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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
fürstenleben bis fürstenlob (Bd. 4, Sp. 872)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) fürstenleben, n.
1) das leben eines fürsten oder überhaupt einer fürstlichen person. s. DWB fürst 2). die sich schnäbelnden täubchen

möchten solche seligkeit
nicht dem könig adler geben
für sein ganzes fürstenleben.
J. G. Jacobi 3, 82,

daher manches fürstenleben ein passiver rath von 500 ist. Jean Paul Levana 2, 139, anspielung auf den rath der fünfhundert in Frankreich 1795.
2) ein leben wie es ein fürst hat, ein herrliches glanzvolles leben, vita magnifica. Stieler 1098. ein fürstenleben führen.
 
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fürstenlehen, n.
1) ein von einem kaiser oder könige zu ertheilendes lehen mit hoher würde, als ein herzogthum, ein fürstenthum, eine markgrafschaft, landgrafschaft, grafschaft. s. DWB fürst 8).
2) ein von einem fürsten (im engsten sinne dieses wortes) zu ertheilendes lehen. s. DWB fürst 9).
 
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fürstenleib, m.:

und mancher fürstenleib hüllt nach dem tode
in ambra sich, indesz sein name stinkt.
Blumauer ged. 1, 25.


 
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fürstenleiche, f. die leiche eines fürsten, der leichnam eines verstorbenen fürsten. s. DWB fürst 2) und 9). die zweite lokazion der fürstenleiche ziehe seinen vater noch heute her. Jean Paul Titan 2, 216.
 
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fürstenleute, pl. einem fürsten angehörende leute. als fürstenlûd rëcht wêre. v. j. 1429 bei Haltaus 556.
 
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fürstenlich, adj. was das adj. fürstlich. für dieses gebildet wie fürstenthum (s. d.) für ahd. furistuom, furstuom. mhd.

mîn hërre dër erzbischof
kom ouch mit fürstenlîchen siten
mit mir in mîn hûs geriten. g. Gerh. 3471.

wol bis ins neuhochdeutsche fortdauernd, zumal da sich, wie die stellen aus des Bühelers Diocletianus zeigen, das folgende adv. noch zu anfange des 15. jh. findet.
 
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fürstenlich, adv. was das adv. fürstlich. von dem vorigen adj. abgeleitet. mhd.

daʒ ir vürstenlîche lëbet. Mai 199, 7;

nu was in dër zît ein keiser rîch,
dër hîlt sînen hof sô fürstenlîch. Dioclet. 7554;

wie fürstenlîch stand sîn (des kaisers Titus) hûs! 7568.


da die beiden letzten stellen in das jahr 1412 fallen, wird sich das wort auch wol noch bis in das neuhochdeutsche erhalten haben.
 
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fürstenlichen, adv. was das vorige adv. und, wie dieses, von dem adj. fürstenlich abgeleitet. mhd.

dâ ër sîn vrouwen sitzen lie,
zuo dër ër vürstenlîchen saʒ. Mai 89, 31,

nach der Münchner handschrift. nhd. kein beleg, aber immerhin möglich.
 
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fürstenliebe, f. die liebe zu einem fürsten mit anhänglichkeit an diesen. persönlicher muth ist immer die folge der starken vaterlands- oder fürstenliebe gewesen. Garve anm. zu Cic. de off. 1, 137.
 
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fürstenliebling, m. einer der der liebling eines oder überhaupt der fürsten ist:

wie sie (fräulein Heliane) dort den schlauen
fürstenliebling fängt. ...
durch dies vorgemach
schleicht sie nur dem herzen
seines fürsten nach.
Tiedge frauenspiegel 50.


 
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fürstenlob, n. das lob eines fürsten oder überhaupt der fürsten. überschrift einer ode Klopstocks 2, 11. auf diese geht bei Herder z. sch. lit. u. k. 13, 291 seiner frühen gesinnung fürstenlob ist Klopstock treu geblieben.

 

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