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fürstenbrauch bis fürstenburg (Bd. 4, Sp. 861 bis 862)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) fürstenbrauch, m. die weise wie fürsten zu thun pflegen oder wie sie bei fürsten üblich ist:

das werkzeug deiner laune ruhte
im trocknen dintenfasz, nach weiland fürstenbrauch.
Gotter 1, 245.


Vgl. DWB fürstenart, DWB fürstensitte.
 
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fürstenbraut, f.
1) die braut eines fürsten:

dankenswerth
ist alle gift, von ihrer (der götter) hand beschert,
der traurigste von allen nebeltagen
so gut, als wie der tag, der auf dem sonnenwagen,
wie eine fürstenbraut, besteckt mit blumen, fährt!
Klamer Schmidt poet. br. 131,

der treulos meiner gluth vergessen,
mein diadem verschmähte,
ein tugendbleiches kind mir vorgezogen,
statt königlich die fürstenbraut zu wählen
und stolz in meinem sonnenglanz zu strahlen.
Friedrich Schlegel ged. 130;

wir sahn sie (die fürstin) kaum, und unwillkührlich bogen
sich unsre knie der holden fürstenbraut.
Gries ged. 1, 149;

in dieses fensters bogen
stand manche fürstenbraut.
Schenkendorf ged. 94.


2) eine braut fürstlichen standes. der alte zorn über die stolze verweigerung der fürstenbraut wurde befriedigt. J. Paul.
 
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fürstenbreve, n. ein breve, d. h. blosz mit dem fischerringe besiegeltes päpstliches schreiben, an einen fürsten oder überhaupt an fürsten. die päpstliche nuntiatur hat durch französische blätter einen brief des secretärs der fürstenbreves bezüglich der von französischen klerikern aus anlasz des concils direct an den papst gerichteten adressen veröffentlicht. ein solcher vorgang widerstreitet dem französischen staatsrecht. Augsburger allgem. zeit. 1870 s. 2801a. unter jenem päpstlichen secretär ist der secretarius literarum ad principes gemeint.
 
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fürstenbrief, m.
1) eine von einem fürsten ausgestellte öffentliche urkunde. fürstenbrieff, literae publicae, diplomata. Henisch 507, 45. wie man zu hof zu sagen pflegt: fürstenbrieff sol man dreymal lesen. Luther tischreden 155a, d. i. um sie recht zu verstehn. diese sprichwörtliche redensart hat auch Henisch 508, 25, und ihre eben beigesetzte erklärung ergibt sich aus dem von diesem 507, 46 angeführten sprichwörtlichen fürstenbrieffe sind dunkel zu lesen.
2) ein von einem fürsten verfaszter brief an jemand. Augsburger allgem. zeitung 1868 s. 4386a.
 
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fürstenbrötchen, n. eine art feiner mürber brötchen.
 
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fürstenbruch, m. bergmännisch ein in einer fürst (fürste), d. h. dem obertheil oder der decke eines unterirdischen grubenbaues, entstandener bruch, der leicht stattfindet, wenn jene decke locker, leicht ablöslich u. s. w. ist. mit ü für i (s. DWB fürst oben sp. 850), denn eigentlich firstenbruch. vgl. Scheuchenstuel 75.
 
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fürstenbruder, m. ein bruder eines fürsten. aber auch allgemein bruder der fürsten, in so fern menschen brüder werden:

[Bd. 4, Sp. 862]


bettler werden fürstenbrüder,
wo dein (der freude) sanfter flügel weilt.
Schiller an die freude str. 1 in der rhein. Thalia 2, 1. später geändert in

alle menschen werden brüder.


 
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fürstenbrunne, heute fürstenbrunnen,m., kommt mehrfach als name eines brunnens vor. derselbe ist aus irgend einem grunde nach einem fürsten oder nach fürsten gegeben.
 
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fürstenbund, m. eine vereinigung von fürsten unter einander zu einem bunde. Bauer deutsch- lat. lex. (1798) 1083. wenn ... ein gleich- und nachzeitiger fürstenbund eben so den groszen tempelbau der menschheit, tempel auf tempel thürmend, fortgeführt hätte? Jean Paul Levana 2, 137. der deutsche fürstenbund, der durch Friedrichs des groszen thatkräftiges wirken gestiftete, am 27. juli 1785 zunächst mit Sachsen und Hannover geschlossene, später durch den beitritt anderer deutschen fürsten vergröszerte bund gegen die erweiterung der habsburg-lotharingischen hausmacht durch kaiser Joseph den zweiten. der rheinische fürstenbund oder der Rheinbund, durch kaiser Napoleon am 12. juli 1806 gestiftet.
 
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fürstenbündner, m. einer der einen fürstenbund betreibt, für einen solchen wirkt. auch einer der einem fürsten verbündet ist d. h. dessen liebe und ganzes vertrauen besitzt. wer es irgend für unmöglich hält, zugleich den staatmann und kameralisten und gesandten und königliebling und den ächten religiosisten und wahrheit- und landesfreund und sogar den glücklichen in éiner person zu verknüpfen: der hat nie aus seinem herzen in die geschichte hineingeblickt. darin steht ein solcher selbstchorist und fürstenbündner, Sully. Jean Paul dämmerungen 75.
 
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fürstenburg, f. eine einem fürsten gehörende burg, eine fürstliche burg, eine burg in welcher ein fürst zuweilen sein hoflager hat. die Wartburg ist eine fürstenburg. Vgl. DWB fürstenschlosz.

 

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