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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
fürstenruf bis fürstenschar (Bd. 4, Sp. 876 bis 877)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) fürstenruf, m. im jagdwesen ein kurzes jagdstück, das bei der hetzjagd (parforcejagd), wenn der hirsch, der sich verloren hatte, wieder aufgefunden ist, von den piquiers (jagdknechten) gleichsam als ruf geblasen wird, um der in anderer richtung befindlichen herrschaft ein zeichen zu geben, wohinaus die jagd geht. forst-, fisch- und jagdlex. 4, 380. weidmänn. taschenwb. 163.
 
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fürstenruhm, m. ein von einem fürsten erworbener ruhm:

ein himmlisch bild von seinem fürstenruhme.
Thümmel reise (1791) 1, 54 (1811 2, 35).


 
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fürstensaal, m.
1) ein hohes und weites fürstliches gebäude zu festlichkeiten und feierlichen gelegenheiten, überhaupt ein fürstlicher palast. furstensal, archiatrium, aula principis. voc. theut. von 1482 i 7b. fürsten-, herren-, kaiser-, königssal, regia, aedes palatinae, aulicae. Stieler 1672. s. saal.

schuldlos trieb ich meine lämmer
auf des stillen berges höh.
doch du rissest mich ins leben,
in den stolzen fürstensaal,
mich der schuld dahin zu geben.
Schiller 475a (j. v. Orl. 4, 1).

wenn übrigens bei Campe 2, 204b angegeben wird, es stehe in dieser stelle das wort uneigentlich für fürstenstand, so ist dies nichts weiter als ein unhaltbarer einfall.
2) ein in einem palaste zur versammlung oder zum gemeinsamen aufenthalte der fürsten, überhaupt der fürstlichen personen bestimmter saal. vgl. Bauer deutsch-lat. lex. (1798) 1038.

nimmer reizt ihn der hof, nimmer der goldpalast,
noch der marmorne fürstensaal.
Salis 103;

auf der alten und der neuen erde,
von dem fürstensaal zum bettlerherde
hört' ich menschen über menschenplagen
mit des jammers heiszen thränen klagen.
Seume ged. 153.


in Breslau führte eine halle, in der die fürsten u. s. w. Schlesiens versammlungen hielten, den namen fürstensaal. Frisch 1, 309b.
 
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fürstensache, f. eine sache die einen fürsten oder fürsten betrift, auch eine sache, um die es sich blosz unter fürsten handelt. Schottelius 468b (1641 s. 375b). fürstensachen, causae principum. Stieler 1655.

was sind doch anders fürstensachen,
als lauter ungemach und streit,
allhier (im feld- und waldleben der schäferei) ist nichts das uns kann machen
betrübet: trotz sey allem neid.
G. Neumark lustwald (Jena 1657) 1 359, s.
Gödeke elf bücher 1, 309a.


 
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fürstensame, m. ein spröszling eines fürstenhauses.

er!
der éinem fürstensaamen
zublicket: sey nicht mehr!
und spricht zum andern: meinem namen
sollt du ein palmbaum seyn!
Jehovah spricht zu Sein- und Ihrem saamen:
ich will mich an Dir freun.
sey ewig mein!
Herder z. sch. lit. u. k. 16, 278, in der cantate beim kirchgang der regierenden herzogin von Sachsen-Weimar.


 
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fürstensäule, f. eine säule zum gedächtnis eines fürsten oder einer fürstin, eine denksäule eines fürsten oder einer fürstin:

dieser grosze sturm,
der der paläste fürstensäulen stürzte.
Körner 2, 74.


 
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fürstenscepter, m. und n. der scepter eines fürsten, der fürstliche scepter. s. DWB fürst 2).

den pilgerstab mag fassen deine hand
und nicht ein würdig fürstenscepter schmücken.
A. W. Schlegel Shakspeares Heinrich VI. zweiter theil 5, 1.


 
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fürstenschaar, f., s. DWB fürstenschar.
 
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fürstenschaft, f. 1) die art und weise, fürst zu sein, die wirksamkeit des fürsten als fürst. 2) gesammtheit von fürsten. vgl. DWB fürst 8). die fürstenschaft eines reiches versammeln.
 
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fürstenschaften, als fürst thätig sein, als herscher thätig sein bei —. mitteld. im 14. jh. vurstenschaften mit dat.: abir Jhêsus hîsch (heischte, forderte) si z ime und sprach ...: wiʒʒet ir wan di di dâ gesëhin wërden vurstenschaftinde

[Bd. 4, Sp. 877]


dën heiden, di hêrschin ubir si, und ire vursten habin gewalt ubir sie. Matthias von Beheim evangelienbuch Marc. 10, 42. ein sehr seltnes wort, das bei Ben. im mhd. wb. fehlt. nhd. ohne beleg, doch möglich.
 
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fürstenschar, f. eine schar fürsten, eine vielheit beisammen befindlicher fürsten. häufig wegen des gedehnten a unnöthiger weise fürstenschaar geschrieben.

sitzt doch bey jener fürstenschaar
das prächtigste göttinnenpaar,
das je gebohren können werden. ungenannter in Hoffmannswaldau u. anderer ged. (1695) 2, 99;

am eingang des palastes harrt
der königin (Dido), die noch am putztisch säumet,
der Puner fürstenschaar.
Schiller 39a (Dido str. 25);

nun sieh den herrn des throns! gleich zagenden verbrechern,
umgiebt ihn eine fürstenschaar,
sie reichen knieend ihm, in groszen goldnen bechern,
das blut von ihren völkern dar.
Tiedge markt d. l. 1, 106.

 

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