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fürstensöhnchen bis fürstenstand (Bd. 4, Sp. 880 bis 881)
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[Bd. 4, Sp. 880]


Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) fürstensöhnchen, n., dim. des vorigen.

ihr meynt, weil ich ein fürstensöhnchen sey,
so müsse michs gar sehr nach wunden jüken.
Wieland urth. des Paris 497.


 
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fürstensold, m. sold den ein fürst gibt:

bist du (ein schlüssel ist angeredet) auch nur von eisen,
und giebst du gleich nicht fürstensold, nicht rang.
Göckingk lieder zw. lieb. 144 (1777 s. 87).


 
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fürstensonne, f. der glanz der fürsten, der glänzende ruhm von fürsten. fürstensonne, lux principum. Stieler 2059. der von einem fürsten oder einer fürstin ausgehende sonnengleich strahlende glanz: noch dazu brütete die fürstensonne den ministerialischen krötenlaich immer lebendiger an. Jean Paul Hesperus 4, 109.
 
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fürstenspasz, m. ein lustiger streich eines fürsten, ein unfeiner, niedriger scherz eines fürsten:

ein andrer machte sich den fürstenspasz und sandte
einst seinen stiefel in den reichssenat,
worin er ihn zum haupt ernannte.
Tiedge elegieen 3, 158.


 
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fürstenspiegel, m.
1) ein musterbild für einen fürsten.
2) ein vornehmlich zur bildung junger fürsten verfasztes buch, in dem ein fürst nach seiner denk-, handlungs- und regierungsweise dargestellt wird, überhaupt ein buch mit regeln und vorschriften wie ein fürst sein soll. der fürstenspiegel, von Johann Jacob Engel. Vgl. spiegel.
 
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fürstenstaat, m.
1) die regierung oder auch regierungsweise eines fürsten. fürstenstat, gubernatio, regimen, ductus et ratio principis. Stieler 2114.
2) ein von einem fürsten regierter staat.
3) ein staat der aus ländern besteht die von fürsten regiert werden, ein aus fürstenländern bestehendes reich.
4) die gesammtheit der fürsten. europäischer fürstenstaat, principes europaei. Bauer deutsch-lat. lex. (1798) 1083. deutscher fürstenstaat, principes germanici. ebenda.
5) der fürstliche stand, die fürstliche würde, principalis dignitas. Aler. Kirsch (1723) 2, 126a. Hederich (1753) 993.
6) glänzende fürstliche kleidung, fürstlicher schmuck, cultus, splendor principalis. Nieremberger Ddd 1c. Bauer deutsch-lat. lex. (1798) 1083.
 
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fürstenstab, m. der stab den der fürst als zeichen seiner herscherwürde in der hand trägt, der scepter:

bläst ihm die herrschsucht ein den fürstenstab zu führen.
Günther 977;

Ernst Ludwigs (von Hessen-Darmstadt) weisheit war dein schutz,
sein fürstenstab der wohlfahrt stütze.
Gottsched ged. 2, 54;

wenn der schöpferische fürstenstab auch die träume des fürstlichen fiebers ins leben schwingt! Schiller 162a (Fiesco 3, 2).
 
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fürstenstadt, f.
1) eine fürstliche stadt, eine nur unter der oberhoheit eines oder mehrerer fürsten stehende stadt. s. DWB fürst 2). fürstenstat, quae subest territorij dominis. Schottelius 480b. fürstenstadt, ducalis municipalis. Stieler 2113.
2) eine stadt, in der fürsten ihre versammlungen halten oder ihren sitz haben: dort hinauf flammte unsre fürstenstadt Mattum! Klopstock Hermann u. d. f. 105 (sc. 9).
3) eine stadt, in der ein fürst als herscher des landes seinen bleibenden wohnsitz hat, eine residenzstadt. vgl. DWB fürstensitz 4).

dort seh ich fluren, flüsz und wiesen
und stolzer fürstenstädte pracht. Göttinger musenalm. 1777 s. 44;

siegern gleich ...
wallet aus Aurorens rosenbette
gottes sonne über fürstenstädte.
Schiller vorwurf, in der anthol. auf 1782 s. 76.


4) eine stadt gleichsam als fürstin unter den städten, eine herrliche, prächtige stadt. Campe.
 
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fürstenstall, m. der marstall eines fürsten, equile principis vel aulicum. Stieler 2118.
 
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fürstenstamm, m.
1) der fürstliche stand, der fürstenstand:

ich bin auch ausz dem fürstenstamm.
Gilhusius 131;

der ander aber war Argante, dieser kam
frembd an Egypter hoff, vom glücke hin getrieben.
der könig der erhub jhn in den fürstenstamm,
und ward in höchsten grad desz krieges eingeschrieben.
Werder Gottfried 2, 59.


2) ein fürstliches geschlecht in auf- wie absteigender linie:

es wundert euch vielleicht, wie eine frau, wie ich,
zu solchen dingen kömmt, die selbst dem fürstenstamme
verborgen sind und sonsten männiglich.
Wieland Ob. 4, 42,

[Bd. 4, Sp. 881]


ein bedeutendes kind aus uraltem fürstenstamme, dem beschieden ist, künftig auf die welt ungeheuren einflusz zu haben. Göthe 39, 82;

doch wenn du nun den letzten abkömmling
des welken fürstenstammes niederwirfst.
Uhland Ernst 100.


 
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fürstenstand, m.
1) die hohe stellung des fürsten oder überhaupt der fürsten im staatsleben, die fürstliche würde, dignitas principalis. Stieler 2131. Steinbach 2, 670. Frisch 1, 309b. s. DWB fürst 2). darumb kompt unser herr gott und wirfft einen in ein fürstenstand, wie einen jungen gesellen in ehestand, der sihet auch das megdlin von aussen an, weisz nicht was hernach folgen wird, also hats das ansehen mit den regenten auch. Luther tischr. 333b. principatus, fürstenstand. Frisius (1556) 1057b.

so nimb (spricht der könig zu seinem sohne) auff die reisz gelt und gut, ...
auff das (dasz) du zu wasser und land
magst ehrlich nalten fürstenstand,
mit sampt den so fahren mit dir.
H. Sachs II (1591). 3, 63d;

weil er wol wer in guter rhu
gesessen in seim vatterland,
hett wol gehalten fürstenstand. III (1588). 2, 210c;

zu was für einer last erhebt der fürstenstand?
das glück von tausenden beschweret ihre hand.
Dusch verm. werke 294;

wie gern entäuszr' ich mich des fürstenstandes,
worin ich mir zum scherze wohlgefiel.
Göthe 4, 208.


2) der stand oder die würde des fürsten im engsten sinne dieses wortes. s. DWB fürst 9). in den fürstenstand erhoben werden. also sollen wohl gar die weiber in den niedern regionen geringer seyn, und oben im fürstenstand anfangen besser zu werden, als die männer? Ernst Wagner d. reis. maler 1, 160.
3) die als ein ganzes sich abschlieszende gesammtheit der fürsten eines reiches oder eines reichskreises, einer provinz. Bauer deutschlat. lex. 1083. der fürstenstand des kreises ist zahlreich. vgl. fürstencollegium.
4) ein einzelner aus dieser gesammtheit der fürsten:

von vierzig deutschen fürstenständen
ists noch nicht vieren süsze pflicht,
für geist belonung auszuspenden,
denn nur für körper geizt man nicht.
Göckingk 1, 186.

 

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