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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
fürstenhimmel bis fürstenin (Bd. 4, Sp. 868 bis 869)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) fürstenhimmel, m. bildlich ein himmel an dem die fürsten als sterne glänzen.

Carl (kaiser Karl VI.), unser held und herr, und schutzgott teutscher gräntzen,
musz, weil (so lange als) ein stern noch brennt, am fürstenhimmel
gläntzen.
Günther 375.


 
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fürstenhof, m.
1) der palast eines fürsten oder einer fürstin, ein fürstliches schlosz, aula principis. aula, ain sal oder fürstenhof. vocabula pro juventute schol. 16c. s. unter fürstenhaus 1) die stelle aus Frisius und Maaler. fürstenhof. Henisch. Schottelius 514b. Stieler 844. Kirsch. Steinbach. Matthiä. Hederich. Nieremberger. Bauer. an künig oder fürsten höfen. Schade sat. u. pasqu. 2, 45;

oft macht der wahren ruh die hinderliche menge
im prächtigen tumult den fürstenhof zu enge.
Dusch verm. werke 452.


2) der gesammte hof eines fürsten oder einer fürstin, d. h. der fürst oder die fürstin mit den hofbeamten, den hofleuten: alle reichsstette, fürstenhöfe schreiben nach der sechsischen und unsers fürsten cantzeley. Luther tischreden (1568) 432a;

die land hin und herwider schawen,
die fürstenhöf und königreich.
H. Sachs III (1588). 2, 91c;

[Bd. 4, Sp. 869]


es pfleget aber bei den fürstenhöfen also zuzugehen, dasz die fuchsschwänzer grosz und gemein sein. Schweinichen 1, 347;

du (die langeweile ist angeredet) präsidirst bey allen festen,
die man an fürstenhöfen hält.
Blumauer ged. 1, 124;

geöffnet hat sie (die herzogin) ihren fürstenhof
zu Brüssel allen kämpfenden parteien,
und zu vermitteln ist ihr schönster ruhm.
Schiller 680a.


3) auch der fürstenhof kürzer für »gasthof zum fürstenhof«.
 
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fürstenhöfling, m. ein schönthuender, schönredender hofbeamter oder hofmann bei einem fürsten oder einer fürstin: wenn ichs futter bringe, sie (die gefangenen vögel) fressen und heucheln und lügen mir nicht drum, wie fürstenhöflinge. Fr. Müller 3, 65.
 
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fürstenhofmeister, m. einer dem erziehung und unterricht eines prinzen übertragen ist: um den brief unter meinen bruchstücken als einen taschenspiegel für fürstenhofmeister zu reihen. Jean Paul Levana 2, 125.
 
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fürstenhofmeisterschule, f. eine lehranstalt zur bildung von fürstenhofmeistern oder prinzenerziehern: so finde ich den wunsch nicht zu kühn, sondern natürlich, dasz man, wie schulmeisterpflanzschulen, so fürstenhofmeisterschulen, wenigstens éine haben möchte. Jean Paul Levana 2, 128.
 
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fürstenhoheit, f. das der hohen stellung eines fürsten oder einer fürstin eigne auszeichnende achtung gebietende wesen, die hohe fürstliche würde:

die (es ist von reizen die rede) hoher geist und kühner muth erhöhen,
der fürstenhoheit sonnenglanz umstrahlet?
Friedrich Schlegel ged. 113.


 
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fürstenhort, m. der von einem fürsten oder einer fürstlichen person gewährte schutz, auf den man fest vertraut:

auch dasz vom throne fürstenhort
sich nicht für uns verliere,
gibst du dem schach ein gutes wort.
Göthe 5, 43.


in alterthümlichem anstriche könnte das wort auch für »schatz eines fürsten« gesetzt werden.
 
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fürstenhuld, f. die huld, das herablassende zugeneigtsein eines fürsten oder überhaupt einer fürstlichen person, gratia principis. Stieler 852. und musste auch erfaren, das (dasz) fürsten hulde aprillwetter were. Luther 3, 297b, vgl. die stelle unter fürstengnade;

und meine seele weinet freuden,
wenn deine fürstenhuld der armen stadt gewährt,
ihr bethaus besser einzukleiden.
Karschin ged. (1764) s. 264.


 
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fürstenhut, m. ehedem ein als zeichen der fürstlichen würde, später nur noch bei feierlichen gelegenheiten getragener meistens rother mit hermelin ausgeschlagener hut. s. Adelung 2 (1775), 365. zur höhe, stolzer adler! dir winken fürstenhüte und kronen. Fr. Müller 3, 202; der kaiser mag ihm einen fürstenhuth anbiethen. Veit Weber sagen d. v. 6, 32; wobei sein (des prinzen) verzogener name mit dem fürstenhute durchscheinend glänzen sollte. Göthe 18, 268;

sie theilen
dort an der tafel fürstenhüte aus.
Schiller 351a (die Piccol. 4, 1);

und schneidets (das land) in würdige portionen
zu fürstenhüten und königskronen.
Kl. Schmidt kom. dicht. 349;

von dem einen kopf zum andern
sah ich fürstenhüte wandern.
Tiedge markt d. l. 1, 112.

den fürstenhut erhalten, in den fürstenstand erhoben, zum fürsten ernannt werden. diese redensart ist auch noch heute üblich, trotzdem dasz der fürstenhut auszer brauch ist und nur noch auf wappen vorkommt, auf denen unabhängiger (souveräner) fürsten in einer offenen krone. Vgl. DWB doctorhut.
 
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fürstenianer, m. ein anhänger eines fürsten oder von fürsten. ein von Jean Paul mit halb lateinischer ableitung gewagtes gebilde: alle kurfürstenianer und fürstenianer. kom. anhang zum Titan 1, 80.
 
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fürstenin, bei Nasus Nasenesel 48a, s. fürstin.

 

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