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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
fürstentitel bis fürstenvolk (Bd. 4, Sp. 884 bis 885)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) fürstentitel, m. der titel eines fürsten d. h. herschers. s. DWB fürst 2). besonders aber und vornehmlich der titel eines fürsten im engsten sinne dieses wortes, der fürstliche titel im engsten sinne. s. DWB fürst 9). fürstentittel, principis titulus. Stieler 2288. einem um den staat hochverdienten manne den fürstentitel verleihen.
 
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fürstentochter, f. eine tochter eines fürsten, also auch eine uneheliche tochter eines solchen. im besondern und vorzugsweise aber eine prinzessin: mhd.

dô sprach dër hërre Dietrîch:
jâ hân ich fürsten tohter rîch
vil gesëhen bî mînen tagen,
daʒ ich hôrte nie gesagen
von schœnerme wîbe. klage (Holtzmann) 794.

nhd. wie schön ist dein gang in den schuhen, du fürsten tochter. hohel. 7, 1;

ein fürstn tochter drumm wöll wir werben.
H. Sachs III (1588). 2, 99b;

deine augen teiche zu Hesbon,
am thore der fürstentöchter.
Herder lieder d. l. 65 (hohel. 7, 4);

wie dürft ich spieszbürger meine augen aufheben gegen eine fürstentochter des landes? Musäus volksm. 3, 190;

ich lese blumen, schmuck für die lieblichste
der fürstentöchter: zwar sie mag der
blumen entbehren, sie selbst die schönre.
Chr. Stolberg, in Matthissons lyr. anth. 20, 151;

in welcher
gestalt, weh mir, musz ich Euch wieder finden!
Euch hier als eine sclavinn des serails,
die königinn, die edle fürstentochter!
Schiller 604a (Tur. 4, 10);

so ist die Tartarei noch reich genug
an fürstentöchtern, dieser Turandot
an schönheit gleich und zärtlicher als sie. 605a (ebenda);

[Bd. 4, Sp. 885]



weil auf nordens hohem throne
unsre fürstentochter sitzt.
Schenkendorf ged. 79.

s. DWB fürstenmädchen und vgl. DWB fürstenknabe, DWB fürstensohn, aber auch kaisertochter, königstochter.
 
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fürstentöchterchen, n., das dim. des vorigen, zur bezeichnung einer kleinen fürstentochter, oder als kosender oder geringschätziger ausdruck. Vgl. DWB fürstensöhnchen.
 
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fürstentracht, f. die die würde anzeigende oder der würde gemäsze tracht eines fürsten oder überhaupt einer fürstlichen person, habitus principis, vestis attalica. Stieler 2307.

ja, meine würde fühl ich, anders nicht
darf ich euch führen als in fürstentracht.
Uhland Ernst 113.


 
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fürstentreue, f.
1) treue des fürsten gegen sein volk oder der fürsten gegen ihre völker:

hohes Deutschland ...
(du wirst sein) reich an edler berathung! reich an klugheit,
wie an tapferem muth! an fürstentreue,
wie an treue des volks.
Herder Terpsichore 2, 223.


2) treue gegen den oder die fürsten: weg mit dem Teutschen! er ist zu rechtlich, hält zu viel ... auf bürgerliche ordnung und hält fürstentreu für pflicht. Klinger 3, 37.
 
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fürstentross, gewöhnlich fürstentrosz,m. die menge des gefolges von einem fürsten oder von fürsten, stipatio et comitatus principum, franz. la suite. Stieler 2335. S. tross.
 
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fürstentrümmer, ein pl.: die trümmer ehemaliger fürsten, die reste der leichname verstorbener fürsten oder überhaupt verstorbener fürstlichen personen. so beginnt Schubart (1787) 2, 73 sein gedicht »fürstengruft« (s. d.):

da liegen sie, die stolzen fürstentrümmer,
ehmals die gözen ihrer welt!


 
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fürstenverein, m. ein verein oder eine vereinigung von fürsten zu irgend einem zwecke. im besondern heiszt der von den herzogen, fürsten und grafen des deutschen reiches 1692 gegen die kurfürsten und den kaiser Leopold I. wegen der verleihung der kurwürde an Braunschweig-Lüneburg geschlossene verein so.
 
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fürstenverhau, m. ein abbau, d. h. bergmännisches heraushauen oder brechen der mineralien von der natürlichen minerallagerstätte, mittelst einbruches oder arbeitens in die fürste, d. h. in die höhe, betrieben. mit ü für i, denn eigentlich firstenverhau. Scheuchenstuel 76. s. DWB fürst sp. 850.
 
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fürstenversammlung, f. eine versammlung von fürsten zu irgend einem zwecke. vgl. DWB fürstenzusammenkunft, DWB fürstentag.
 
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fürstenvolk, n.
1) eine gesammtheit von fürsten, eine aus fürsten bestehende vielheit:

Salomo (pred. 10, 7) sah auch auff pferden knechte reiten,
hingegen fü stenvolck zu fusse gehn wie knechte.
Logau 1, 147, 39.


2) einem fürsten oder überhaupt fürsten unterthanes volk.

 

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