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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
fürstenhöfling bis fürstenkammer (Bd. 4, Sp. 869)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) fürstenhöfling, m. ein schönthuender, schönredender hofbeamter oder hofmann bei einem fürsten oder einer fürstin: wenn ichs futter bringe, sie (die gefangenen vögel) fressen und heucheln und lügen mir nicht drum, wie fürstenhöflinge. Fr. Müller 3, 65.
 
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fürstenhofmeister, m. einer dem erziehung und unterricht eines prinzen übertragen ist: um den brief unter meinen bruchstücken als einen taschenspiegel für fürstenhofmeister zu reihen. Jean Paul Levana 2, 125.
 
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fürstenhofmeisterschule, f. eine lehranstalt zur bildung von fürstenhofmeistern oder prinzenerziehern: so finde ich den wunsch nicht zu kühn, sondern natürlich, dasz man, wie schulmeisterpflanzschulen, so fürstenhofmeisterschulen, wenigstens éine haben möchte. Jean Paul Levana 2, 128.
 
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fürstenhoheit, f. das der hohen stellung eines fürsten oder einer fürstin eigne auszeichnende achtung gebietende wesen, die hohe fürstliche würde:

die (es ist von reizen die rede) hoher geist und kühner muth erhöhen,
der fürstenhoheit sonnenglanz umstrahlet?
Friedrich Schlegel ged. 113.


 
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fürstenhort, m. der von einem fürsten oder einer fürstlichen person gewährte schutz, auf den man fest vertraut:

auch dasz vom throne fürstenhort
sich nicht für uns verliere,
gibst du dem schach ein gutes wort.
Göthe 5, 43.


in alterthümlichem anstriche könnte das wort auch für »schatz eines fürsten« gesetzt werden.
 
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fürstenhuld, f. die huld, das herablassende zugeneigtsein eines fürsten oder überhaupt einer fürstlichen person, gratia principis. Stieler 852. und musste auch erfaren, das (dasz) fürsten hulde aprillwetter were. Luther 3, 297b, vgl. die stelle unter fürstengnade;

und meine seele weinet freuden,
wenn deine fürstenhuld der armen stadt gewährt,
ihr bethaus besser einzukleiden.
Karschin ged. (1764) s. 264.


 
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fürstenhut, m. ehedem ein als zeichen der fürstlichen würde, später nur noch bei feierlichen gelegenheiten getragener meistens rother mit hermelin ausgeschlagener hut. s. Adelung 2 (1775), 365. zur höhe, stolzer adler! dir winken fürstenhüte und kronen. Fr. Müller 3, 202; der kaiser mag ihm einen fürstenhuth anbiethen. Veit Weber sagen d. v. 6, 32; wobei sein (des prinzen) verzogener name mit dem fürstenhute durchscheinend glänzen sollte. Göthe 18, 268;

sie theilen
dort an der tafel fürstenhüte aus.
Schiller 351a (die Piccol. 4, 1);

und schneidets (das land) in würdige portionen
zu fürstenhüten und königskronen.
Kl. Schmidt kom. dicht. 349;

von dem einen kopf zum andern
sah ich fürstenhüte wandern.
Tiedge markt d. l. 1, 112.

den fürstenhut erhalten, in den fürstenstand erhoben, zum fürsten ernannt werden. diese redensart ist auch noch heute üblich, trotzdem dasz der fürstenhut auszer brauch ist und nur noch auf wappen vorkommt, auf denen unabhängiger (souveräner) fürsten in einer offenen krone. Vgl. DWB doctorhut.
 
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fürstenianer, m. ein anhänger eines fürsten oder von fürsten. ein von Jean Paul mit halb lateinischer ableitung gewagtes gebilde: alle kurfürstenianer und fürstenianer. kom. anhang zum Titan 1, 80.
 
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fürstenin, bei Nasus Nasenesel 48a, s. fürstin.
 
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fürstenjugend, f. die jugendzeit eines fürsten oder prinzen: nur bewachen Sie ihn (den zur erziehung anvertrauten prinzen) so lange, bis die gewöhnlichen sukzessionpulver der fürstenjugend vor ihm vorüber gegangen sind, z. b. die hauptstädte der groszen tour, ein paar weiber mittlern alters und die volljährigkeit. Jean Paul Levana 2, 140.
 
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fürstenkammer, f. die verwaltende und die einkünfte besorgende behörde eines fürsten:

[Bd. 4, Sp. 870]


Smeckel könnte wol sein lauffen
fürstenkammern hoch verkauffen,
wann sein fusz sich könnte regen,
wie sich kan sein zahn bewegen.
Logau 1, 154, 63.

 

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