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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
fürstenleute bis fürstenmädchen (Bd. 4, Sp. 872 bis 873)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) fürstenleute, pl. einem fürsten angehörende leute. als fürstenlûd rëcht wêre. v. j. 1429 bei Haltaus 556.
 
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fürstenlich, adj. was das adj. fürstlich. für dieses gebildet wie fürstenthum (s. d.) für ahd. furistuom, furstuom. mhd.

mîn hërre dër erzbischof
kom ouch mit fürstenlîchen siten
mit mir in mîn hûs geriten. g. Gerh. 3471.

wol bis ins neuhochdeutsche fortdauernd, zumal da sich, wie die stellen aus des Bühelers Diocletianus zeigen, das folgende adv. noch zu anfange des 15. jh. findet.
 
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fürstenlich, adv. was das adv. fürstlich. von dem vorigen adj. abgeleitet. mhd.

daʒ ir vürstenlîche lëbet. Mai 199, 7;

nu was in dër zît ein keiser rîch,
dër hîlt sînen hof sô fürstenlîch. Dioclet. 7554;

wie fürstenlîch stand sîn (des kaisers Titus) hûs! 7568.


da die beiden letzten stellen in das jahr 1412 fallen, wird sich das wort auch wol noch bis in das neuhochdeutsche erhalten haben.
 
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fürstenlichen, adv. was das vorige adv. und, wie dieses, von dem adj. fürstenlich abgeleitet. mhd.

dâ ër sîn vrouwen sitzen lie,
zuo dër ër vürstenlîchen saʒ. Mai 89, 31,

nach der Münchner handschrift. nhd. kein beleg, aber immerhin möglich.
 
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fürstenliebe, f. die liebe zu einem fürsten mit anhänglichkeit an diesen. persönlicher muth ist immer die folge der starken vaterlands- oder fürstenliebe gewesen. Garve anm. zu Cic. de off. 1, 137.
 
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fürstenliebling, m. einer der der liebling eines oder überhaupt der fürsten ist:

wie sie (fräulein Heliane) dort den schlauen
fürstenliebling fängt. ...
durch dies vorgemach
schleicht sie nur dem herzen
seines fürsten nach.
Tiedge frauenspiegel 50.


 
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fürstenlob, n. das lob eines fürsten oder überhaupt der fürsten. überschrift einer ode Klopstocks 2, 11. auf diese geht bei Herder z. sch. lit. u. k. 13, 291 seiner frühen gesinnung fürstenlob ist Klopstock treu geblieben.
 
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fürstenlohn, m. lohn den ein fürst gibt, belohnung von einem fürsten:

wär ich nur erst mit ganzer haut davon,
zurücke brächte mich kein fürstenlohn.
Schiller 579b (Macb. 5, 5);

ich zieh ins feld um himmelsgüter
und nicht um fürstenlohn und ruhm.
Schenkendorf ged. 9.

[Bd. 4, Sp. 873]



 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) fürstenlust, f. die lust eines fürsten, das was einem fürsten eine lust ist, principalis delectatio. Stieler 1187.

wenn ich mich denn solt nun beweibn,
köndt ich kein fürstenlust mehr treibn,
jagn, beitzen, hetzen, rennen, stechn,
thurniren, spiesz und copy brechn.
G. Mauricius comödie vom graf Walter B 2b;

und sieh! bald hinten und bald vorn
stürzt einer todt dahin vom trosz.
»lasz stürzen! lasz zur hölle stürzen!
das darf nicht fürstenlust verwürzen.«
Bürger 70a.


 
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fürstenmacht, f.
1) die dem fürsten als solchem zukommende macht oder obergewalt, die dem fürsten im gebieten so wie in der ausführung und verwirklichung seiner absichten zustehende befugnis, vis principatus:

soll ich an Hassun dich, an jenen herrscher mahnen,
der seine fürstenmacht um ihre pflicht betrog,
als er das blut der unterthanen
für gold in fremde hände wog?
Tiedge markt d. l. 1, 10.


2) das unter dem fürsten als landesherrn stehende kriegsheer des landes.
 
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fürstenmädchen, n. ein mädchen fürstlichen stammes, eine prinzessin:

zu meinem richter wähl ich (die prinzessin Eboli spricht es zu don Karlos) Sie. Sie sind
ein edler mensch — ein mann, sind fürst und ritter,
ich bin verlassen von der ganzen welt,
leibeigen von geburt — ein fürstenmädchen.
Schiller Karlos, in der rhein. Thalia 3, 51 (act 2 auftr. 9).


Vgl. DWB fürstentochter, DWB fürstenkind, DWB fürstenknabe, fürstensohn.

 

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