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fürstendienst bis fürstenerz (Bd. 4, Sp. 863)
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[Bd. 4, Sp. 863]


Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) fürstendienst, m.
1) dienst bei und unter einem fürsten, besonders wenn er in hohen ämtern stattfindet.

zum fürstendienst erzogen.
Wieland Oberon 8, 16.


2) ein im dienst eines fürsten oder auch von fürsten stehender, ein diener eines fürsten oder von fürsten, ein fürstendiener. vgl. DWB dienst 7.

mhd. ich bin vürsten dienest, ûf gnâden lied ich singe. MSH. 3, 103b, 4 = altmeistergesangbuch 44a, 1228.


 
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fürstendruck, m. der druck der fürst (fürste), d. h. des obertheiles oder der decke eines unterirdischen grubenbaues, weshalb sie durch zimmerung, d. h. holzwände, gehalten oder gestützt werden musz. das wort wird nur in der bergmännischen redensart es ist fürstendruck in dieser grube gebraucht. ü steht hier für i, denn die eigentlich richtige schreibung ist firstendruck. s. Scheuchenstuel 76 und vgl. DWB fürst oben sp. 850.
 
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fürsteneck, n., da und dort in städten besonderer name eines ein eck bildenden hauses, wol weil an demselben das bild eines fürsten sich als zeichen befand oder nach einer andern beziehung auf fürsten. von einem anderen alten privathause (zu Frankfurt am Main), dem fürsteneck, welches schon 1424 so benannt war, weisz man nicht, wer es erbaut hat. G. L. Kriegk in der didaskalia 1868 nr. 252.
 
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fürstenehe, f. die ehe eines fürsten, oder auch die ehe fürstlicher personen mit einander.

auch jetzund springen wir (es redet ein Lappländer) im schnee
zu ehren dieser fürsteneh. Marperger küch- u. kellerdictionar. 708a;

der fürst warf einen ernsten blick auf Warneken und Wallenbergen, ... welche man öffentlich als die störer einer vormals glücklichen fürstenehe nannte. Ernst Wagner d. reis. maler 1, 161.
 
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fürstenehre, f. die ehre mit dem hohen gefühle für dieselbe, wie man jene und dieses bei einem fürsten oder überhaupt einer person fürstlichen standes gewahrt erwartet

wie, edler herzog? konntet Ihr so sehr
der scham absagen und der fürstenehre,
in jene hand, die Euren vater mordete,
die Eurige zu legen?
Schiller 461b (j. v. Orl. 2, 2);

sie ist unschuldig — ich verbürge mich,
ich selbst für sie mit meiner fürstenehre! 479b (4, 11);

nähmet ihr die leere,
kalte fürstenehre,
nähmt ihr sie dahin.
Tiedge frauenspiegel 37;

der (der geiz) sprach von fürstenehre,
und nicht von fürstenpflicht,
der nannte seine heere
und nicht sein recht gewicht.
Schenkendorf poet. nachlasz 106.


 
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fürsteneinbruch, m. was fürstenbruch (s. d.). eigentlich firsteneinbruch (Scheuchenstuel 62).
 
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fürstenengel, m. ein engel der über einem fürsten oder über fürsten wacht und sie schützt. reichs- sive fürstenengel, genius imperii et principis. Stieler 381. vgl. DWB staatsengel.
 
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fürstenerbe, n. das was einem fürsten als erbe von seinen vorfahren zukommt. sein fürstenerbe ist der ruhm seiner väter.
 
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fürstenerbfeind, m. einer auf den die feindschaft gegen fürsten von seinem vater oder seinen vorvätern übergeht: den kammerherrn, bei dem er sich zuletzt für einen fürstenerbfeind ausgeben wollte, besser auszuholen. Jean Paul Hesperus 2, 71.
 
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fürstenerbtheil, m. und n. ein einem fürsten als solchem zufallender oder zufallendes erbtheil:

der eroberung erste beut ersah er sich,
weil da sein fürstenerbtheil sicher liegt.
Herder geist der ebr. poesie 2, 220,

nach 5 Mos. 33, 20f. übrigens ist fürst in der zusammensetzung, wie sie hier die stelle hat, von einem stammesfürsten zu verstehn. vgl. DWB fürst 1).
 
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fürstenerz, n. ein in einer fürst vorkommendes erz. s. DWB fürst oben sp. 850. richtiger firstenerz. vgl. Scheuchenstuel 76.

 

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