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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
fürstloch bis fürstosz (Bd. 4, Sp. 892 bis 893)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) fürstloch, n. ein in dem fürst des daches gelassenes loch, wol zu luftzug und hellung:

wil den sack am boden aufftrennen
und wil jn obn im stadel hoch
hinein hencken durch das fürstloch.
H. Sachs V, 388a;

sein bodenlosen sack mit zoch
und hieng jn nein durch das fürstloch. ebenda.

mit ü für i, denn eigentlich firstloch. s. DWB fürst sp. 850, first.
 
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fürstmächtig, adj. wie ein fürst mächtig, fürstenmacht habend, wie fürstenmacht habend. davon ein adv., das dem adj. ganz gleich ist, weshalb ungewis bleiben kann, ob jenes oder dieses gesetzt wurde:

sach sitzen einen herren prechtig,
herrlicher geberd, stoltz, fürstmechtig.
H. Sachs I. 1, 102b (1590 75d).


 
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fürstmals, adv. sobald als. Schmid 193. zusammengesetzt mit fürst sp. 851.
 
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fürstmann, m. ein fürst der vasall ist, princeps vasallus. pl. fürstmannen: von gots gnaden Johann (Weisz von Fauerbach), dechandt und daʒ capittel gemeynlich des dumes zu Mentze, allen und iglichen des egenanten stifftes furstmannen, edelmannen, burgmannen, dinstmannen, amptluden ..., entbieden wir unsern fruntlichen grusz. v. j. 1419 in Gudenus cod. diplomat. 4, 122.
 
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fürstmäszig, adj. eigentlicher zusammensetzung, für die später die uneigentliche fürstenmäszig (s. d.) sich bildete. es bedeutet
1) fürstlichen personen ebenbürtig, ihnen gleichstehend. solche fürstmäszige personen sind im ehemaligen deutschen reiche neben landgrafen und markgrafen die wirklichen reichsgrafen, auch die reichsständischen edlen herrn die volle landeshoheit besaszen. vgl. DWB fürst 8). wie chrfürsten, fürsten und fürstmeszigen einander zu recht fordern solln ..... der klagend chrfürst, fürst oder fürstmeszig u. s. w. des heil. röm. reichs ordnungen, Worms 1539, 18b. 19a; doch soll in sachen, churfürsten, fürsten und fürstmäszige betreffend, der cammerrichter selbst oder, seines abwesens, der graffen oder herren einer sitzen. concept der neuen kammergerichtsordn., Wetzlar 1716, s. 31.
2) als fürsten einander gleichstehend, in der fürstenwürde einander nahe oder gleichstehend. Franckreich und Engelland machen fried miteynander, .... nimmt eyner des andern orden an, welches eyn grosz zeychen sein soll der freundschafft

[Bd. 4, Sp. 893]


unter fürstmessigen personen. G. Nigrinus papist. inquisition s. 666.
3) einem fürsten oder überhaupt fürsten gemäsz, einem fürsten oder überhaupt fürsten geziemend oder gebührend.
 
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fürstmäszig, das von dem vorigen adj. abgeleitete adv.
 
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fürstmildiglich, adj. fürstliche milde erweisend. davon das gleichlautende adv. in demselben sinne oder auch in dem: mit fürstlicher milde.

das du, mein gnädger herr und fürst,
ihm aus dem achten blatt des buches vorzulegen
fürstmildiglich geruhen wirst.
Wieland 10, 344.


 
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fürstmündig, adj. zur überzeugung oder auch überredung eines fürsten beredt: Jeronymum hat man genannt einen christlichen doctor, Bernhardum einen fürstmündigen lehrer. Luther tischreden (1568) 375b.
 
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fürstopfen, s. vorstopfen. sie (die ehefrau) kan mit jhm (ihrem ehewirth) weinen, auch gleich wider lachen, nachdem man auff der papyrmühl bald den zapffen für stopfft. Fischart Garg. 71b (1608 H 7b).
 
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fürstören, hervorstören, durch gewaltsames bringen aus ruhe und ordnung hervorkommen machen. vor-, für- et herfürstören, in lucem protrahere, educere, obruta eruere. Stieler 2173. mit acc. S. DWB vorstören, hervorstören.
 
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fürstosz, m.
1) das schwarzbraune wachs, womit die bienen die zugänge, insbesondere gegen den winter das flugloch ihres stockes verstopfen, das stopfwachs. s. DWB vorstosz. für- et vorstosz (der), propolis, i. e. materia cerosa, quae in alveariis prae spiraculis reperitur. Steinbach 2, 729. später kommt fürstosz nur noch landschaftlich vor; schriftdeutsch ist vorstosz (s. d.).
2) über den rand ragender ansatz. vgl. DWB fürstoszen II 2). nur noch landschaftlich, z. b. wetterauisch, oberhessisch u. s. w.; auch hier gilt heute schriftdeutsch vorstosz.

 

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