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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
fürsprieszen bis fürstabt (Bd. 4, Sp. 840 bis 851)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) fürsprieszen, hervorsprieszen. s. DWB vorsprieszen.

wie man dann auch find solcher massen,
dasz ausz s. Dominici grab
ein reb sey nach seim todt fürgsprossen,
die gut domvinischen wein gab.
Fischart Garg. 9 (1608 Ava).


 
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fürspreiten, vornhin spreiten. s. DWB vorspreiten.
 
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fürspringen , s. vorspringen.
1) vornhin springen.
2) hervorspringen, herausspringen.
3) vorwärts springen.
4) fortspringen, weiter springen.
5) zum vornsein springen, durch springen vornhin kommen: und thet etliche starcke und weite sprüng, also, dasz er dem arcade fürsprang. buch der liebe 194, 3.
6) durch plötzliche geschwindigkeit zuvorkommen, durch rasche that zuvorkommen: wofern meine dringende angelegenheit mich von meiner schuldigkeit, sleunigste gegenantwort zu verfügen, nicht abgezogen, solte mein herr mit versprochener schriftwechselung mir nimmermehr fürgesprungen seyn. Butschky kanzlei 177.
7) voranspringen.
8) springend vorn sein, im tanze springend vorn sein, vortanzen. für- sive vorspringen, praesilire. Stieler 2105.
9) vorherspringen, vorausspringen.
10) vorbeispringen, vorüberspringen.
 
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fürspruch, m.
1) das sprechen zu gunsten oder zum besten, zur empfehlung jemandes oder einer sache, ein für jemand oder eine sache eingelegtes gutes wort. Reiner ... hat ... um furspruch bey euch angehalten. Luther briefe 4, 538;

dein fürspruch blosz hat mich empor gehoben,
dein gültig wort vertrat ein fremdes paar. ...
wer hätt uns sonst der herrschaft angepriesen?
Gottsched ged. 2, 580;

er hilft mit vermögen, fürspruch, rathe u. s. w. Gellert 5, 411; ich verlasse mich auf Ihren fürspruch. dessen lustsp. (1748) 221; er giebt mir sein wort, dasz er mir durch seinen fürspruch dienen will. dessen moral. vorles. 625; sie klammerten sich an und flehten um meinen fürspruch bei Ihnen. mit gewalt muszte ich sie von mir stoszen. fürspruch? ja fürspruch —. C. F. Weisze trauersp. 5, 254; freylich hätte G** einen solchen brief verdient, aber auf Ihren mächtigen fürspruch soll er den bekommen, der hierbey folgt. Rabener 6, 101 = briefe 113;

doch wirst du kein verdienst zu deinem fürspruch haben,
so hält man sie (deine fehler) für was sie sind.
Merk briefe 1, s. LI.


daneben findet sich vorspruch, das Stieler 2104 in der bedeutung das sprechen des anwaltes in einer rechtssache vor gericht,

[Bd. 4, Sp. 841]


Rädlein aber in der oben angegebenen bedeutung hat; fürsprach fehlt bei beiden. Weismann verzeichnet dieses in jenen beiden bedeutungen, dagegen vorspruch allein in der bei Rädlein. Kirsch (1723) 2, 125b und sein nachtreter Matthiä (1761) 2, 161a führen einzig fürspruch an und zwar in dem sinne wie Stieler sein vorspruch, während Hederich und, ihm folgend, Nieremberger so wie Crichton, Scheller bei diesem worte kurzweg auf jenes verweisen, das sie durch lat. deprecatio erklären, also in der hier angegebenen bedeutung aufnehmen. in eben dieser und zwar allein in ihr findet sich auch bei Steinbach 2, 642 »für- et vorspruch, bei Haas deutsch-franz. wb. (1786) und Bauer blosz fürspruch. vorspruch hat Haas in einer andern bedeutung (s. vorspruch) und Frisch 2, 310c, bei dem, wie oben bei Stieler, fürspruch fehlt, in dem sinne von vertheidigung. Adelung, Campe und, nach diesem, Heinsius, endlich Heyse beschränken sich bei fürspruch, wie vorhin Hederich u. s. w., auf die bedeutung hier, die denn auch seit der mitte des 18. jh., trotzdem dasz, wie oben bemerkt, Matthiä noch Kirsch nachfolgt, die allein herschende ist. dasz aber namhafte schriftsteller in derselben vorspruch setzen, wird unter diesem worte durch stellen belegt werden.
2) das sprechen eines anwaltes oder sachwalters in einer anklage- oder einer rechtssache vor gericht oder dem richter, das pflichtmäszige sprechen eines anwaltes für jemand oder eine sache. s. vorhin Kirsch. in übertragung auf die sprechende person dann
3) einer der in einer sache in dem namen jemandes oder anderer redet, also diese oder jenen vertritt, und zwar
a) ein für jemand oder andere eine klagesache oder einen rechtsstreit führender anwalt oder sachwalter, und
b) einer der eine gesammtheit von personen oder eine genossenschaft, auch blosz einen einzelnen vertritt und für dieselben spricht, ein wortführer, ein worthalter.
in diesen beiden bedeutungen hat Ludwig (1745) sp. 1348 vorspruch mit einem vorausgehenden oder bei vorsprecher, fürsprecher, vorsprach. wie aber dieses letzte neben fürsprach vorkommt, das von Ludwig nicht aufgenommen wurde, so läszt sich mit vollem rechte auch fürspruch neben vorspruch (s. d.) annehmen.
 
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fürsprung, m., s. vorsprung. so noch wetterauisch, oberhessisch u. s. w. einen fürsprung haben, einen fürsprung kriegen.
bildlich in dem sinne: ein voraussein in geltung und werth gegen anderes oder andere, ein vorzug. darumb wollen die werckheiligen auch allezeit einen fürsprung haben, sie wollen in der welt die ersten und letzten sein. Luther (Eisleben 1564—1565) 1, 348b. s. Ph. Dietz 1, 757a.
 
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furst, m., für forst. schon mitteld. in einer urk. v. j. 1296 furst. Baurs hess. urkunden 1, s. 153, 213. nhd. furst, saltus. Alberus dict. BB 4b dagegen Ee 4b »saltus, ein dicker wald, forst.« S. fürster.
 
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fürst, m. , gekürzt aus fürste, welche volle form noch bis in das 18. jh. oft erscheint. ahd. furisto, vuristo, im 10. jh. auch, und dann zumal durchweg bei Notker, mit ausstoszung des i fursto, mhd. vürste, mitunter ohne umlaut vurste, alts. furisto (ps. 2, 2), mnd. und mitteld. vorste, nd. durch einwirkung des hochd. mit umlaut vörste, vörst, mnl. nnl. vorst, altfries. forsta, isländ. fyrsti, schwed. förste, furste, dän. fürste, förste. ins litthauische entlehnt pirsztas. es ist die in substantivische bedeutung übergegangene schwache männliche form von ahd. furist, vurist, im 10. jh. auch, und dann völlig bei Notker, mit ausstoszung des i der endung furst, mhd. im absterben begriffen vürst, furst (genesis 55, 43), wozu jedoch nachher sp. 851 die praep. und conj. fürst zu vergleichen ist, alts. nicht häufig vorkommend furist, später erloschen, ags. selten fyrst, altengl. first, furst, engl. first, altfries. ebenfalls selten gebraucht ferest, ferst, altn. fyrstr, schwed. dän. in schwacher form förste, dem von dem ahd. u. alts. adv. furi, altfries. fori, altn. fyri, fyr (s. DWB für sp. 617), gebildeten superl., welchem ahd. ein compar. furiro, ags. fyrra, altn. fyrri, zur seite steht. s. DWB fürer. goth. findet sich kein dem ahd. furisto entsprechendes faúrista, schon weil sich kein superl. faúrists gebildet hatte; für dieses galt ein anderer superl., der mit dem lat. primus, lit. pirmas, der lautverschiebung und dem begriffe gemäsz stimmende fruma und noch mehr, was die bedeutung an rang oder ansehen der erste oder höchste betrift, der von diesem fruma, das im ungefühl seiner superlativischen entstehung wiederum positivisch genommen wurde, weiter gebildete superl. frumists. vgl. fromm. der Gothe gebrauchte für fürst das dem lat. rex gen. regis der lautverschiebung gemäsz entsprechende reiks m., und wirklich hat Joh. 12, 21 u. 16, 11, wo dieses steht, Luther fürst. doch ist reiks von weiterer bedeutung, denn es drückt auch den obersten aus, selbst so viel als obrigkeit.

[Bd. 4, Sp. 842]



schon Steinbach 1, 528 und 532, Frisch 1, 309b und dann Adelung weisen auf die richtige herkunft hin, während vor ihnen, im 17. jh., Schottelius haubtspr. 250, vom nd. vörste ausgehend, vor, vorder, vorderster zu grunde liegend annimmt und Stieler 584 sogar zusammenziehung aus forderst oder vorderst. zugleich bemerkt jener aber s. 251, dasz der sprache und der alten würden in Deutschland unerfahrene fürst von füren ableiteten, wonach fürst gleichsam »ein führer, dux seu ductor exercitus« sei, und fügt dann in einer note bei, andere wollten das wort von fürstehen herkommen lassen und es als »ein fürsteher, qui bene praesit« fassen. dieses letzte trift namentlich den ältesten deutschen grammatiker, Valentinus Ickelsamer, wenn er in der zweiten ausgabe seiner teutschen grammatica bl. D 1ab alles ernstes sagt: item das wort fürste, das ist zsamen gesetzt von für und stehn, nämlich das ain fürste ist und soll sein, der seinem volck getrewlich fürstehe und helffe wie ain vatter seinen kindern, und dise etymologiam gibt auch das latinisch wort princeps, dux oder rex. ... darumb soll man dieses wort fürste also bchstaben für ste, und nit furs te, oder fürst e. es bedarf kaum der erwähnung, dasz eine ansicht über die entstehung des wortes, wie sie in dieser in der ersten ausgabe noch nicht vorhandenen stelle ausgesprochen ist, nur zu einer zeit möglich war, in welcher alle einsicht in den bau unserer sprache abgieng. auf die vorher erwähnte ableitung von führen übrigens scheint zu deuten, wenn Rückert in seinem dutzend kampflieder für Schleswig-Holstein (Leipzig 1863) s. 10 singt:

herzoge sollten herziehn vor dem heere
und fürsten führer ihres volkes sein.

was aber hier dichterische freiheit gestattet, darf keineswegs ernste forschung wagen.
übergang des st in scht ist bei dem volke Süd- und Mitteldeutschlands hier wie in andern wörtern üblich, und es wird schon von Ölinger in seiner grammatica s. 17 erwähnt, dasz die Schweizer und andere völker Deutschlands fasten, der stande, fürsten misbräuchlichabusive«) faschten, schtand, fürschten u. s. w. läsen. aber auch in die schriftsprache dringt dieses scht, wenngleich selten, ein: unsern hern den kurfurschten. geschichtl. aufzeichnung aus dem 15. jh. in den chron. d. d. städte 3, 354, 4; die kurfurschten. 5.
dasz nhd. die volle form fürste in zahlreichen stellen erscheint und sich bis in das 18. jh. hinzieht, wurde gleich oben bemerkt; aber bereits in der zweiten hälfte des eben genannten jh. gilt nur die schon im 15. jh. auftauchende und nach und nach mehr um sich greifende kürzung fürst. die organische flexion ist die schwache, im gen. sg. fürsten; doch läuft auch, wie wenn, gleich backen, balken, bogen u. s. w. neben den organischen backe, balke, boge u. s. w., ein unorganischer nom. fürsten neben fürste, fürst eingerissen wäre, was keineswegs der fall ist, ein gen. fürstens unter. dies z. b. bei Luther tischr. 1568 bl. 345a, dann, wie die stellen unten unter 2) zeigen, bei Spreng Il. 345b, Creuz 1, 40, auch bei andern. gleich sprachwidrig ist das in der volkssprache, z. b. der Wetterau, Oberhessens u. s. w., geläufige abstreifen der schwachen flexionsendung -en im dat. und acc. sg., was den schein eines übergreifens in die starke flexion hat. aus der volkssprache aber gieng dieses abstreifen dann auch hier und da in die schriftsprache über. so beim dat.:

wie? wollt ihr, dasz dem fürst der stutzer meiner reiche
der wilde renommist mit einem einzgen streiche
die schönheit rauben soll, die sein gesicht geziert?
Zachariä renommist 6, 105;

von Navarras fürst gesandt.
Fr. Stolberg ged. 1779 s. 192;

und mich hat er erwählt zum fürst der liebe.
Schiller, s. unten unter 9);

ja könnten wir ein weib dem fürst der hölle geben.
Kotzebue dramat. spiele 2, 163,

heil dem fürst von unserm staate,
schützend kunst und wissenschaft. abschiedslied für die seminaristen zu Friedberg in der Wetterau 1824;

beim acc.: s. nachher sp. 845 die erste stelle von Lichtwer;

zu London Londons fürst (könig Richard II.) in noth zu sehn.
A. W. Schlegel Shaksp. könig Richard d. zw. 3, 5;

willst du der liebe fürst dich würdig nennen.
so sei der tapfern tapferster!
Schiller, s. unter 9).

vgl. DWB fürsprech. unbedenklich aber setzt man im dat. und acc. fürst, wenn diese casus in einer wie formelhaft erscheinenden verbindung ohne artikel stehn:

lasz fürst und bürger schwören
dem herrscher stark und mild.
Schenkendorf nachl. 113.

[Bd. 4, Sp. 843]


besonders wenn in dieser stellung die casus von einer praep. abhängig sind: die sendung des generals von Müffling von dem könige von Preuszen Friedrich Wilhelm III. 1829 an den sultan Mahmud II. war eine botschaft von fürst zu fürst. einigkeit zwischen fürst und volk. steht fürst in seiner unter 9) angegebenen engsten bedeutung ohne artikel vor dem namen, den der fürst führt, so werden die bezeichnung der würde und dieser name als éin ausdruck angesehen und flexion kommt dann nur dem namen zu: fürst Wredes oberbefehl, er überbrachte fürst Wrede die nachricht, seine meldung gieng an fürst Wrede.
Nun zu den bedeutungen, als deren grundbegrif sich ergibt: der erste, oberste, höchste in rang und würde. so ahd., wenn O. II, 12, 2 das mitglied des synedriums Nicodemus furisto thërô liutô genannt wird nach princeps Judaeorum der vulgata Joh. 3, 1, wo Luther ein oberster unter den Jüden übersetzt, dann wenn T. 60, 10 fon thëmo furisten thëro samanungâ gesetzt ist, wo in der vulgata Marc. 5, 35 ab archisynagogo und bei Luther obersten der schule, und wenn T. 79, 4 die stelle der vulgata Marc. 6, 21 Herodes natalis sui coenam fecit principibus et tribunis et primis Galilaeae gegeben wird durch Hêrôdes sînero giburtî gouma tëta thên hêristôn inti thên giêrêtôn inti thên furistôn Galilêæ, welches letzte Luther treffend mit furnemesten in Galilea ausdrückt. ferner hat bei proceres tribuum Israël in der vulgata 1 chron. 29, 6, was wir heute durch die häupter der stämme Israels wiedergeben würden, über proceres eine glosse des 9. jh. furistun (Diut. 1, 522a), und auch Luther übersetzt hier noch (30, 6) die fürsten der stemme Israel. s. unten die stelle im zusammenhange. daneben aber findet sich auch in denselben glossen über architectus, meister der baukunst, ecclesiastic. 38, 28 der vulgata, furisto dës zimbares (Diut. 528b) gesetzt. noch glossen aus dem anfange des 15. jh. drücken das Marc. 5 stehende archisynagogus, das priesterliche oberhaupt der synagoge, bei Luther der oberste der schule, so wie das 1 Cor. 4, 15 sich findende paedagogus, führer und lehrer der kinder, bei Luther verdeutscht zuchtmeister, durch schlfürst (Mones anz. 6, 222, 60. 224, 140) aus. nhd. findet sich fürste, fürst in einem solchen allgemeinen begriffe nicht mehr, aber aus diesem gehn die folgenden bedeutungen hervor.
1) das stammeshaupt, das stammesoberhaubt. so ahd. in der vorhin aus Diut. 1, 522a angeführten glosse, zu der sich noch »proceres, furistun« gl. jun. 178 und einige andere bei Graff 3, 626 beigebrachte glossen fügen lassen. nhd. furst eines geschlechts, genearcha. voc. theut. 1482 i 6b. dazu umb Ismael habe ich dich auch erhöret ..., zwelff fürsten wird er zeugen, und wil jn zum groszen volck machen. 1 Mos. 17, 20; das sind die fürsten unter den kindern Esau. 36, 15; da opfferten die fürsten Israel, die heubter waren in jrer veter heuser, denn sie waren die obersten unter den stemmen und stunden oben an unter denen die gezelet waren. 4 Mos. 7, 2; sage den kindern Israel und nim von jnen zwelff stecken, von jglichem fürsten seins vaters haus einen. 17, 2. s. auch die stellen 1 chron. 29, 1 und 30, 6 unten unter 8).
2) der erste oder höchste eines staates oder volkes, der über den staat oder das volk herscht. als allgemeiner ausdruck, der den kaiser, könig, groszherzog, herzog u. s. w., überhaupt den landesherrn, welche benennung er auch führe, unter sich begreift, denn jeder derselben, die sich nach der grösze ihres landes, ihrer macht und dergleichen abstufen, wird fürst genannt, und diese benennung kommt dem herschenden zu, er mag frei den thron besitzen oder zinspflichtig oder überhaupt untergeben sein. ahd. rex (chuninch) unde princeps (fursto) Aegyptiorum. N. ps. 104, 20, vom Pharao, der Joseph aus dem gefängnisse holen liesz. mhd.

dô sprach dër fürste Sigmunt ...
sô sprach dër künic Sigmunt. Nib. 57, 1;

dër stolze küene Lähelîn
dînen fürsten (es sind zinspflichtige gemeint) ab ervaht zwei lant,
diu solten dienen dîner hant,
Wâleis und Norgâls.
ein dîn fürste Turkentâls
dën tôt von sîner hende enphienc. Parz. 128, 5. 8.

nhd. da nam Samuel ein öleglas, und gos auff sein heubt, und küsset jn (Saul), und sprach: sihestu, das (dasz) dich der herr zum fürsten uber sein erbteil gesalbet hat? 1 Sam. 10, 1; ich habe dich (es ist David angeredet) genomen von den schafhürten, das du sein soltest ein fürst uber mein volk Israel. 2 Sam. 7, 8; so sol er sitzen auff meinem stuel und könig sein für mich, und ich wil jm gebieten, das er fürst sey uber Israel und Juda 1 kön. 1, 35; ich wil jn zum fürsten

[Bd. 4, Sp. 844]


(zum könige über das reich Juda) machen sein leben lang. 1 kön. 11, 34; ich hab dich erhaben aus dem volck und zum fürsten uber mein volck Israel gesetzt. 14, 7; nu ists nicht eins fürstens odder keisers, sondern der hohen maiestet wort. Luther deutsch catech. (1529) Yja; der selbige hertzog Johanns ist von gottes gnaden fürstens genug hertzog Georgen und yderman rechts zu pflegen. dessen von heiml. und gestolen brieffen (1529) Diiijb. principem exercere, sich einen fürsten erzeigen, thn das einem regenten oder fürsten zstadt. Frisius (1556) 503b und danach Maaler 150d, der noch beisetzt sich fürstlich stellen und baaren.

auff dises hochzeit sol er sein
begert an euch der fürste mein.
H. Sachs IV. 2, 37d, nemlich, wie es vorher heiszt, marggraf Conrad Mala Spinj;

Froto der rach nicht hart nachsucht,
nach dem der fürste Schwertingus
gieng und fiel dem könig zu fusz. III (1591). 3, 102c.

Hermannus, ein sächsischer fürste. Micrälius alt. Pommern 2, 182; sondern auch der fürste selber seine kebsweiber abschaffte. 2, 231; sie haben einen frembden jüngling gefangen geführt unnd dem fürsten Oroondeti desz groszen königs gen Memphim bringen wollen. buch d. liebe 206, 1, es ist hier ein unter dem könige stehender fürst gemeint, wiederholt dann dem fürsten des grossen königs. 206, 2; wär ich fürste gewesen. drei erznarren 377;

rusticus. meinstu, er (sein sohn) mus ein bawer bleibn?
orthographia. ja freylich mein ichs, guter knecht.
rusticus. wann er nur würdt ein fürste schlecht.
ein kleiner herr, wer (wär) euch auch gut.
Gilhsius 49;

fürst Priamus jhm antwort gab.
Spreng Ilias (1610) 344b,

kleiner hertzog, groszer fürst.
v. Abschatz glückwünschungen s. 5;

du (könig Herodes ist angeredet) hast des bruders weib, diesz, fürst, ist ein verbrechen.
Gellert fab. 2 (1751), 63;

so frey indesz Johannes auch gesprochen:
so blieb er doch dem fürsten werth. 64;

sie sucht den hof, wo Carl, ihr fürst, regiert,
und hat das glück, den fürsten zu erreichen. lehrged. (1754) 120;

es läszt recht lächerlich, wenn kleine herrn, wie du,
als grosze fürsten leben wollen.
Lichtwer fab. 3 nr. 16;

was hilft gesetz, was helfen strafen,
wenn obrigkeit und fürsten schlafen? 4, 3;

o ihr theuren freund, ihr führer und fürsten der Griechen.
Fr. Stolberg Ilias 10, 519;

s. oben sp. 842 die stellen von Fr. Stolberg und aus A. W Schlegels Richard dem zweiten 3, 5.

heil, königlicher fürst! (könig Richard II. ist gegrüszt). ebenda 5, 4;

unwerth ist ein ungerechter
fürst, dasz ihm der edle diene,
dasz die königin ihn liebe,
keines ihrer küsse werth.
Herders Cid nr. 6;

nie erobrern, fürsten nie
beugtest du ein sclavenknie,
beug es izt der liebe!
Schiller 11a;

im gedränge der schaaren (in der schlacht bei Sempach) fiel der herzog (Leopold von Östreich) zur erde ... ein unansehnlicher mann aus dem lande Schwytz fand ihn über der bemühung (sich empor zu helfen). da rief Leopold hülflos: ich bin der fürst von Östreich. Joh. v. Müller werke (1831) 10, 149;

der Deutsche ehrt' in allen zeiten
der fürsten heiligen beruf.
Uhland (1839) 112;

ihr fürsten! seyd zuerst befraget:
vergaszt ihr jenen tag der schlacht,
an dem ihr auf den knieen laget
und huldigtet der höhern macht? 122.

vom papst als weltlichem fürsten:

denn was von schimmer
ihn (Pius VI.) hie und da (in Wien) umgab, war immer
nur staat, der ihm als fürst von Rom gebührt.
Blumauer ged. 2, 87.


als bezeichnung des herschers im gegensatze zum niedrigsten:

er (Aesopus) geht von stand zu stand, warnt beyderley geschlechte,
steigt zu den fürsten auf und nieder zu dem knechte.
Lichtwer fab. 3, nr. 1;

(als) jeder fürst und knecht gezählet war.
Kretschmann d. barde an Kleists grabe 10;

mich ehret der fürst auf dem thron und der hirt auf der flur Geszner (1789) 2, 117;

[Bd. 4, Sp. 845]


wärst du (Elisabeth) die ärmste hirtin,
ich (Leicester) als der gröste fürst der welt geboren,
zu deinem stand würd ich heruntersteigen,
mein diadem zu deinen füszen legen.
Schiller 424a (M. Stuart 2, 9).


Sprichwörtlich: was die fürsten geigen, das müssen die unterthanen dantzen. Fischart Garg. (1608) Y 5a.

vil güter zahlt desz fürsten tasch,
vil mäuler trenckt desz fürsten flasch.
Henisch 1311, 17;

was thut der fürst für ein leben führen,
kan man bald an unterthanen spüren. 18.

es regiert sich ubel, da der pöfel den fürsten regiert. 1310, 26.

der priester bete, der fürst vertrette,
der bawer acker und jete. 6.

ein fürst das scepter nutzlich führt,
wenn wie ein vatter er regiert. 8.

der wolff geht ehe zum stall,
denn zu eines fürsten saal. 1309, 55.

der fürst ist desz landes, nicht das land desz fürsten. 45. dasz die fürsten narren seindt, das musz das landt tragen. 42. wie der fürst ist, so sind seine hofleute, qualis rex, talis grex. Stieler 585. der fürsten exempel sind der unterthanen spiegel. Wander 1, 1283, 17. wenn sich die fürsten an einen fusz stoszen, so müssen die unterthanen hinken. Simrock nr. 2943. wenn der fürst seinen unterthanen einen apfel nimmt, so nehmen seine diener den ganzen baum. 2946. ein fürst und regent ist desz landes uhr. Lehmann. ein fürst ohne credit ist ein glock ohne klang. derselbe. fürsten schatz liegt am sichersten in des volkes händen. Simrock 2950. ein fürst hat zehen teuffel umb sich her, da ein anderer nur einen hat. Henisch 1310, 11. der schönen lufft und lachenden fürsten soll man nit trawen. 1309, 56. fürsten und artzten seindt vil todten ein schand. 1310, 49. man soll ein fürsten können (lies kennen) bei einer reinen strassen, guter müntz und haltung beschehener zusage. spruch Philipps des groszmüthigen. 1311, 6, vgl. auch Zinkgreff 1, 119. die fürsten haben viel augen, lassen aber nur zweie sehen. Simrock 2940. man ändert nicht die fürsten, es wechseln nur die namen. 2949. neue fürsten, neue gesetze. 2952. mit fürsten musz man sich nicht gemein machen, cum principibus familiariter agendum non est. Stieler 584. es ist ein fürst wol so seltzam im himel, als ein hirsch in eines armen mans kchen. Agricola sprichw. 162b. fürsten und herren seind wildpret im himel. 163a. fürsten und herren unsers herrgotts kartenspiel. Luther, bei Zinkgreff 1, 177.
Dasz fürst auch im besondern den höchsten eines staates oder volkes ausdrückt, der in der würde der herscher zunächst nach dem herzoge kommt, s. nachher unter 9). in dieser bedeutung aber fällt der ausdruck natürlich auch hier unter die allgemeinere.
Dann liegt verwendung oder bildlicher gebrauch in dem sinne von könig, herscher nahe und so findet sich das wort mehrfach:

weil in des himmels baw der fürste der planeten (es ist die sonne gemeint)
gleich in der mitten steht.
Opitz 2, 165;

monde, du fürste der blinckenden sternen,
welcher mein sehnen und thränen beschaut.
Abschatz anemonsblumen 301;

da kommt des jahres erstes kind,
der lenz mit himmlischer geberde,
voll majestät, wie götter sind,
doch freundlich wie die lust der erde:
sein haupt, mit blumenschmuck umkränzt,
sein kleid, das von smaragden glänzt,
entdeckt den fürst der jahreszeiten.
Lichtwers schriften 260 = fab., 2. aufl. s. 182;

die adler, die fürsten der fliegenden schaaren. fab. (1775) 1 nr. 11;

ein sonnenadler, den sein flug
bis an die höchsten wolken trug,
ward durch den wald von tausend zungen
als aller vögel fürst besungen. 2 nr. 2;

so kömmt vom bienenstocke,
geletzt vom besten honigseim,
der fürst der wälder (der bär) wieder heim.
Kretschmann klage Rhingulphs 19;

königin. du willst ...
... kriechen vor der wuth mit schnöder demuth,
da du ein löwe bist, der thiere fürst?
könig Richard. der thiere fürst, ja! wären sie was bessers,
so wär ich noch ein froher fürst der menschen.
A. W. Schlegel Shaksp. könig Richard d. zw. 4, 2.


Damit aber geht das wort in die folgende bedeutung über:
3) einer der unumschränkte macht hat, ein gebieter, herr. das, worüber er die macht hat, wird durch einen beigesetzten genitiv bezeichnet.

[Bd. 4, Sp. 846]


o liecht der zeit, o rechter fürst der jugend!
Opitz 1, 9;

der fürst der deutschen lieder (Opitz),
der Bundslau mutter heisst, legt seine laute nieder.
Fleming 97;

der fürst der musen (es ist Apollo gemeint).
Logau 1, 193;

bin ich (ein irdener Jupiter spricht) nicht Jupiter, wie er (ein goldner Jupiter),
ein fürst der sterblichen und vater aller götter.
Lichtwer fab. (1775) 2 nr. 8;

ihr brüder! rief ein fürst der winde,
der götter haupt kehrt bey uns ein. nr. 21;

von einem stamm erzeugt, und bürger einer erde,
war (im stande der natur) jeder mensch sein herr, und fürst von seiner heerde. dessen recht der vernunft 25;

Franz von Moor. rette mich von den klauen der mordbrenner! rette mich bruder! räuber Moor. du hast mich zu ihrem fürsten gemacht! Schiller räuber, Mannheimer theaterausg. 5, 6 (s. Hoffmeisters nachlese zu Schillers werken 1, 113);

ach! die gattin ists, die theure,
ach! es ist die treue mutter,
die der schwarze fürst der schatten (der tod)
wegführt aus dem arm des gatten. dessen glocke;

Eugenie. bist du in deinem hause fürst?
gerichtsrath. ich bins!
und jeder ists der gute wie der böse.
reicht eine macht denn wohl in jenes haus,
wo der tyrann die holde gattin kränkt.
Göthe 9, 348;

du, der götter obmacht, Kypris!
du, o Eros! fürst auf erden!
Overbeck Anakreon s. 99.


Damit hängt wieder eng die folgende bedeutung zusammen.
4) einer der alle andern übertrift, der sich über alle andern hervorhebt, der angesehenste, der bedeutendste, der vorzüglichste. ein fürst der dichter, vgl. dichterfürst. auch Diogenes, der cyniker, Zeno und Chrysippos, die fürsten der stoa, waren dieser meinung. Friedr. Schlegel Griechen und Römer 1, 278. s. auch oben sp. 842 in der stelle von Zachariä fürst der stutzer.
dann von dem treflichsten und köstlichsten, bei personificierung:

so drinken wir alle
disen wein mit schalle!
diser wein für ander wein
ist aller wein ein fürste.
Uhland volksl. 592. 593;

so trinken wir alle disen wein mit schalle, diser wein vor alle wein ist aller wein ein fürste, trinck mein liebes brderlein, so wird dich nimmer dursten. Fischart Garg. 1608 K 5b; diser wein ist nicht der bösest, ist aller wein ein fürst. Fischart Garg. 242b (1608 Ff 4b);

(wann ich) am abend den fürsten der deutschen
weine versuche, ...
festwein, dessen erlösung nun anhebt.
Ramler ged. (1772) s. 22.


5) ein kaisersohn, ein königssohn in ihrer hohen stellung. so heiszt in Ruszland jeder kaiserliche prinz groszfürst. dasz aber königliche prinzen unter die benennung fürsten fielen, zeigen folgende stellen:

oder hatt jhn (den getödteten Hector) schon fürgelegt
den hunden fürst Achilles wütig.
Spreng Ilias (1610) 345a;

bisz dasz ich komm zu der gezellt
fürstens Achillis hochgemeldt. 345b,

fürst Hector ist gestorben nun. 344b;

so ein gemahel war gewesen
desz fürsten Hectors hochgeblümbt. dessen Aeneis (1610) 50a,

zu welcher stelle am rande die bemerkung Andromache ist Heleno jhrem schwager, einem troyanischen fürsten, nach Pyrrho vermählt worden;

ich (spricht dom Karlos) bin fürste
der erbprinz Spaniens — der einzge sohn
des mächtigsten auf dieser hemisphäre.
Schiller i. d. rhein. Thalia 1, 146 (Karlos 1, 5),

wozu jedoch am schlusse des heftes s. 200 fürste in fürst berichtigt wird, ein zeichen dasz jene volle form, die sonst hätte gesetzt werden können, für die zeit nicht mehr möglich war. vgl. oben sp. 842.
überhaupt in dem sinne von prinz scheint fürst in ein junger fürst aus Flandern zu stehn, wenn dieser ausdruck verblümt für einen feinen, schmucken, neugebornen sohn gebraucht wird:

eh noch das andre jahr die rose wird verblühen
und das geflügel wird das andre nest beziehen,
so wird ein junger fürst aus Flandern kommen seyn.
Hoffmannswaldau hochzeitged. s. 24.

Flandern nemlich galt im mittelalter bei den Deutschen als das land feiner sitte und bildung. vgl. mhd. Vlæminc bei Ben. 3, 336b.

[Bd. 4, Sp. 847]



6) einer der gleich einem regierenden herrn den vorsitz führt, zumal wenn dabei ein thron gedacht wird oder ein einem throne gleicher sitz geschaffen ist. so hiesz bei einem minne- oder liebeshofe, d. h. einem entweder blosz aus edlen frauen oder aus solchen und edlen herren zusammengesetzten minnegerichte, das über streitige puncte im liebesverkehr nach dem vortrage der dichter in streitgedichten oder nach der darlegung des falles durch einen erwählten fürsprechen zu entscheiden hatte, der vorsitzende, der also gleichsam auf dër minnen trôn (Haupt 3, 7, 32) den vorsitz führte, fürst der liebe:

gegründet hat er einen liebeshof,
wohin die edlen ritter sollen wallen,
wo keusche frauen herrlich sollen thronen,
wo reine minne wiederkehren soll,
und mich hat er erwählt zum fürst der liebe.
Schiller 453a (j. v. Orl. 1, 2);

willst du der liebe fürst dich würdig nennen,
so sei der tapfern tapferster! ebenda.

solche liebeshöfe bestanden in Nordfrankreich, das seinen einflusz zunächst auf den Niederrhein übte und so die minnehöfe erst an diesen überlieferte, von wo sie dann weiter in Deutschland eingang fanden. man hatte früher diese höfe auch für Südfrankreich angenommen, aber nach neueren forschern lassen sie sich hier gar nicht nachweisen. vgl. Weinhold die deutschen frauen im mittelalter 184.
7) höchster kriegsbefehlshaber, kriegsoberster, heerführer. furst uber tausent ritter, chiliarcha. voc. theut. 1482 i 7b. und ich nam von euren geschlechten weise mann und edel und setzt sie fürsten, tausender und hunderter und fünfziger und zehner. bibel von 1483 85a (1 Mos. 1, 15); da thet jn (David) Saul von sich und setzt jn zum fürsten uber tausent man, und er zog aus und ein fur dem volck. 1 Sam. 18, 13. s. auch gleich nachher hier die stelle 1 chron. 29, 1. in späterer zeit noch in edler dichtersprache:

ich bin Lionel,
der letzte von den fürsten unsers heers,
und unbezwungen noch ist dieser arm.
Schiller 473a (j. v. Orl. 3, 10);

ja, heilig mädchen, führe du mein heer,
und seine fürsten sollen dir gehorchen. 459b (1, 10).


8) ein hoher staatsbeamter, ein hoher reichsbeamter, ein hoher beamter des herscherhofes, ein groszer des reiches. und David versamlet gen Jerusalem alle öbersten Israel, nemlich die fürsten der stemme, die fürsten der ordenungen die auff den könig warten, die fürsten uber tausent und uber hundert, die fürsten uber die güter und vieh des königs und seiner söne, mit den kamerern, die kriegsmenner und alle dapffere menner. 1 chron. 29, 1; da waren die fürsten der veter, die fürsten der stemme Israel, die fürsten uber tausent und uber hundert und die fürsten uber des königs gescheffte. 30, 6; ... war Sebuel ... fürst uber die schetze. 27, 24; und dis waren seine fürsten: AsarJa, der son Zadok des priesters u. s. w. 1 kön. 4, 2, wonach: unter den fürsten, die Salomo umb sich gehabt, wird erstlich genant Asaria, der sohn Zadock desz priesters, hernach werden genandt seine cantzler und räth, sein general oder feldmarschalk, seine hofprediger und andere vornehme bediente zu hofe. Schuppius 36; und die fürsten des Pharao sahen sie (Sarai, Abrahams weib) und preiseten sie fur jm. 1 Mos. 12, 15, bei Knobel beamten; gott, der hat mich (spricht Joseph) Pharao zum vater gesetzt und zum herrn uber alle sein haus und einen fürsten in gantz Egyptenland. 45, 8; denn ich wil dich heute zur festen stad, zur eisern seule, zur ehernen mauren machen im gantzen lande, wider die könige Juda, wider jhre fürsten, wider jre priester, wider das volck im lande. Jer. 1, 18; also wil ich dahin geben Zedekia den könig Juda sampt seinen fürsten und was ubrig ist zu Jerusalem. 24, 8; da wird denn jr könig sampt seinen fürsten gefangen weggefurt werden, spricht der herr. Amos 1, 15; und ich wil den richter unter jnen (den Moabitern) ausrotten und alle ihre fürsten, sampt jm, erwürgen, spricht der herr. 2, 3, bei Baur alle groszen Moabs. ein hoher über einen groszen landestheil, eine provinz gesetzter staatsbeamter, ein statthalter: und der könig erhöhet Daniel ... und macht jn zum fürsten uber das gantze land zu Babel. Dan. 2, 48; im dritten jar seines königreichs machet er (Ahasveros) bey jm ein mal allen seinen fürsten und knechten, nemlich den gewaltigen in Persen und Meden, den landpflegern und obersten in seinen lendern. Esth. 1, 3; fur fürsten und könige müsset jr gefüret werden, umb meinen willen. Marc. 13, 9, vgl. Matth. 10, 18.

[Bd. 4, Sp. 848]



im ehemaligen deutschen reiche bezeichnet fürst einen jeden der unmittelbar unter dem deutschen könige stehenden höchsten reichswürdenträger, insbesondere die mitglieder des hohen adels von den kurfürsten bis zu den grafen, also die kurfürsten, die herzoge, die fürsten im engsten sinne (s. die nächstfolgende bedeutung), die markgrafen, die landgrafen und einige burggrafen, wozu dann noch einige mit der fürstlichen würde bekleidete geistliche kommen. s. auch DWB fürstmäszig, DWB fürstenmäszig. mhd.

ir fürsten, die dës küneges gërne wæren âne.
Walther 29, 15;

ich bin dës milten lantgrâven ingesinde ...
die andern fürsten alle sint vil milte, iedoch
sô stæteclîchen niht. 35, 9;

unser heimschen fürsten. 84, 20.

nhd. nach dem der milte herre (gott) gütig
segnet die kinder (die schönen kinder Evas) ...
und legt auff den ersten sein händ
und sagt zu jhm: du solt auff erden
ein gewaltiger könig werden,
und solt halten in deiner händt
in der welte das regiment.
zum andern: du ein fürste sey.
zum dritten: du ein grafe frey.
zum vierdten: du ein ritter schon.
zum fünfften: sey ein edelmonn,
regieren solt jhr leut und land
und haben stett die oberhand u. s. w.
H. Sachs II (1591), 4, 63b;

nachdem der alte fürste starb. IV. 2, 58d, es ist hertzog Heinrich der löw gemeint;

Ferdinands (II.) minister schienen in reichen kleidern mit groszem pomp das elend verarmter fürsten zu höhnen. Joh. v. Müller allgem. gesch. (1817) 3, 137. mit dem aufhören des deutschen reiches kam die benennung fürst in seiner allgemeinen unter 2) angegebenen bedeutung den unabhängig (souverän) gewordenen aus den eben genannten, nemlich den groszherzogen, einigen herzogen, dann dem kurfürsten von Hessen und dem landgrafen von Hessen-Homburg zu. aber daraus, dasz die höchsten reichswürdenträger fürsten hieszen, gieng dann die folgende eingeschränkte bedeutung hervor:
9) der die nächste würde unter dem herzoge einnehmende, der in der nächsten würde unter dem herzoge stehende, gleichviel ob er herscher, regierender herr ist oder nicht. vgl. mhd.

dër fürste, dër grâve, dër barûn. Willeh. 451, 7.

nhd. er (Wallenstein) ging der grösze kühnen weg, ...
ward graf und fürst und herzog und dictator.
Schiller 388b (W. tod 4, 2);

die fürsten von Reusz theilen sich in zwei linien, die ältere und die jüngere linie. die fürsten, früher grafen von Lippe. der fürst von Liechtenstein. der fürst zu Wied. der fürst Hohenlohe.
10) von priestern gebraucht: der höchste priesterliche würdenträger, auch ein mit als höchster angesehener priesterlicher oder überhaupt geistlicher würdenträger. ahd. thiê furiston, die hohenpriester. O. III, 16, 73;

ër (Judas Ischarioth) fuar îlontozi furisten thërô liutô. IV. 12, 53,

zu den hohenpriestern, nach Marc. 14, 10;

zi tôde nan firsaltun
thiê unsê hêrôstonioh allê thësê furiston. V. 9, 30,

unsere hohenpriester und alle die beisitzer des synedriums, nach Luc. 24, 20; thiê furiston thërô heithaftônô mannô inti thiê altiston thës folkes. T. 123, 1, die hohenpriester und die ältesten des volkes (Matth. 21, 23); chirichônô furistun. hymn. 22, 2, = ecclesiarum principes. nhd. aber Asarja war fürst im hause gottes. 2 chron. 31, 13 (vgl. 1 chron. 10, 11), = hohepriester; darumb hab ich die fürsten des heiligthums entheiligt. Jes. 43, 28, = die vornehmen priester. vom papste:

und wann einst in später jahre rollen
seinen schritt hieher der waller lenkt,
wird vielleicht er trümmern wehmuth zollen
wo sich jetzt die menschenwelle drängt,
wann herab den heilgen gnadenvollen
segen mild der fürst der priester senkt.
W. v. Humboldt werke 1, 344.

aber auch der kardinal von Guise — ...

wie ganz
geboren, um die geister zu regieren!
das muster eines königlichen priesters,
ein fürst der kirche, wie ich keinen sah!
Schiller 410a (M. Stuart 1, 6).

archimanderita, eyn vorste. Schröers vocab. v. 1420 nr. 148.
11) von geistigen wesen gebraucht: der höchste vollkommenste geist, gott, überhaupt ein höchster geist, ein höchstes geistiges

[Bd. 4, Sp. 849]


wesen. ahd. im anruf an Jupiter unde nu bito ih tih is (darum) fater unde fursten, wanda iʒ Jûno gërno râtet. N. Mart. Cap. 41, = parentem principemque maximum. mhd. wird gott, wie dër himele keiser, keiser aller himele, himelkünec, auch himelvürste, himmelsfürst, genannt. s. W. Grimm zur goldenen schmiede s. XXVI u. XXVII. Ben. 3, 378b.

ob himel künic, in himel vogt,
gewaltic vürste in lüften gar,
hërre ûf dër ërde und in dëm sê,
got. MSH. 2, 397b, 9.

ebenfalls mhd. heiszt Christus drîvaltic vürste (MSH. 3, 60b, 5 altmeistergesangbuch 13b, 584.) und dës criuces vurste (s. W. Grimm zur goldenen schmiede s. XLVII, 14 und LI, 20). biblisch aber kommt ihm geradezu fürst zu: den hat gott durch seine rechte hand erhöhet zu einem fürsten und heiland. apostelgesch. 5, 31; von Jhesu Christo, welcher ist der trewe zeuge und erstgeborner von den todten und ein fürst der könige auff erden. offenb. 1, 5; darinn er als ein ewiger vatter und fürste durchs wort bisz an den jüngsten tag regieren würde. Mathesius leichpred. 1, 17b, vgl. Jes. 9, 6. auch nennt ihn, wol mehr in beziehung auf seine auferstehung, als auf Joh. 11, 25 und 14, 6, Petrus fürst des lebens: aber den fürsten des lebens habt jr getödtet. apostelgesch. 3, 15. dieser ausdruck blieb dann in der predigt wie im kirchenliede gewahrt:

Jesu, hilf siegen! du fürste des lebens!
sieh, wie die finsternis dringet herein!
J. H. Schröder.

angewandt auf Christus ist der ausdruck friedefürst, friedfürst, friedenfürst, wie ihn die prophezeiung Jes. 9, 6 nennt, auf dasz unter seiner herrschaft des friedes kein ende (v. 9) sein werde:

du friedenfürst, herr Jesu Christ,
wahr mensch und wahrer gott.
Jac. Ebert, in Gesius geistl. deutsche lieder th. 1 (1607);

gedenck, herr, itzund an dein amt,
dasz du ein friedfürst bist. ebenda;

Jesu, wahrer friedefürst,
der der schlangen hat zerknirscht
ihren kopf durch seinen tod.
Joh. Heermann devoti musica cordis (1630).

später ist freilich friedensfürst der sprache gemäszer und daher auch in diese bildung geändert worden.

es geht
und steht
auszer leiden
nun in freuden,
was man siehet,
weil der friedensfürst einziehet.
Ph. v. Zesen himml. Klio (1641).

wenn aber nun Christus in der heil. Martina 279, 99 auch dër engel furste heiszt, so finden sich in der bibel die erzengel wieder den übrigen engeln gegenüber als fürsten bezeichnet: ich bin ein fürst uber das heer des herrn. Jos. 5, 14, wo Knobel erklärt vorsteher der engel, zumal da diese auch himmelsheer genannt werden; Michael (es ist der erzengel gemeint), der furnemsten fürsten einer, kam mir zu hülffe, da behielt ich den sieg. Dan. 10, 13. endlich ist fürst auch vom teufel gebraucht. ahd. durah Beelzebub tiubilô furôstun. fragm. theot. nr. 3, 21 (Matth. 12, 24). mhd.

uns hât verleitet sêre
die sinne ûf mange sünde
dër fürste ûʒ helle abgründe.
Walther 3, 12.

nhd. »furst der welt, princeps mundi .i. (i. e.) dyabolus«. voc. theut. 1482 i 7a. nu wird der fürst dieser welt ausgestossen werden. Joh. 12, 31; es kompt der fürste dieser welt und hat nichts an mir. 14, 30, was schon im 12. jahrh. übersetzt ist dër chunich, dër dirre wërlt furste ist, dër në vant ane mir nieht (fundgr. 1, 36, 15, wozu zu vergleichen Karajan sprachdenkmale 105, 2); umb das gerichte das (dasz) der fürst dieser welt gerichtet ist. 16, 11; danach dann

der fürst dieser welt,
wie saur er sich stellt,
thut er uns doch nicht.
das macht, er ist gericht.
Luther ein feste burg u. s. w. str. 3;

der fürst der welt ist schon gericht.
Alberus epitaph. A 4b;

auch: nach dem fürsten, der in der lufft herrschet. Ephes. 2, 2. auszerdem heiszt der teufel fürst der finsternis, und dies stimmt mit »furste der swertz oder swartzer teuffel, archiater« im voc. theut. 1482 i 7b. s. auch oben sp. 842 dem fürst der hölle in der stelle von Kotzebue.

[Bd. 4, Sp. 850]



12) Ein morgenländischer bildlicher ausdruck ist fürst des todes in seine sterke wird verzehren der fürst des tods Hiob 18, 13 für die schrecklichste krankheit oder wie Luther am rande erklärt das ist die macht und gewalt des todtes. also auch könig des schreckens ist die gewalt des schreckens, das (dasz) er mus unterliegen und nicht entrinnen kan.
13) Wenn im voc. theut. 1482 i 7b furste der figuren, architipos, archetypus, sich findet, so ist damit eine musterform, ein vorbild gemeint, und fürst schlieszt sich in diesem ausdruck oben an 4) an.
Die zusammensetzungen, in welchen fürst als letztes wort steht, sind sehr zahlreich: alleinfürst (= alleinherr, monarch), apostelfürst (= der apostel Petrus), bettelfürst (1, 1727, wozu nachzubringen ist

jhr leichtfertige vögel, jr grobe cujonen,
jr ungesaltzene bettelfürsten.
Rist friedewünsch. Teutschl. 44),

bergfürst (= herr oder beherscher eines berges oder gebirges, wie z. b. Rübezal fürst des riesengebirges genannt wird, s. Stieler 585), biederfürst, bübereifürst (= ein mensch der alle an schlechten streichen überragt. s. Stieler 585), bücherfürst (= ein buchhändler der über alle oder doch die meisten durch seinen verlag hervorragt, ein auf dem büchermarkte besonders hervorragender buchhändler: der buchhändler freiherr von Cotta, der vater des jetzigen bücherfürsten zu Stuttgart, hatte im sommer 1826 die verhängniszvolle gabel in verlag genommen. Platen nachlasz 1, s. VI), dichterfürst, ehrenfürst, einfürst, erbfürst, erquickungsfürst (= herscher von dem die erquickung abhängt, mächtiger der erquickung verleiht, s. unter DWB schmerzenshülle die stelle Götting. musenalm. 1777 s. 164), erzfürst, fliegenfürst, friedefürst (s. die stellen vorhin sp. 849), friedenfürst (s. ebenda), friedensfürst, friedfürst, geisterfürst, geistesfürst, geschlechtsfürst, gottesfürst, groszfürst, hausfürst, heerfürst, himmelfürst, himmelsfürst, hochfürst, höllenfürst, holzfürst, jugendfürst, kirchenfürst (vgl. vorhin sp. 848 die stelle aus Schillers M. St. 1, 6), komödienfürst, kriegesfürst, kriegsfürst, kurfürst, laienfürst, landesfürst, landfürst, landsfürst, lehnfürst, lügenfürst, lumpenfürst, märtererfürst, meerfürst, namensfürst, oberfürst, pfaffenfürst, räuberfürst, redefürst, reichsfürst, reisefürst, schalksfürst, schaltfürst, scheinfürst, schergenfürst, schulfürst, siegesfürst, tugendfürst, unterfürst, vicefürst, vierfürst, wahlfürst, waldfürst, weisheitsfürst, weltfürst, zwetschenfürst.
 
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fürst, m. f. was first. mit ü für i.
1) die oberste dachkante. der soll dasz viech in ein stall thun und soll ihm ein schäb (schaub) in den fürst einstecken. weisth. 3, 714; ich sprich, mann soll sie durch den fürst eintreiben. ebenda; soll er ain schab stro auf den fürst binden. Osenbrüggen rechtalterth. aus österreich. pantaidingen s. 48 (vgl. weisth. 3, 719). fürst, fürste, förste, gipffel, culmen, fastigium. Henisch 1307, 49. fürst eines hauses. Rädlein 313b neben fierst und forst s. 282b. fürste eines gebäudes (giebel), fastigium. Kirsch (1723) 2, 125b und danach Matthiä (1761) 161b, der daneben auf first verweist. fürste, giebel eines gebäudes. Weber deutschlat. universalwb. 319a.

thet also bey desz mones glitzen
oben auff den stadelfürst sitzen,
sein bodenlosen sack mit zoch
und hieng jn nein durch das fürstloch.
H. Sachs V, 388a.

s.stadelfürst und DWB fürstloch. übrigens hat H. Sachs daneben auch mit i first:

wie man jhn (den teufel) darnach wider bschwür,
dasz er denn zu dem first auszführ. II (1591). 4, 88d.

wetterauisch firschte und forschte f.; nach jener form, die auch frankfurtisch ist, bei Göthe die firste (s. first).
2) die decke, das obertheil oder das dach eines stollen, eines ortes, einer strecke oder einer weitung, überhaupt was der bergmann bei einem unterirdischen grubenbau über sich hat. man sagt, es haben bergleut ein stoln getrieben uffm eisenstein und in magneten erschlagen, da sie nun schicht gemacht und auffgesaubert unnd jr eisen vorm ort auff der sohl haben ligen lassen, so sind die eisen zu morgens in der fürst gehenget. Mathesius Sarepta (1562) 202b. auch förste. schwebend heiszt die fürst oder first, wenn sie, wie man sich bergmännisch ausdrückt, über sich verfahren ist, dasz die erze im übersichbrechen gewonnen werden. bergwerkslex. 208b. Richter 1, 325. der fürst nachreisen wird gesagt, wenn ein stolle, eine strecke oder ein ort in der folge bei der arbeit zu niedrig gefunden wird und deshalb nach der fürst gearbeitet werden musz. Richter 2, 70.

[Bd. 4, Sp. 851]


bei dem braunkohlenbergbau in Nassau wird fürst oder firste der über dem schram, d. h. der braunkohlenlager trennenden schwachen thonschicht, liegende theil des flötzes genannt. Wenckenbach 46.
 
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fürst, m.? n.? taube gerste, löthe, hordeum murinum. Henisch 1311, 47. s. DWB fürsthaber, DWB fürsthafer.
 
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fürst , nebst fürst m. das einzige bis heute bewahrte wort aus dem ahd. superl. furist mhd. vürst (s. oben sp. 841), von dem es der acc. sg. neutr. ohne casusendung ist, welcher, für sich stehend, gleich meist (s. d.) adverbialische geltung erlangte. doch steht es nicht als eigentliches adv., sondern wird verwandt
1) als praep., mit acc., in der bedeutung wie »von an« mit zwischenein gesetztem dat.: mhd. ëʒ sol auch ein ieglich lîtgëbe (schenkwirth) phant nëmen umbe sînen wîn, unde als ër diu gehaltet vierzëhen naht fürst dën tac daʒ dër wîn ûʒgât, sô mag ër diu phant wol verkaufen. Augsburger stadtbuch (Freyberg) s. 118. s. auch Schmeller 1, 565. doch schon mhd. sehr selten und nhd. nicht mehr nachzuweisen.
2) als conj., zunächst mhd. mit daʒ, also in der verbindung vürst daʒ, fürst daʒ, in der noch fürst mehr adverbialisch erscheint, mit der bedeutung: von da an dasz, seitdem dasz, seitdem.

do ënwas dâ nieman alse balt,
dër im iht leides tæte,
fürst daʒ ër ir gesichert hæte. Lanzelet 1578,

ër was durch sîne schande
im sëlben worden alse gram,
fürst daʒ ër in die brisûn (ins gefängnis) kam,
dâ manic ritter inne lac. 3682;

unde ûf swëlhem gelœte (gewicht) man daʒ marc (zeichen) niht vindet, furst daʒ ëʒ gechundet wirt, dër ist dëm vogte schuldic fünf schillinge phenninge. Augsb. stadtbuch s. 82. weitere stellen aus diesem buche s. fundgr. 1, 370a und Ben. 3, 378a. danach wird dann fürst ohne daʒ als entschiedene conj. gesetzt und geht über in die bedeutung sobald als, ut primum, franz. dés que. mhd. unde wirt ër gevangen, fürst ër in die æhte kumt. Augsb. stadtbuch s. 74; man sol auch wiʒʒen daʒ dër æhter niendert kainen vride hât, ... fürst ër in die æhte kumt. 84; daʒ chein hübslerin (buhlerin) hie in dër stat wonen sol die heiligen vierzic tage, fürst man complête gelûtet. 115; unde fürst die phingsten vergânt, sô suln si chein chalp mêr slahen. 124. weitere belege s. Schmeller a. a. o., fundgr. a. a. o. und Ben. a. a. o. endlich entwickelt sich noch die bedeutung »weil« und diese ist die einzige, in der das wort bis heute sich erhalten hat und zwar in der schwäb. mundart, aus der Schmid s. 211 anführt fürst ich da gewesen bin, = weil ich da gewesen bin. diese bedeutung aber gieng eben so wol, wie bei weil selbst die causale, aus der zeitlichen hervor.
 
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fürstabt, m. ein gefürsteter abt, ein mit der fürstlichen würde bekleideter abt. zu betonen fürstábt.

 

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