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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
fürstbote bis fürstecker (Bd. 4, Sp. 852 bis 853)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) fürstbote, m. ein erzengel, liesze sich nach ahd. fürstpoten, archangeli (N. ps. 70, 19), für das nhd. annehmen, ist aber nicht zu belegen.
 
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fürstchen, n.
1) ein junger noch kleiner fürst, ein kleiner prinz.
2) ein geringer fürst, von wenig land und macht. in beiden bedeutungen bei Rädlein 314a, der aber nach der schreibweise seiner zeit fürstgen hat.
3) ein fürst klein von wuchs. Vgl. DWB fürstlein.
 
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fürste, m., s. DWB fürst sp. 841.

[Bd. 4, Sp. 853]



 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) fürste, f., s. DWB fürst m. f. sp. 850 und first.
 
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fürste, f. waldbewachung, waldschutz. von fürsten, einen wald bewachen oder schützen. s. DWB fürsten und DWB forsten.
 
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fürstechen , s. vorstechen. intransitiv:
1) vor anderem merkbar sein, mehr, als anderes, merkbar sein, mehr, als anderes, da sein. da bergkleut ein schubwand finden die quartzigt ist, und der quartz weyt fürsticht, haben sie jre rechnung sie sey weit gangen, schlagen dem gang dest weiter für. Mathesius Sarepta (1562) 140a.
2) vorausstechen, im voraus stechen, im voraus einen stich machen. noch wetterauisch u. s. w., z. b. man musz fürstechen, wenn man nadel und faden durchbringen will. in dieser bedeutung auch trans., z. b. ein loch fürstechen.
3) vorn bestechen, vorn benähen. vor- et fürstechen, praesuere. Stieler 2155.
 
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fürstechen, n. der inf. fürstechen als subst.
 
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fürsteckel, m. was fürstecker (s. d.).
 
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fürstecken , vornhin stecken. s. DWB vorstecken. fürstecken, praefigere. Dasypodius 432b u. 74a, danach Serranus dict. h 6b. fürstecken, fürsetzen, praefigere. Henisch 1311, 49. aber bei Stieler 2159 vor- sive fürstecken, praefigere, anteponere, dann bei Kirsch (1723) 2, 126a fürstecken und 340a vorstecken, welcher anführung Matthiä in der ersten ausgabe seines lex. folgt, doch in der dritten bei fürstecken gleich vorstecken beisetzt, ein zeichen dasz dieses, das er später noch einmal an seiner stelle im V verzeichnet, überwiegt. Hederich und Nieremberger verweisen bei fürstecken kurzhin auf vorstecken, und Weber in seinem deutschlat. universalwb. nimmt jenes gar nicht mehr auf. es ist demnach mit 1770 für das schriftdeutsche als erloschen zu betrachten und dauert nur noch mundartlich fort, z. b. wetterauisch, oberhessisch u. s. w. Bedeutungen:
1) zur befestigung vornhin stecken, zum verschlusse vornhin stecken. einen nagel fürstecken. einen riegel fürstecken. dies letzte auch bildlich in dem sinne: ein hemmnis bereiten, ein aufhalten machen. in folgender stelle mit dat. der person oder sache: aber ynn das hertz mag das liebe creutz nicht kommen, mus auch mit yhrem (des platten- und kappenvolks) leben nichts zu schaffen haben, denn yhre freyheyt, turst, trotz und schwulst haben yhm einen rigel fürgesteckt. Luther auslegung der epist. u. evangel. (1528) Q q iiijb.
2) vornhin an die auszenseite stecken. hier namentlich: vor die brust stecken. vgl. DWB fürstecker. insbesondere aber: ans kleid vor die brust stecken, vornhin oben ans kleid stecken.

das frauenziefer all steckt sträusgen forne für,
als wenn am selben ort sie schenkten stetig bier. jungfernanatomie 118, vgl. strausz.


3) zum augenmerk vornhin stecken. und jage nach dem furgesteckten ziel, nach dem kleinod, welches furhelt die himlische beruffunge gottes in Christo. Phil. 3, 14; wir werden den pfeilen des unglückes als ein ziel fürgesteckt. Schuppius 775.
 
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fürstecken, n. der inf. fürstecken als subst.
 
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fürstecker, m. etwas das zum fürstecken bestimmt ist oder überhaupt fürgesteckt wird. livländ. bei Gutzeit 1, 302a aus der wagenbauerrechnung von 1648—1650 fürsteckel und fürstecker, höchstwahrscheinlich so viel als vorstecknagel, achsnagel, nagel zum vorstecken in die achse eines fuhrwerks vor das rad, damit dieses nicht aus jener laufe. insbesondere bair. schwäb.: der miederlatz, der von einer ein mieder tragenden weibsperson vor die brust gesteckt und mit dem schnürriemen (breisnestel) an jenes befestigt wird. Schmeller 3, 609. 1, 555. Birlinger zu Frischlins hohenzollerischer hochzeit s. 142, wo auch die bemerkung, dasz zu Wurmlingen bei Rottenburg der fürstecker dreispitzig ist, und ein schwäb. volkslied, in dem er schlechthin brust heiszt.
S. vorstecker.

 

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