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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
fürstreckung bis fürstsohn (Bd. 4, Sp. 895 bis 896)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) fürstreckung, f., s. vorstreckung. das von dem vorigen verbum abgeleitete subst. der handlung. es steht besonders in der nach fürstrecken 5) sich ergebenden bedeutung: leihweise geschehende dargebung, darleihung zur aushilfe: handwercksleuten und andern hausarmen leuten sollen die vorsteher aussm gemeinen kasten zimliche fürstreckunge thun. Luther 2, 265b.
 
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fürstreichen , s. vorstreichen. das wort steht
I. intransitiv und bedeutet
1) sich mit geschwindigkeit und leichtigkeit vornhin bewegen.
2) hervorstreichen, sich mit geschwindigkeit und leichtigkeit hervorbewegen.
3) sich geschwind und leicht vorwärts fortbewegen.
4) sich geschwind vorausbewegen, vorauseilen. mhd.

die boten für strichenmit dën mæren. Nib. 1653, 1.


daraus geht dann die folgende bedeutung hervor
5) übertreffend zuvorkommen, übertreffend vorauskommen, den vorrang erlangen vor —. mit dat.:

und ob dem unrecht wol und allen denen schanden,
so durch unwissenheit heut dir seyn zugestanden,
die ehre, so du hier erwirbest, sehr wol gleicht,
ja weit derselben noch an wichtigkeit fürstreicht,
so wil ich dennoch dich noch gerne mehr begnügen.
Werder Ar. 18, 58, 4, supera e avanza Orl. fur. 18, 67.

vgl. II 2).
6) vorbeistreichen, vorüberstreichen, sich mit geschwindigkeit und leichtigkeit vorbei oder vorüber bewegen. vgl. II 4). an diese bedeutung knüpft sich dann die folgende:
7) schwindend vorübergehn, zu ende gehn, vergehn. praeteritus, fürgangen, fürgstrichen. Frisius (1556) 1049b.
II. transitiv, mit beigesetztem acc., in den bedeutungen
1) mit einem vornhin vor etwas gemachten strich anmerken oder auszeichnen. für- sive vorstreichen, praenotare, praefigere signa, praeponere notas. Stieler 2002, der aber voraus als eigentliche bedeutung praelinire, vorn bestreichen, ansetzt. daher dann die folgende bedeutung:
2) auszeichnend rühmen, mit auszeichnung rühmen, über anderes lobend erheben. vgl. DWB I 5). aus der bedeutung hier aber geht wieder die folgende hervor:

[Bd. 4, Sp. 896]



3) vor anderm hervorheben, vor anderm vorbringen oder darlegen. auch mit einem ausdruck, der accusativisch steht: und was für ein glück obiges sey, so kan nimand, als am ende seines laufs, sich glückselig nennen. nichts wenigers wil ich weiter fürstreichen und sagen, das, wann gleich u. s. w. Butschky kanzlei s. 642.
4) vorbeistreichen, vorüberstreichen, zur seite lassend sich geschwind vorüber bewegen. vgl. DWB I 6). praelegere, fürgon, oder fürstreychen. Frisius (1556) 1040b, es ist hier praelegere, vorübersegeln, in den stellen bei Tac. annal. 6, 1 und 2, 79 gemeint.
 
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fürstreifen , s. vorstreifen.
1) durch einen vornhin gemachten strich anmerken oder auszeichnen, praenotare, praefigere notas et signa. Stieler 2207, der diese bedeutung mit dem beisatze »idem est quod vorstreichen« als die eigentliche bezeichnet und daher dann die folgende leitet:
2) sich in rascherer bewegung vornhin bewegen, in der fortbewegung vornhin kommen, praevenire, praevertere, antevertere cursu, plenô gradu antegredi, excursiones anticipare.
 
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fürstreit, m. , s. vorstreit.
1) der anfang eines treffens oder einer schlacht, der erste angrif in einem kampf oder einer schlacht. prelium, furstreit, der erst anganck im streit, est primus congressus vel conflictus. Eychman q ijb.
2) ein dem eigentlichen streite vorausgehender, ein kampf der dem hauptkampfe vorausgeht, auf denselben gleichsam vorbereitet.
 
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fürstreiten, s. vorstreiten.
 
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fürstreiten, n., s. vorstreiten n.
 
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fürstreiter, m., s. vorstreiter.
 
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fürstrich, m. ein vor etwas zum anmerken oder zur auszeichnung gemachter strich. vorstrich, sive fürstrich, annotamentum. Stieler 2002.
 
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fürstrühmlich, adj. einem fürsten oder überhaupt einer fürstlichen person ruhm bringend: e. fürstl. gn. .... in viel wege öffentlich zu tage stehendes furstrühmliches uhrtheil. Schottelius haubtspr. b 4b. Davon ein gleichlautendes adv.
Beide mehr dem kanzleistil eigen.
 
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fürstsäule, f. eine der hölzernen säulen im dachstuhl, die zunächst den firstbaum tragen: so treit och nicht frucht uff im usser ainem new bebuwen palast zu niemen die fürstsule zu gepew eins andern und den vor bebuweten in verbuw fallen zu lassen. aus einem Ulmer brief v. j. 1466 bei Schmid 211. mit ü für i, denn eigentlich firstsaule. s. firstsaul und Schmeller 1, 564.
 
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fürstsohn, m. der fürst seiende oder gewordene sohn eines fürsten diesem seinem vater gegenüber. zu betonen fürstsóhn.
Vgl. fürstvater, fürstinmutter.

 

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