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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
fürstenscepter bis fürstenschlacht (Bd. 4, Sp. 876 bis 877)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) fürstenscepter, m. und n. der scepter eines fürsten, der fürstliche scepter. s. DWB fürst 2).

den pilgerstab mag fassen deine hand
und nicht ein würdig fürstenscepter schmücken.
A. W. Schlegel Shakspeares Heinrich VI. zweiter theil 5, 1.


 
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fürstenschaar, f., s. DWB fürstenschar.
 
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fürstenschaft, f. 1) die art und weise, fürst zu sein, die wirksamkeit des fürsten als fürst. 2) gesammtheit von fürsten. vgl. DWB fürst 8). die fürstenschaft eines reiches versammeln.
 
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fürstenschaften, als fürst thätig sein, als herscher thätig sein bei —. mitteld. im 14. jh. vurstenschaften mit dat.: abir Jhêsus hîsch (heischte, forderte) si z ime und sprach ...: wiʒʒet ir wan di di dâ gesëhin wërden vurstenschaftinde

[Bd. 4, Sp. 877]


dën heiden, di hêrschin ubir si, und ire vursten habin gewalt ubir sie. Matthias von Beheim evangelienbuch Marc. 10, 42. ein sehr seltnes wort, das bei Ben. im mhd. wb. fehlt. nhd. ohne beleg, doch möglich.
 
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fürstenschar, f. eine schar fürsten, eine vielheit beisammen befindlicher fürsten. häufig wegen des gedehnten a unnöthiger weise fürstenschaar geschrieben.

sitzt doch bey jener fürstenschaar
das prächtigste göttinnenpaar,
das je gebohren können werden. ungenannter in Hoffmannswaldau u. anderer ged. (1695) 2, 99;

am eingang des palastes harrt
der königin (Dido), die noch am putztisch säumet,
der Puner fürstenschaar.
Schiller 39a (Dido str. 25);

nun sieh den herrn des throns! gleich zagenden verbrechern,
umgiebt ihn eine fürstenschaar,
sie reichen knieend ihm, in groszen goldnen bechern,
das blut von ihren völkern dar.
Tiedge markt d. l. 1, 106.


 
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fürstenschatz, m. eine fürstliche casse, die casse in welche die einnahmen des fürsten flieszen. fiscus, ein fürsten schatz oder schatzkammer. Alberus dict. HH iija. fürstenschatz (der), das einkommen eines fürsten von seinem eygenthmb här, so nit von wägen desz fürstenthmbs ist, fiscus. Maaler 150d und danach Henisch 1308, 66. fiscalis, das z den fürstenschätzen gehört. Frisius (1556) 566b und danach Maaler. fürsten-, königs-schatz, fiscus principis, regis. Stieler 1741. fürstenschatz, das einkommen eines fürsten. Rädlein 314. natürlich begreift fürstenschatz dann auch die staatscasse, in so fern ein fürst über dieselbe zu verfügen hat.
ferner: durch einen fürsten oder überhaupt fürsten aufgesammeltes kostbares und werthvolles.

o! Teütschlands schöner gaist
ist klug, ersinnt und thut, wasz sonsten niemand laistt.
wer das nicht glauben will, darf nur nach Dresden gehen,
nach München etwan auch, da wird er stücklein sehen,
die wahre zeügen seyn, und wol ein fürsten-schatz.
Rompler erstes geb. 57.


 
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fürstenschatzkammer, f. der ort, d. h. das zimmer, wo der fürstenschatz sich befindet. Aler (1727) 820b. fürsten schatzkammer, fiscus. Dentzler 2, 119a. s. fürstenschatz.
 
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fürstenschenk, f. ein von einem fürsten oder einer fürstlichen person gegebenes geschenk. fürstenschenck den kriegszleüten, donativum. Dasypodius 333d. vgl. DWB fürstengabe.
 
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fürstenscherz, m. ein scherz eines fürsten oder überhaupt einer fürstlichen person, magnatum et principum acutè dicta. Stieler 1762.
 
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fürstenscheu, adj. scheu vor fürsten, sich vor einem fürsten zurückziehend, dessen gegenwart meidend: wider einen solchen regenten kann ein wohldenkender nichts einwenden, wenn er auch so krank wie Heraklit und ebenso fürstenscheu wäre, wie er. Thümmel reise 2, 35 (1791 1, 53).
auch: scheu oder allzu schüchtern in gegenwart eines fürsten.
Davon ein gleichlautendes adv.
 
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fürstenschlacht, adj. aus fürstlichem geschlechte entsprossen. mitteld. etwa in dem dritten jahrzehent des 14. jahrh. fursten slacht. Rothes düringische chron. cap. 155.

 

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