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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
fürstenbefehl bis fürstenblut (Bd. 4, Sp. 860)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) fürstenbefehl, m. ein von dem fürsten erlassener befehl. Logau 2, 62, 48.
 
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fürstenberger, m. wein bei der unweit Bacharach gelegenen burg, seit 1689 ruine Fürstenberg gewachsen. ehemals sehr geschätzt:

ein Fürstenberger kumpt hernach,
tht auff dem Rein her faren,
derselbig wechst zu Bacharach,
gott wöll jn wol bewaren,
das (dasz) jm keyn unglück widerfar. reutterliedlin, Frankfurt a. M. bei Christ. Egenolff 1535, nr. 4.


 
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fürstenbesuch, m. 1) ein besuch den ein fürst macht. 2) ein besuch der bei einem fürsten gemacht wird.
 
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fürstenbett, n. das bett eines fürsten oder überhaupt einer fürstlichen person:

das feber steigt in fürstenbette
und betlersstat alsz in die wette.
Opitz Arcadia (1643) 216.


 
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fürstenbild, n. das bild eines fürsten oder einer fürstlichen person:

hier sitz ich an dem alten schlosz (im Heidelberger schlosz garten) ...
die fürstenbilder schaun und schweigen.
Gries ged. 1, 157.


 
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fürstenbinde, f. eine binde die zum zeichen der fürstlichen würde um das haupt oder die stirne gewunden ist, ein fürstliches diadem:

(ich) will die stirn ihr (Elviren) zieren
mit der fürstenbinde,
ihren schlanken leib
mit dem purpur schmücken.
Müllner schuld 161.


 
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fürstenbirn, unverkürzt fürstenbirne,f. ein art vorzüglicher, zuckersüszer sommerbirnen, der bergamotte gleichend, tiefäugig, auf der sonnenseite schön roth punctiert, auf der andern dagegen grau, im zustande der reife, die im august eintritt, gelb. Weber ökonom. lex. 174b. in manchen gegenden wird unter fürstenbirn auch eine andere edle birnart verstanden. s. Campe 203b. engl. the prince pear. Nemnich 5, 174. Vgl. DWB fürstenapfel.
 
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fürstenbischof, m. was heute fürstbischof (s. d.) er meinet aber nicht fürstenbischove, noch schlosbischove, sondern kirchenbischove. Luther vermanung an die geistlichen (Wittemberg 1530) Gijb; da noch kein weyhbischoff noch fürstenbischoff, sondern eitel pfarrher waren. dessen von der winckelmesse (Wittemb. 1533) Lja. s. Ph. Dietz 758b f.
 
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fürstenblick, m. ein blick eines fürsten:

glüh entgegen
Phöb-Apollen:
kalt wird sonst
sein fürstenblick
über dich vorübergleiten.
Göthe 2, 72.

im besondern: der gebietende blick eines fürsten.

dir legt kein fürstenblick die güldnen fessel (so steht da) an.
Canitz 126;

ein fürstenblick ist schon eine that: ein fürst hat also die wahl, ob er den ganzen tag ermorden oder beleben will. Jean Paul Levana 2, 157.
 
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fürstenblicken, n. das blicken eines fürsten wohin oder worauf:

thut ein gesezter geist,
was recht und tugend heist,
so kan noch pöfelswutt
die böses heist und thut,
noch saures fürstenblicken
den steiffen sinn verrücken.
v. Abschatz glüchwünschungen 180.


 
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fürstenblut, n.
1) blut eines fürsten, überhaupt blut von fürsten:

theurer stamm von alten helden, ...
wann dein kühnes fürstenblutt für das heyl der christenwelt
für des Rheinstroms sicherheit kämpffend in den sand verfällt.
Abschatz glückw. 13;

sie (die gräfin Katharina von Schwarzburg) selbst begibt sich wieder nach dem saale, wo die fürsten noch bei tische sitzen .... »das wollen wir doch sehen«, antwortete sie aufgebracht. »meinen armen unterthanen musz das ihrige

[Bd. 4, Sp. 861]


(das geraubte vieh) wieder werden, oder, bei gott! .... fürstenblut für ochsenblut!« Schiller 1079b;

fürstenblut geflossen
in der Lütznerschlacht.
Schenkendorf ged. 25.


2) blut in adern durch das die person einem fürstlichen stamm angehört, fürstliches geblüt, fürstliche herkunft:

dasz niedriges geblüte
auff hohen stühlen sitzt, und gehet in der mitte
und fährt mit sechsen her, verachtet fürstenblut.
Logau 2, 15, 38;

secretair. (der herzog) versöhnt sich mit dem könig
und macht sichs zur bedingung: dieses kind (eine natürliche
tochter)
als fürstin seines stamms erklärt zu sehn.
hofmeisterin. und gönnt ihr dieser köstlichen natur
vom fürstenblute nicht das glück des rechts?
Göthe 9, 283 (d. nat. tocht. 2, 1);

in Elvirens adern rollt
fürstenblut.
Müllner d. schuld 160.

 

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