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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
fürstabt bis fürstbote (Bd. 4, Sp. 851 bis 852)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) fürstabt, m. ein gefürsteter abt, ein mit der fürstlichen würde bekleideter abt. zu betonen fürstábt.
 
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fürstadt, f., s. vorstadt. suburbium .i. (i. e.) predium suburbanum, in der furstatt. Alberus dict. L ija; suburbium, die fürstat. mmiijb; villicor, ich wohn inn der fürstat. ebenda. noch in der Wetterau, aus deren volkssprache Alberus schöpfte.
 
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fürstall, m. zwang beim stall, d. h. beim harnen des pferdes, als wenn etwas vor der harnröhre wäre, das vergebliche bemühen des pferdes zu harnen, der harnzwang. von fürstal oder gezwang. nimm atrament ... und darnach dem pferd in den halsz. Albrecht roszarznei Q 9b.
s. DWB für II 1) mit vergleichung von I A 1) a) sowie I B 1) a) und s. DWB stall = das harnen und der harn des pferdes.
 
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fürstand, m.
1) bürgschaft. fürstand thun = bürgschaft leisten, bürgen. so seyd denn, lieben freunde, bürge für mich bey dem Criton, doch gar anderer gestalt, als er für mich bey den richtern worden ist: dann er hat gut gesprochen, dasz ich mich wiederum gestellen würde, und ihr werdet ihm fürstand thun, so es euch beliebet, dasz ich nach meinem tode nicht mehr erscheinen, sondern gäntzlich von hinnen weichen werde. Hoffmannswaldau sterb. Socrates 145 (Plat. Phaedo 115 D Steph.). für- sive vorstand, cautio, fidejussio. Stieler 2131. später nur vorstand (s. d.). das wort, auf die person übergetragen, hat dann die bedeutung:
2) ein bürge. so in einem bair. um 1440 niedergeschriebenen weisthum: der herrschafft seinen rechten gewær und furstand nach sipp und blut warleich fürspringen und stellen. weisth. 3, 699. pres, ein furstandt. Aventinus gramm. (Norimb. 1513) B 4a. fürstand der sich für ein anderen verspricht, praes. Henisch 1311, 57. für- sive vorstand, praes, sponsor. Stieler a. a. o. später nur vorstand (s. d.). mit dieser bedeutung ist dann die folgende eng verbunden:

[Bd. 4, Sp. 852]



3) ein vertreter, einer der die sache eines andern oder anderer führt. des wöllen wir jr fürstand seyn. aus dem jahr 1457 in Gemeiners regensburg. chron. 3, 267; wir sullen auch ir recht gewerer und fürstand sein. aus dem jahr 1489 in mon. boic. 22, 602. s. Schmeller 3, 644.
4) das vorstrecken von geld, ein darlehen. hier furstand thun = geld vorstrecken, geld darleihen:

wolten eur gnad betten hon (gebeten haben),
di soll uns einen fürstand dhon
mit hundert gulten uff ein jar
umb billigs intresse für wahr.
dar für wol wir eur gnad zu hand
inmittels einraumen ein pfand,
dasz sie solt wol zu frieden sein.
Ayrer fastnachtsp. 194a (Keller s. 3174, 31).

später vorstand (s. d.).
5) vorschub, förderung. s. unter keinig die einer trierischen urk. von 1419 entnommene erste stelle. denselben underthanen z eer und wolfart, auch z fürstant gemeins nutz. landtfrid durch kayser Carol den funfften uff dem reichstag zur Worms anno MVcXXJ auffgericht (gedruckt 1523) A 2a; kein hilff oder fürstandt in sachen bringen. A 4a = landfr. von 1521 IV § 4.
6) ein vorbild. vgl. vorstand bei Wieland Juno u. Ganymed 499.
7) ein vorsteher. wetterauisch; aber schriftdeutsch vorstand (s. d.).
 
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fürständer, m. was vorsteher. insbesondere ein vorsteher in hoher oder doch bedeutsamer stellung: fürstender, demarchus, princeps populi, dux, summas, praeses. Dasypodius 433b. 50c. 58b. 236c, und danach Serranus dict. g 2b und aa 3a. fürstender under den priesteren, antistes. Dasypodius 333d und 10d, aber bei Serranus dict. b 3a vorstender. bei Hederich (1753) nur vorständer mit verweisung auf vorsteher, bei Nieremberger Ssssssd und Weber deutschlat. universalwb. (1770) 790b zugleich noch mit der bedeutung bürge. s. vorständer.
 
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fürständig, adj. ersprieszlich, förderlich. dasz es nicht allein ein billiger und dem christlichen handel ein fürständiger, sondern auch unserm theil ein füglicher vorschlag sey. die verordneten der stadt Straszburg, in Melanchthons werken 6, 130. in andern stellen ist ungewis, ob das adj. oder das davon abgeleitete gleichbedeutende adv. steht: es hat sich begeben, das ich inn etlichen büchern fur die Juden, unserm glauben onnachtailig, auch irem glauben nit fürstendig, und in etlichen büchern wider sie hab muszen schreiben. Reuchlin verstentnus 2b; so der richter die ursache ... desz verdachts der sachen fürständig und relevant ansehen wird. reichsabschied v. 1512 IV § 6; so der richter ... die anzeig solches verdachts der sachen fürständig oder zuläszig ansehen wird. landfriede von 1521 VII § 8; ain christenliche nachparliche vorstendtnus unnd pundt zu solchem handel nit wenig furstendig, diennstlich unnd nutzlich. Lanz staatspapiere Karls V. 412; zu mehren den gemeinen nutz unnd waren grundt der artzney und furstendig zu sein dem gemeinen nutz. Paracelsus chirurg. schriften 376c; Hydaspes thet eine rede zu dem volck, erzehlet den sieg und wolfart, der dem gemeinen nutz und dem land fürständig were. buch der liebe 223, 2.
aus livländ. quellen hat das wort Gutzeit 1, 302
 
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fürständlich, adv. vorsichtig. provide, vurstentlich. aus einem vocabular. des 15. jh. bei Diefenbach 468c.
 
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fürstbalke, m. für firstbalke (s. d.): auch soll man geben furstbalken, pfätten und bande. weisth. 5, 270. vgl. DWB fürst m. vorhin sp. 850 und fürstloch.
 
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fürstbischof, m. ein gefürsteter bischof, ein mit fürstlicher würde bekleideter bischof, ein bischof der als solcher zugleich fürstliche würde hat. der fürstbischof von Breslau. zu betonen fürstbíschof. vgl. DWB fürstabt.
 
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fürstbischöflich, adj.
1) dem fürstbischof als solchem eigen oder zugehörig, ihm zukommend. die fürstbischöfliche würde. das fürstbischöfliche siegel.
2) unter dem fürstbischof amtlich stehend, dem fürstbischof amtlich untergeordnet. das fürstbischöfliche consistorium.
Vgl. fürsterzbischöflich, bischöflich.
 
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fürstbote, m. ein erzengel, liesze sich nach ahd. fürstpoten, archangeli (N. ps. 70, 19), für das nhd. annehmen, ist aber nicht zu belegen.

 

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