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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
fürtreflich bis fürtritt (Bd. 4, Sp. 919 bis 920)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) fürtreflich, s. fürtrefflich, das adj. und das adv.
 
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fürtreflichkeit, f., s. fürtrefflichkeit.
 
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fürtreftig, adj. vortreflich: ein man fürtrefftig, weis und mechtig in Francken. chron. d. d. st. 3, 283, 6.
 
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fürtreiben , seit Maaler in keinem wb. mehr zu finden, ausgenommen in dem von Steinbach. s. nachher II 4). das herschende wort ist vortreiben (s. d.). fürtreiben steht
I. intransitiv, in der bedeutung: ein thun fortsetzen, in einem thun weiter und weiter beharren. hergegen wo e. l. in dero kummer fortfahren, unnd also fürtreiben. Amadis 164, 343.
II. transitiv, in den bedeutungen.
1) vornhin treiben, zum gegenwärtigsein, zur schau oder zu einem andern zwecke herbeitreiben.
2) hervortreiben, heraustreiben, hinaustreiben. man sihet da (nemlich auf dem lande) besudelte zöttige pauermägde ihre beknötelte küh und seu fürtreiben. Butschky kanzl. 437.
3) vorantreiben, vornher treiben.
4) vorwärts treiben, weiter treiben. auch: durch schieben oder stoszen vorwärts oder weiter rücken. obmoliri, etwas fürtreyben, weyter stossen, oder mit grosser arbeit rucken, kummerlich etwas ausz dem wäg thn, oder vor jm anhin stossen. Frisius (1556) 893b und danach Maaler 151b. bei Steinbach 2, 857 für- et vortreiben.
5) weiter ausüben, noch fernerhin ausüben, auszuüben fortfahren. transigere, fürtreyben, weyter treyben. Frisius 1325b und danach Maaler a. a. o. ich hett nimmer gemeinet, dasz hinder einem weibszbild ewers ansehens und stands solche verfluchte boszheit stecket, und halt gewiszlich, in bedenckung ewer jugent, dafür, dasz (laut sprichwort: was das kind lernet, das treibt und ereygt es in seinem alter), wo jr lenger lebt und diese schelmerey und misztrew fürtrieben, deren jhr schon gewohnet und gepfleget, jhr auch den lufft unnd andere element damit vergifften würden. Amadis 251, 529.
6) vorbeitreiben, vorübertreiben.
 
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fürtreiben, n. der als subst. gesetzte inf. des vorigen verbums.
 
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fürtreten , das, was die wörterbücher anlangt, nur in dem von Steinbach 2, 850 aufnahme gefunden hat und zwar neben vortreten in den bedeutungen vornhin treten, vorwärts gehn, weitergehn, progredi, steht
I. intransitiv. hier seit der mitte des 18. jh. nur vortreten (s. d.). die bedeutungen sind:
1) vornhin treten, zum gegenwärtigsein vor augen treten, zum gegenwärtigsein vor jemand oder andere hintreten:

als nun der liebe tag (der vorladungstag) nach vieler angst erschien,
und schon Apollo war auff seinen thron gestiegen ...:
als, sag ich, sich nunmehr die kläger eingestellt
und endlich auch zuletzt die nase fürgetreten
und hatt ihr, weil ein weib im reden leicht verfällt,
der Venus kleinen sohn zum beystand auserbeten.
Benj. Neukirch, in Hoffmannswaldaus u. s. w. ged. (1695) 1, 207.


2) hervortreten, aus etwas hervortreten. 3) hervorstehend werden, hervorragend werden gegen anderes. 4) sich auftretend vorwärts bewegen, vorwärts hin gehn. 5) vorantreten, vorangehn. 6) schreitend sich vorbei- oder vorüber bewegen.

[Bd. 4, Sp. 920]



II. transitiv, mit beigesetztem acc., den die praepositionskraft erfordert, die sich hier in dem adv. für noch geltend macht. in dieser fügung bedeutet das wort so viel als vertreten (vgl. vertreten): mhd. wan diu wërch dër erbermhërzechait, diu dër mensch hât hie begangen, diu wërdent rëht ze worten dës tages und diu fürsprëchent dëm menschen und fürtrëtent in und lëdegônt in mit rëhter urtailde ab dëm jungesten gerihte. Grieshabers pred. 1, 60;

daʒ ër sich lieʒ fürtrëten
dën sæligen Lanzelëten,
wan ër erkante sîne kraft. Lanz. 5240.

diese bedeutung, die immerhin noch nhd. vorkommen kann, wenn mir gleich keine belegstelle vorliegt, gieng hervor aus der: vor jemand oder etwas hintreten. vgl. DWB I 1) und fürtreter 4).
 
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fürtreten, n., der inf. des vorigen verbums substantivisch.
 
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fürtreter, m.
1) einer der vorangeht oder vorausgeht, sei es um als zuerst gehender zum gehn anderer die bahn zu bereiten, oder weil er den vortritt hat.
2) ein der zeit nach vorausgehender, ein vorgänger der zeit nach.
in beiden bedeutungen ist jetzt vortreter (s. d.) die übliche form.
3) einer der sich übertreibungen gestattet. chron. d. d. städte 3, 99, 2.
4) ein vertreter. s. DWB fürtreten II. da (conj.) da seint so vil heiligen und fürtretter. Keisersberg Marie himelfart 2c; denn so natur mag gnade erlangen, ist Christus kein not zu einem furtretter und mittler. Luther auslegung der epist. u. evang. (Wittemb. 1528) Hh 5b; uber diese zween fürtretter und fürbitter (es sind Christus, von dem es zwei seiten vorher heiszt er vertritt und verbit uns on unterlasz, und der heilige geist gemeint) weisz die schrifft von keinem andern mehr. Mathesius leichpredigten 3, 59b. vgl. vertreter.
 
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fürtretung, f., das von fürtreten (s. d.) abgeleitete subst der handlung in allen bedeutungen dieses verbums. s. vortretung
 
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fürtreuen, eins mit fürtrauen, s. d.
 
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fürtritt, m., s. vortritt. für-, vortrit, antecessus. Steinbach 2, 850. vgl. DWB fürtreten.

 

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