterb. (1587) 76a; für das

[Bd. 8, Sp. 711]


beissen oder jucken der goldader, ehe dann sie anbricht Gäbelkover arzneyb. (1595) 1, 278; so die gold- oder ruggadern zu heftig gehen (1620) bei Schmeller-Fr. bair. 2, 80; denen mit haemorrhoidibus oder der sog. gold- und ruckenader behafteten (beleg von 1750) bei Fischer schwäb. 6, 2054; die gesundheit (ist) zwar noch immer schlecht, die goldader mit all ihren unannehmlichkeiten, aber nach irnen zu beginnt es sich aufzuheitern Grillparzer br. u. tageb. 113 Glossy-Sauer.im rheinischen goldader für rückenmark, schlagader am hals, goldäderchen empfindliche stelle am ellenbogen, vgl. rhein. wb. 2, 1297. sprichwörtlich, im spiel mit gold I D 2 c: der mit gelt gestochen nit reden darff noch wil .., dem msz man die goldader schlagen, so wirt er reden Seb. Franck sprüchw. (1541) 1, 156b, vgl. sprichw. (1548) 180a; Henisch (1616) 1674. —
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
goldaderflusz, m., zu goldader 2: der goldaderflusz und nervenkrankheiten bey den stadtschönen ... sind ... folgen des luxus allgem. dtsche bibl. 56, 44. —
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
goldaderkraut, n., zu goldader 2, sedum purpureum, 'mittel gegen die goldader' Fischer schwäb. 3, 737; vgl. Pritzel-Jessen 371. —
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
goldaderwurz, f., wurzel (zwiebel) von türkenbund (lilium martagon L.) bei Fischer schwäb. 6, 2054.
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
goldadler, m., aquila chrysaetos L., 'steinadler' Brehm tierleben 6, 266 P.-L.; der steinadler ..., seine federn sind gelb oder falb, darum er bey den alten ... der goldadler genennet wird Noel Chomel öcon. u. phys. lex. 1, 197; daneben wird auch der königsadler so bezeichnet: falco imperialis goldadler Naumann naturgesch. d. vögel 1, 201; ... goldadler aquila imperialis v. Behlen forst- u. jagdkde (1840) 3, 466; goldadler, m., königsadler Unger-Khull steir. 298, doch vgl. dazu Suolahti d. dt. vogeln. 348, der die bildung nicht für volkstümlich hält: im kopfe des lämmergeyers (denn es ist nicht der goldadler, den er abmahlt, der bart macht den geyer kenntlich) finden wir ... etwas dummes A. v. Haller tageb. (1787) 2, 70; nun hat der eigentliche gold- oder steinadler, ... wenn er ruht, die art, beide flügel ... sinken zu lassen C. A. Böttiger kl. schr. (1837) 1, 290; wir zicklein (büszten) zwei junge böcke (ein) ..., welche, den ersten ein steinadler, den andern ein goldadler auffrasz Immermann 2, 77 Boxb.; riesige berge von majestätischen formen, um deren ... gipfel einsame goldadler schweben Ferd. Gregorovius wanderj. in Italien 2 (1904) 142. —
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
goldähnlich, adj.: hierher gehört auch diese ... arbeit, wodurch das kupffer und der messing eine goldähnliche farb bekommen Abr. a s. Clara etwas f. alle 2 (1711) 391; namen, welche selbstverständlich salbenreichen putz, goldähnlichen glanz ... anzudeuten scheinen Ed. Gerhard akad. abhandl. (1866) 1, 188.
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
goldalter, n., zusammengerückt aus goldenes alter, dasselbe wie 'goldenes zeitalter', s. bei golden sp. 750 f.: ich zweifle sehr ... an der dogmatischen und historischen zuverlässigkeit von jenem poetischen goldalter der ersten mutterkirche Hamann schr. 4, 255 Roth-Wiener; die anfänge der bibel, der weltgeschichte, ..., die einzigen reste əines wahren goldalters der welt Herder 7, 306 S.
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
goldammer, m. und f., (s. auch ammer teil 1, sp. 279, hammer 14, teil 4, 2, 316, hämmerling ebda sp. 319 sowie gaulammer, golammer teil 4, 1, 1, 1572), vgl. 'die goldammer (emberiza citrinella) ..., kopf, hals und unterteile sind schön hochgelb' Brehm tierleben 4, 344 P.-L.; zufrühest im 13. jh. bezeugt als golthamere ahd. gl. 3, 24, 63 St.-S.; goltamir (hs. d. 14./15. jh.) ebda 3, 25, 4; bei Diefenbach gloss. 246b s. v. fraudula goldenamer (15. jh., md.), fraudala goldamer (15. jh., md.), goltammer (hd., 1470), golthammer (15. jh., md.), golthamer (1482, Nürnberg), goltammir (15. jh., md.), goldtammerlein (1477), goldemer, goldemmer (15. jh., md.), goldummer (15. jh., md.), gulthammel (15. jh., md.); goldamel, eyszvogel (1429) nov. gl. 181; eyn guldenhemer (1476, rheinl.) ebda; daneben spicristus guldammer (15. jh., md.) s. v. paristulus gloss. 413c; amarellus golmar (15. jh.), gollammer (1482, Nürnb.) 28a, galandra goltamer (15. jh., nd.) 255c,

[Bd. 8, Sp. 712]


aurificeps goldhamer (1482, Nürnb.), goldamer (15. jh., md./nd.) 62a. — goldammer, emmerling voc. rei num. (1552) f 3b; goltammer Chyträus nomencl. (1585) 364; icterus, galbulus goldamer oder golmar Zehner (1645) 232; galbula goldammer, golmer Corvinus (1646) 377; goldalmer für goldammer Steinbach (1734) 1, 15. — in mundarten reich bezeugt, vgl. goldâmel, m., goldöæmerken Schambach Gött. 67; goltâmer Damköhler Nordharz 63; guldomr, m. Wenisch nordwestböhm. 43; goldhamer, goldhaomər Follmann lothr. 210; golamər, golmar, golmərt, golęmmər, golhaməl, golthamər rhein. wb. 2, 1297; kolteem Meisinger Rappenau 75; goldammer, galammel, gaulhammer Martin-Lienhart elsäss. 1, 36, ebda guelhammer 1, 335. weitere nachweise, insbes. mundartliche, s. bei Suoalahti d. dt. vogelnamen 103. formen wie goltamering voc. theut. (Nürnberg 1482) l 5b, goldaimerling Henisch (1616) 1675, goldemmerling Heppe wohlred. jäger (1763) 152a weisen ins bair., vgl. Suolahti 101 ff.
literarisch seit dem 16. jh. belegbar: von dem goldammer oder gaulammer Heuszlin Gesners vogelb. (1557) 224b;

wie mir ein goldammer geklagt,
das man sein geschlecht im schne so plagt
Rollenhagen froschmeuseler (1595) A a 6b;

die goldammer heilet durch ansehen die gelbsucht Lohenstein Arminius (1689) 2, 480; dieser vogel ... siehet ... dem goldammer gleich H. W. Döbel jägerpractica (1754) 1, 57; für den tisch die fröhliche und erfreuende lerche, oder den kleinen goldammer zu töten, wird für unedel gehalten grafen zu Stolberg ges. w. (1820) 3, 191; die goldammer, welche im herbst und winter immer betrübt an unserm fenster sang: bauer, mieth mich, bauer, mieth mich! Eichendorff s. w. (1864) 3, 3. —

 

Eingabe
Wörterbuchtext:
Stichwort: