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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
fürstengeltung bis fürstengnade (Bd. 4, Sp. 865)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) fürstengeltung, f. die hohe geltung eines fürsten, der hohe rang oder die hohe würde desselben. furstengeltung oder heiligenfurstengeltung, principatus. voc. theut. 1482. i 7a.
 
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fürstengemüth, n. das gemüth eines fürsten. dieses erhaben gestimmte fürstengemüth. W. E. Weber in den blättern für liter. unterhaltung 1846 s. 163.
 
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fürstengenosse, m.
1) im ehemaligen deutschen reich ein prinz der bei der theilung nicht das fürstenthum erhält, also nicht regierender landesfürst oder reichsfürst wird, sondern sogenannter schlechter fürst bleibt. Schottelius 426. 415a.
2) einer der einem fürsten gleichsteht oder auch gleichgeachtet wird.
 
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fürstengenosz, m. was fürstengenosse. in dessen erster bedeutung: fürstengenosz, principali dignitate coruscans. Stieler 1353. in der zweiten bedeutung:

wann der bur zum danze gat,
so dunkt er sich fürsten genosz.
Uhland volksl. 340, 4.


 
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fürstengeschäft, n.
1) das was ein fürst als solcher zu thun hat.
2) ein amtsgeschäft, eine amtliche angelegenheit bei einem fürsten in dessen dienste. fürstengeschäfte, herrn- et hofgeschäfte, ministerium, officia aulica. Stieler 1713.
 
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fürstengeschenk, n.
1) ein geschenk von einem fürsten. Logau 2, 32, 14. fürstengeschenke. Stieler 1760.
2) ein geschenk für einen fürsten.
 
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fürstengewalt, f.
1) die einem fürsten zustehende gewalt: so unterhielt er ihn ... von dem werthe seiner religion in rücksicht auf regierung und fürstengewalt. Klinger 10, 105; durch erwerbung der fürstengewalt hatten sich einige geschlechter des adels vor den andern emporgeschwungen. Bluntschli staats- u. rechtsgesch. der stadt und landschaft Zürich 1, 183.
2) eine von einem fürsten mit willkür ausgeübte gewalt, besonders wenn sie drückend ist: wenn erst alle bürger als gleichgemessene einzelwesen neben einander gestellt wären, ... dann würde das reich der vollkommnen glückseligkeit kommen, das bis jetzt durch priestertrug und fürstengewalt ... verzögert worden sey. Becker weltgesch. 12, 77.
 
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fürstenglanz, m. glanz in dem ein fürst sich zeigt, mit der fürstlichen würde verbundener glanz, fürstlicher glanz:

du lernst das wol des vaterlands
beim spiel nicht und beim scherz!
veracht, o Schweizer! fürstenglanz
und lust bei nahem schmerz.
Lavater Schweizerlieder 367;

geraubt, (verlor) die krone ihren fürstenglanz.
A. W. Schlegel Shaksp. Richard d. dritte 4, 4;

o wahrlich, nie in deinem fürstenglanz
erschienst du mir so herrlich, so erlaucht.
Uhland Ernst 65;

sieh! da stellt wiederum Avar
sich in noch höherm glanz, im fürstenglanze dar.
Tiedge markt des lebens 1, 99.


 
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fürstengleich, adj. mit dem, was fürsten eigen ist oder wie es bei fürsten ist, ganz übereinstimmend.

und wenn ihr auch
in fürstengleicher pracht, mit stolzen rossen
hin zum pallast des königs durch die straszen
Neapels fliegt.
Houwald das bild (1822) 44.


 
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fürstenglück, n. das glück eines fürsten oder von fürsten, glück wie es fürsten haben. fürstenglück, principalis fortuna. Aler. Kirsch 2, 126a und danach Matthiä (1761) 2, 161a.

(am gruftgewölbe) wo des todes odem dumpfig säuselt,
schauerluft die starren locken aufwärts kräuselt,
sing ich — fürstenglück.
Schiller anthol. 1782 s. 164.


 
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fürstengnade, f. von einem fürsten zu theil werdende oder gewordene gnade: denn heute freund, morgen feindt, und wie

[Bd. 4, Sp. 866]


man in sonderheit von fürsten sagt: fürsten gnad aprill wetter. Luther 3, 297d, also fürstengnade, aprilwetter sprichwort;

(dein wissen) das nicht so ohne müh die schwämme aufgeschossen,
und nur an einem dunst von fürstengnade hieng.
Menantes academ. nebenstunden (1726) s. 289;

es steige, wer da will, durch list und schmeicheleien,
den glatten weg des hofs zur fürstengnad empor!
Mahlmann ged. 18.

 

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