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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
fürstenkriecher bis fürstenleiche (Bd. 4, Sp. 871 bis 872)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) fürstenkriecher, m. einer der sich bei einem fürsten oder bei fürsten mit unterwürfigkeit und niedriger schmeichelei beliebt zu machen sucht. davon ist dann abgeleitet
 
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fürstenkriecherei, f. Böttigers lit. zustände 2, 94.
 
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fürstenkrone, f.
1) die krone überhaupt eines herschers oder einer herscherin. s. DWB fürst 2). fürstencrone. Frisch 1, 309b. fürstenkrone. Nieremberger Ddd 1c. dasz man der fürstenkrone schon früh die dornenkrone unterbettet. Jean Paul (s. Campe 5, 193a);

die mild ist eine perl in seiner (des dänenkönigs) fürstenkrone.
Tiedge markt d. l. 1, 111.


daher dann
2) die fürstenwürde, die herscherwürde, principis dignitas, fastigium ducale. Stieler 1041.
3) die krone eines der unter dem kaiser oder dem könige stehenden groszen des reiches. s. DWB fürst 8).

bin ich mann, ersatz zu leisten
beiden, wenn auf meinem haupt
eine fürstenkrone pranget.
Müllner d. schuld 160.


4) die krone eines fürsten im engsten sinne. s. DWB fürst 9).

und auf dem grabtuch sahe man den stab
der herrschaft liegen und die fürstenkrone.
Schiller 502a (br. v. M.).

die fürstenkrone obenüber im wappen, zum unterschiede von der grafenkrone.
 
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fürstenkurzweil, unverkürzt fürstenkurzweile,f. vergnügliche unterhaltung zum zeitvertreib für einen fürsten. so in den worten zum gefangenen spatz:

auch würd es fürstenkurzweil sein,
liesz ich den kater Lips herein.
Bürger 20b,

in den ged. 1778 s. 127 fürstenkurzweil'.
 
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fürstenland, n. ein land das von einem fürsten regiert wird. s. DWB fürst 2) und 9).

darnach fraw wollust mit der hand
zeigt mir bisz in fünff fürstenland.
H. Sachs I (1590), 300b;

sie lebten in einem glücklichen fürstenlande. Göthe 21, 129.
im besondern führt das land des ehemaligen fürstabtes von Sanct Gallen, wozu namentlich Tablat, Bruggen, Goszau gehören, den namen Fürstenland, woher dann der Fürstenländer, ein bewohner dieses landes, die Fürstenländerin, eine bewohnerin desselben, und fürstenländerlen, sprechen und gekleidet sein wie die Fürstenländer und Fürstenländerinnen. Tobler 203.
 
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fürstenlastergesang, m. schmähgesang oder scheltgesang auf fürsten. fürsten lastergesanck, tragedia. voc. theut. 1482 i 8a. daneben k iiija gedicht das hern schiltet, trageria.

[Bd. 4, Sp. 872]


Schröers vocab. von 1420 nr. 3006 verdeutscht tragedia durch schentlich gesang, und der breviloquus von 1478 fügt, nach Diefenbachs glossar. 369b, jenem tragedia bei regum et magnatum.
 
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fürstenlaune, f. eine laune oder eigenwillige gemüthsstimmung eines fürsten:

der hofmann, den des fürsten laune drückt,
wagts, leise sich ins ohr zu raunen:
»wahrhaftig, dort das thier (ein mülleresel) ist mehr, als ich, beglückt,
es trägt doch säcke nur, und keine fürstenlaunen.«
Tiedge elegieen 1, 209.


 
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fürstenleben, n.
1) das leben eines fürsten oder überhaupt einer fürstlichen person. s. DWB fürst 2). die sich schnäbelnden täubchen

möchten solche seligkeit
nicht dem könig adler geben
für sein ganzes fürstenleben.
J. G. Jacobi 3, 82,

daher manches fürstenleben ein passiver rath von 500 ist. Jean Paul Levana 2, 139, anspielung auf den rath der fünfhundert in Frankreich 1795.
2) ein leben wie es ein fürst hat, ein herrliches glanzvolles leben, vita magnifica. Stieler 1098. ein fürstenleben führen.
 
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fürstenlehen, n.
1) ein von einem kaiser oder könige zu ertheilendes lehen mit hoher würde, als ein herzogthum, ein fürstenthum, eine markgrafschaft, landgrafschaft, grafschaft. s. DWB fürst 8).
2) ein von einem fürsten (im engsten sinne dieses wortes) zu ertheilendes lehen. s. DWB fürst 9).
 
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fürstenleib, m.:

und mancher fürstenleib hüllt nach dem tode
in ambra sich, indesz sein name stinkt.
Blumauer ged. 1, 25.


 
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fürstenleiche, f. die leiche eines fürsten, der leichnam eines verstorbenen fürsten. s. DWB fürst 2) und 9). die zweite lokazion der fürstenleiche ziehe seinen vater noch heute her. Jean Paul Titan 2, 216.

 

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