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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
fürsten bis fürstenauge (Bd. 4, Sp. 859)
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[Bd. 4, Sp. 859]


Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) fürsten, in beziehung auf einen wald, eine waldanlage: sie bewachen, schützen. auch forsten (s. d.), försten (weisth. 4, 546). abgeleitet von forst. vgl. DWB fürste, waldbewachung, waldschutz, neben förste, und fürster neben förster. mit acc.: hat auch he ader keyn man geleyde adder fischwasser adder gefurste welde im gericht, die sal man yme lassen. weisth. 3, 361 = zeitschrift des vereins für hess. gesch. 2, 257; auch ist besaget, wer gefurste walde habe in dem gericht zu Luternbach, lasset er die kohlen adder abhawen, darnach sal er sie hegen. 363 (258). oder mit gen.: auch sal der foit des holtzes nicht forsten, er ensehe denn einen fremden mann drynen hauwen, den sal er phenden. ebenda (259).
 
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fürsten, n. der substantivisch gesetzte infinitiv der beiden vorhergehenden verba.
 
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fürstenadel, m. 1) der fürstenrang, die fürstenwürde, ducalis dignitas. 2) ein fürstlicher stammbaum, stemma principum.
beides bei Stieler 20.
 
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fürstenadler, m. ein, wie ein adler in seinem fluge, hoch emporstrebender junger fürst oder prinz: sondern der deutsche herzensernst zeige dem jungen fürstenadler seine flügel und seine berghöhe und seine sonne. Jean Paul Levana 2, 137.
 
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fürstenamt, n. das was einem fürsten als herscher zu thun obliegt.
 
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fürstenapfel, m. eine art sogenannter rippenäpfel, etwas länglich, nach oben schmäler zulaufend, doch um das auge stark gestaltet, tiefgestielt, zur zeit der reife auf der sonnenseite goldgelb, auf der andern hellgelb, überhaupt zart braun punctiert, und von angenehm säuerlichsüszem geschmacke. Weber ökonom. lex. 174a b. franz. pomme de prince, woher der deutsche name. Nemnich 5, 174. vermuthlich wurde der apfel als beliebter tafelapfel eines fürsten angesehen. ein ähnlicher vortreflicher gewürzhafter apfel mit streifiger schale wird in der Wetterau herrenapfel genannt. Vgl. DWB fürstenbirn.
 
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fürstenarbeit, f. bergmännisch die arbeit an der »fürst« (s. d. oben sp. 850). die arbeit auf dem gestein ist füglich in vier arten einzutheilen als 1) die arbeit vor örtern, 2) die in absinkung der schächte und bei dessen abteufen, 3) die auf strossen und 4) die fürstenarbeit mit über sich brechen. bericht vom bergbau. Freiberg 1769, s. 41. mit ü für i; in richtiger schreibung firstenarbeit.
 
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fürstenart, f. art und weise wie fürsten zu thun oder zu handeln pflegen, ut principes solent. Stieler 58.
 
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fürstenau, unverkürzt fürstenaue,f. eine aue als fürstlicher aufenthalt oder fürstliches gut. dann name eines dahin gebauten schlosses oder ortes. Fürstenau, nahme unterschiedener örter, Furstenavia. Hederich (1753) 993 und danach Nieremberger Ddd 1c.
 
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fürstenaufwartung, f.
1) die aufwartung (audienz) bei einem fürsten.
2) die aufwartung von fürsten bei einem höheren, einem über ihnen stehenden. die fürstenaufwartung in Indien.
 
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fürstenauge, f.
1) das auge eines fürsten:

auf einer grünen matte,
die tief im holze lag, sah er (ein persischer kalif ist gemeint) mit leisem graus,
was wenig fürstenaugen sahen,
ein angefülltes beinerhaus.
Pfeffel 3, 19,

so wird die gröszere zahl der staatsbürger künftig in dem fürstenauge bald den hirschköpfen in Fontainebleau ähnlich .... Jean Paul Levana 2, 134.
2) die kropfgans, pelecanus onocrotalus. für seinen federbusch trug er ein schöne lange hohe plohe feder von eim onocrotalischen grottomolinarische kropfvogel oder fürstenaug, ocello del duca, ausz wilden hindern Hircanien, da man die vögel mit eytel feygen speiset. Fischart Gargantua 1608) O 5b. woher dieser name?

 

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