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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
fürstenlohn bis fürstenmünze (Bd. 4, Sp. 872 bis 873)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) fürstenlohn, m. lohn den ein fürst gibt, belohnung von einem fürsten:

wär ich nur erst mit ganzer haut davon,
zurücke brächte mich kein fürstenlohn.
Schiller 579b (Macb. 5, 5);

ich zieh ins feld um himmelsgüter
und nicht um fürstenlohn und ruhm.
Schenkendorf ged. 9.

[Bd. 4, Sp. 873]



 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) fürstenlust, f. die lust eines fürsten, das was einem fürsten eine lust ist, principalis delectatio. Stieler 1187.

wenn ich mich denn solt nun beweibn,
köndt ich kein fürstenlust mehr treibn,
jagn, beitzen, hetzen, rennen, stechn,
thurniren, spiesz und copy brechn.
G. Mauricius comödie vom graf Walter B 2b;

und sieh! bald hinten und bald vorn
stürzt einer todt dahin vom trosz.
»lasz stürzen! lasz zur hölle stürzen!
das darf nicht fürstenlust verwürzen.«
Bürger 70a.


 
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fürstenmacht, f.
1) die dem fürsten als solchem zukommende macht oder obergewalt, die dem fürsten im gebieten so wie in der ausführung und verwirklichung seiner absichten zustehende befugnis, vis principatus:

soll ich an Hassun dich, an jenen herrscher mahnen,
der seine fürstenmacht um ihre pflicht betrog,
als er das blut der unterthanen
für gold in fremde hände wog?
Tiedge markt d. l. 1, 10.


2) das unter dem fürsten als landesherrn stehende kriegsheer des landes.
 
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fürstenmädchen, n. ein mädchen fürstlichen stammes, eine prinzessin:

zu meinem richter wähl ich (die prinzessin Eboli spricht es zu don Karlos) Sie. Sie sind
ein edler mensch — ein mann, sind fürst und ritter,
ich bin verlassen von der ganzen welt,
leibeigen von geburt — ein fürstenmädchen.
Schiller Karlos, in der rhein. Thalia 3, 51 (act 2 auftr. 9).


Vgl. DWB fürstentochter, DWB fürstenkind, DWB fürstenknabe, fürstensohn.
 
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fürstenmangel, m. ein gebrechen in der handlungsweise eines fürsten als des herschers, ein fehler oder misgrif den ein fürst als regent macht. herren- sive fürstenmängel, vitia principum. Stieler 1230.
 
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fürstenmantel, m. ein kostbarer, mit hermelin ausgeschlagener, gewöhnlich rother mantel zum zeichen der fürstlichen würde:

und selbst den fürstenmantel, den ich trage,
verdank ich diensten, die verbrechen sind.
Schiller 366b (Wall. tod 1, 7);

und einen rock, der noch viel wärmer hält,
hing ihm der kaiser um, den fürstenmantel. 398a (5, 2);

dasz uns diese rothen mit hermelin ausgeschlagenen fürstenmäntel (von kurfürsten), die wir sonst nur auf gemählden zu sehen gewohnt waren, unter freiem himmel sehr romantisch vorkamen. Göthe 24, 299.
 
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fürstenmäszig, adj.
1) einem fürsten gemäsz, fürstlichem stande gemäsz, fürstlicher würde angemessen, principali dignitati conveniens. Frisch 1, 309b. dann sie waren nit desz reigergeschlechts ...: sonder fürstenmässig, thaten wie die grossen potentaten unnd regenten. Fischart Garg. (1608) Y iiijb.
2) den fürsten ebenbürtig. s. DWB fürstmäszig. was nationen, fürsten und fürstenmäszige schuldner mit einem fond d'amortissement ausrichten, dieses hat die erfahrung als der sicherste lehrmeister dem ländlichen schuldner längst gewiesen. J. Möser patriot. phant. 2, 231 (1778 s. 104). fürstenmäszige personen.
 
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fürstenmäszig, das vom vorigen adj. abgeleitete adv., doch bleibt oft zweifelhaft, ob dieses oder jenes gesetzt ist. nach 1):

ich werde satt und kann mit freunden lachen,
obgleich mein tisch nicht fürstenmäszig prangt.
musz edler wein, den blut und seele fühlen,
den eklen durst allein aus golde kühlen?
Uz (1768) 1, 88 (1755 s. 69).


 
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fürstenmord, m. ein an einem fürsten begangener mord, internecio principis. Stieler 1291.

glaubt: dasz der fürstenmord niemanden rühmlich sey.
Lohenstein Epicharis 21, 577.

der fürstenmord zu Toptschider bei Belgrad am 10. juni 1868, der an dem fürsten Michael Obrenowitsch von Serbien begangene meuchelmord.
Vgl. kaisermord (Beckers weltgesch. 14, 440), königsmord.
 
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fürstenmund, m.: in ein wort aus fürstenmund soll man keinen zweifel setzen dürfen.
 
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fürstenmünze, f. eine münze die ein fürst schlagen läszt, eine mit dem bilde eines fürsten geschlagene münze, nummus ducalis charactere principis signatus. Stieler 1309.

 

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