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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
fürstengnade bis fürstenhain (Bd. 4, Sp. 865 bis 867)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) fürstengnade, f. von einem fürsten zu theil werdende oder gewordene gnade: denn heute freund, morgen feindt, und wie

[Bd. 4, Sp. 866]


man in sonderheit von fürsten sagt: fürsten gnad aprill wetter. Luther 3, 297d, also fürstengnade, aprilwetter sprichwort;

(dein wissen) das nicht so ohne müh die schwämme aufgeschossen,
und nur an einem dunst von fürstengnade hieng.
Menantes academ. nebenstunden (1726) s. 289;

es steige, wer da will, durch list und schmeicheleien,
den glatten weg des hofs zur fürstengnad empor!
Mahlmann ged. 18.


 
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fürstengold, n. einem fürsten oder einer fürstlichen person zugehöriges oder von jenem oder dieser herrührendes gold:

so wie Ihr (eine fürstin ist angeredet), Ihr fürstengold
haupt und gliedern, heil und hold
gabt durch den vermählungsring,
den mein printz von Euch empfieng.
Logau 2, 28, 3.

fürstengold umschimmert
in geschmückten hallen
seine scheitel nicht.
Denis an Gleim, in Matthissons lyr. anthol. 20, 11.


 
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fürstengrab, n. das grab eines fürsten oder einer fürstlichen person: lag als handwerkbursch am fürstengrabe. Jean Paul Titan 5, 31.
 
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fürstengroll, m. ein groll den ein fürst oder überhaupt eine fürstliche person auf jemand oder auf andre personen hat:

o Nantchen, Nantchen! alles blut
musz mit der gall ein herz durchwühlen,
wenn fürstengroll und übermuth
mit menschen wie mit fliegen spielen.
Göckingk im alm. d. d. mus. 1776 s. 208, darauf i. d. liedern zw. lieb. s. 91 (53).


 
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fürstengroschen, m. eine thüringische von dem landgrafen Balthasar seit 1397 geschlagene münze, die den werth von zwei silbergroschen hatte.
 
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fürstengrösze, f. die grösze eines fürsten, d. h. das emporragen desselben in seiner würde durch macht, geist oder thaten, das was einen fürsten grosz macht, ihn vor andern erhöht: die gesinnung, die Klopstock über fürstengrösze, kriegergrösze, eroberergrösze, von seinen jugendjahren an geäuszert hat. Herder z. sch. lit. u. k. 13, 292;

bürgerglück
wird dann versöhnt mit fürstengrösze wandeln.
Schiller 279a (Karl. 3, 10).


 
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fürstengruft, f. eine gemeinsame begräbnisstätte verstorbener fürsten oder fürstlicher personen, ein grabgewölbe zur beisetzung fürstlicher leichen. die fürstengruft, ein gedicht von Schubart, s. dessen ged. 2, 73 und fürstentrümmer, wo der anfang dieses gedichtes. auch: die gruft blosz eines fürsten.
 
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fürstengunst, f. die gunst eines fürsten oder überhaupt einer fürstlichen person oder fürstlicher personen, fürstliche gunst:

den fürsten- oder pöbelgunst,
den furcht und hoffnung nicht bethöret. aus
Weckherlins ged. bei
Herder z. sch. lit. u. k. 13, 209;

der thor sucht ...
in todten schätzen trost und heil in fürstengunst.
Hagedorn (1764) 1, 33;

dieser kleine witz, den die natur
zu gespräch und liedern mir verliehen,
mag sich nie um fürstengunst bemühen.
Klamer Schmidt verm. ged. 1, 20;

denn es ist mit der kunst
wie mit der tugend: wer nicht beide
um ihrer willen liebt, nur liebt um fürstengunst,
der fühlt ihr äuszres nur.
Göckingk 2, 131;

wie? oder sieht sein stolz, von fürstengunst genähret,
die sklavinn nur in mir?
Gotter 2, 118;

die herzogin Libussa begabte sie mit allen ehrenzeichen der fürstengunst. Musäus volksm. (1787) 3, 70; haben Sie wohl genau überdacht, dasz nichts unsicherer ist, als fürstengunst, vornämlich eines so jungen, flüchtigen, lockern fürstensohnes, wie dieser. Kretschmans fam. Eichenkron 54;

dich siehet man ...
... buhlen um die fürstengunst, indesz
dein vaterland von schwerer geisel blutet.
Schiller 525a (Tell 2, 1);

der dienst der freiheit ist ein strenger dienst,
er trägt nicht gold, er trägt nicht fürstengunst.
Uhland Ernst 103.


 
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fürstengut, n.
1) eine einem fürsten, einer fürstin oder überhaupt einer fürstlichen person zugehörige sache. fürstengut geht frei, entrichtet keinen zoll (Campe 2, 204a); doch erkennt der jetzt bestehende deutsche zollverein diesen sprichwörtlich gewordenen satz nicht mehr an.
2) etwas das einen fürsten, eine fürstin oder überhaupt eine fürstliche person geistig auszeichnet:

[Bd. 4, Sp. 867]


disz lichte sternenkind (die klugheit ist gemeint), der engel wahre braut,
der gottheit heller strahl, die sonne der gemüther,
hebt ihrer strahlen gold vor alle fürstengüter,
die dir (herzog Anton Ulrich zu Braunschweig ist angesungen), erlauchtester, der himmel hat vertraut. J. F. K. in von Hoffmannswaldau u. anderer ged. 1 (1695), 190.


3) liegendes besitzthum eines fürsten oder eines fürstlichen hauses, kammergut, domäne. Campe a. a. o. und verdeutschungswb. 272a. nach anführung an dem letzten orte scheint das, wie die eben angeführte stelle zeigt, bereits im 17. jh. vorkommende wort für franz. domaine zuerst von Campe vorgeschlagen.
 
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fürstengüte, f. die güte eines fürsten oder einer fürstlichen person:

gute fürsten, (o wäre fürstengüte
gnug, zu retten die welt!) ihr Maximiliane.
Herder z. sch. lit. u. k. 15, 262.


 
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fürstenhain, m. ein fürstlicher lustwald oder fürstliches lustwäldchen:

nicht weit von Neros sitz in einer landschaftsszene
lag eine mühl am bach in einem fürstenhain.
Tiedge elegieen 1, 208.

 

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