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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
fürschützig bis fürseherin (Bd. 4, Sp. 805 bis 808)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) fürschützig, adj. was fürschüssig (s. d.). fürschützig, praeceps. Dentzler 2, 118b
 
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fürschwatzen, fürschwätzen, s. vorschwatzen, vorschwätzen. vor- sive fürschwatzen. Stieler 1959. fürschwatzen, praedicare, dictitare. Kirsch (1723) 2, 125b und danach Matthiä (1761) 2, 161a. noch wetterauisch fîrschwätze, d. i. hochd. fürschwätzen.
 
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fürschweben, s. vorschweben.
 
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fürschwebung, f. , s. vorschwebung.
1) ein schweben vor einem gegenstande.
2) ein schweben vor dem auge, den augen oder dem geiste. daher dann
3) ein vor dem auge oder den augen schwebendes leeres gebilde: dis gift aber verursacht schwindel im haupt, schwacheit und fürschwebunge vor dem gesicht. Thurneisser von probierung des harnen 22 (bch. 59).
4) ein vor dem geiste schwebendes gebilde. 5) ein schweben vor den gedanken, ohne dasz der sich besinnende sich erinnerte.
 
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fürsechen, s. DWB fürsehen und das part. praet. fürsehen.
 
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fürsehen , s. vorsehen. ahd. furisëhan haben nur die keronischen und die Pariser glossen, aus welchen beiden sammlungen die stellen unten angegeben werden; sonst findet sich ahd. forasëhan, unser nhd. vorsehen. mhd. sagte man eben so wol vürsëhen, als auch vorsëhen, doch das letzte, wie es scheint, spärlicher. nhd. fursehen. voc. theut. v. j. 1482 i 7b. Eychman q 8a. vocab. incip. teuton. f 4a. vocab. gemma-gemmar. (1505) t 8d. v iija. fürsehen. Dasypodius 423a. Serranus dict. cc 3a. Alberus dict. T iij f. dagegen bei Frisius (1556) 1052a so wie 1085a fürsähen und vorsähen und danach beide bei Maaler 149c, dann 476b noch einmal das letzte wort. Emmelius (1630) Hh 8b und Hulsius 51b haben blosz fürsehen, während Henisch 1304, 44 neben fürsehen auch vorsehen anführt, aber in den darauf folgenden beispielen nur das erste setzt, wogegen bei Stieler 2025, indem er »für- sive vorsehen« ansetzt, in den beispielen einzig dieses letzte zu sehen ist. dasselbe findet auch bei dem spätern Steinbach 2, 569 statt, der »für- et vorgesehen« verzeichnet. Rädlein, Dentzler, Weismann, Kirsch und dessen nachtreter Matthiä bringen beide wörter, jedes an seiner stelle, welche ihm dem alphabete nach zukommt, doch weisen die beiden letzten bei vorsehen noch auf fürsehen hin, während bei diesem Frisch 2, 257b, Hederich (1753) 993 so wie der ihm folgende Nieremberger D dd 1b und Weber deutschlat. universalwb. (1770) 319a kurzweg auf jenes erste verweisen. auch bei Adelung geschieht dies in den beiden ausgaben seines wörterbuches, doch ohne bei vorsehen etwas über fürsehen zu bemerken, und eine wenn auch nur kurze andeutung durfte man wol in einem rein deutschen wörterbuche erwarten. in seinem auszuge 2, 313 läszt er dann fürsehen ganz weg, wie es denn auch Haas in seinem deutschfranz. wb., Bauer und Scheller in ihren deutsch-lat. wörterbüchern (1798 und 1805) nicht verzeichnen, doch hat jener erstgenannte (Haas) in seinem deutschlat. handwb. 210a fürsehen als subst. aufgenommen. dasz fürsehen gegen ende des 18. jh. noch vertheidiger gefunden, erwähnt Heynatz antibarb. 1, 436. wenn nun auch in dem ersten viertel des 19. jh. Campe und Heinsius mit jener verweisung Adelung folgen, so scheint dies ohne bedeutung und blosze fortführung des einmal von den vorausgehenden deutschen wörterbüchern festgehaltenen wortes. Heyse erwähnt es nicht mehr, und wirklich ist es durch vorsehen bereits in den drei letzten jahrzehnten des 18. jh. so verdrängt, dasz es, wenn es ja hier und da auftaucht, nur wie alterthümlich oder der mundart entnommen erscheint. Das part. praet. lautet fürsehen und fürgesehen. die letzte form ist die heute allein schriftdeutsche. s. nachher sp. 808 das part. praet. fürsehen.
Das wort steht
I. intransitiv, ohne casus, in den bedeutungen
1) vor sich hin sehen, vornhin sehen.
2) in die zukunft sehen, und zwar mit zuversicht, mit vertrauen. in die zukunft sehen oder ihr entgegensehen: der berg Morija heiszt dominus videbit, on zweifel, das ich allein es sehen sol, gleich wie ich, als da Abraham fürsahe, darinne er sich gar nichts fürsahe. das ist kürzlich nicht anders, denn ein rechten einfeltigen glauben und fest vertrauen, zuversicht, hoffnunge wil got von uns haben. Luther 1, 25a.
3) mit voraussicht aufachten, vorbedenkend aufachten, vorausbedenkend sich in acht nehmen: du bist yetz gsund worden, fürsihe das (dasz) du nit die sünd des haupts überkommest. J. Eck christenl. unterr. 16b; gott hat uns fallen lassen, wir

[Bd. 4, Sp. 806]


haben gejrret, lasst uns nun fürsehen und recht leren. Mathesius Luther (1566) 132a; derhalben habt jhr wol fürzusehen, dasz, wann jhr nach schnee ziehet, er vielleicht vergeh, ehe jhr dahin kommet, wann jhr nach grasz gehet, es schon abgemehet sey. Fischart Garg. 126a (1608 Dd iiijb); hat also ein verständiger wohl fürzusehen, wi und zu was zeiten u. s. w. Butschky kanzlei 321; er mus wohl fürsehen, keinen wegen eines lasters, mit welchem der herr selbst behafftet, bey demselben anzuklagen. dessen Patmos 765. vgl. unten III 2).
4) in voraussicht des zukünftigen thätig sein dasz das erforderliche da oder vorhanden sei, vorher sorgend vorkehrung treffen. um proviant fürsehen, providere rei frumentariae et rem frumentariam. Dentzler 2, 118b. vgl. DWB fürsehung thun unter dem worte fürsehung.
5) im voraus fördernd die thätigkeit zuwenden. mit dat. der sache: dem gemeinen nutz fursähen und wol hauszhalten, publice providere. Maaler 149d. vgl. auch hier den eben erwähnten ausdruck fürsehung thun.
II. transitiv, mit beigesetztem acc., dessen stelle aber auch ein satz einnehmen kann, und hat die bedeutungen
1) vorhersehen, voraussehen. dasz in dieser bedeutung ahd. furisëhan gestanden, zeigt unfurisëhandi, unversehens, unvermuthet, ex improviso, in den keronischen glossen 170a bei Hattemer. nhd. »prospicere animo, bey jm selbs vor radten, vorgespüren, fürsähen«. Frisius (1556) 1082b; »conjectura aliquid prospicere, durch etwas gemerck fürsähen«. ebenda und danach Maaler 149d. in den sinn überschlagend: gefaszt sein auf —. als dann man nichts vornam, dann aller kürtzweil, thurnieren, tantzen und andern reden, zu welchem ein jeder sein vermügen gebraucht unnd sich zum frölichsten hielte ... unnd gar nicht gedachten oder fürsahen die misztrauwen und ubelwöllung desz glücks, welche sich gemeiniglich understehen deszgleichen versammlung unnd freudenreiche tage, bey denen man mehrmals menschlicher schwachheit, trübseligkeit unnd jammers nicht eingedenck, besonder derselbigen vergist unnd vermeint, dasz der himmel (wie man sagt) gar voller geygen hange unnd sich das wetter nicht verkeren köndt, zu verwirren und mit leidt zu uberfallen. Amadis 298, 632.
2) im voraus ersehen, vorausersehen, voraus ausersehen, vorher mit bedacht ausersehen. so ahd. furisih, provide, in den keronischen glossen 158a bei Hattemer und in den damit stimmenden Pariser glossen Diut. 1, 179a, in so fern hier »provide« exod. 18, 21 übertragen ist. mhd. man liset, das sich unser hërre zuo einem mâle frœwete, dô ër indewendig an sach die von sînem vater fürsëhen wôrent. Tauler in W. Wackernagels altd leseb., 4. ausg., sp. 1023;

wën ich in mîner êwikeit
fürsëhen hab zer sælikeit,
in dëm bestêt mîn genâde. der Minne spiegel 358, in der erlös. s. 254.


3) voraussehen und als zukommend erwarten, entgegenharrend voraussehen. fursehen, providere vel expectare. voc. theut. 1482 i 7b.
4) in voraussicht vorbedenken oder überdenken. colligere animo, bey jm selbs wol fürsehen. Frisius (1556) 246b und danach Maaler 149c, der noch »providere« zufügt.
5) vorbedenkend für den fall des erfordernisses da sein oder vorhanden sein machen. noch wetterauisch und oberhessisch z. b. bei einem bau noch ein fenster in einem zimmer fürsehen, damit dieses volle hellung habe; schmelzbutter auf den winter fürsehen.
6) vorbedenkend für den fall des erfordernisses haben machen, vorbedenkend zum gebrauch oder zur verwendung ausstatten, versehen (s. d.). mhd.

und wurden alsô wol vürsëhen
daʒ in nihtes gebrast. krone 26183.

nhd. fursehen oder versorgen, providere. voc. theut. v. j. 1482 i 7a. so hat er uns fürsehen mit manicherleig köstlicher treffenlicher hilf. Keisersberg seelenparadies 110a; da gieng s. Johannes (Chrysostomus) lang in dem walde und bat gott, das er mit seinen gnaden mit jm were und jn fursehe. legende bei Luther 6, 501b; fürsechent si nit ... nach got! Schade sat. u. pasqu. 2, 144, 20; ms man si ... mit trib und trab und holz fürsehen. 149, 10.
7) mit voraussicht wahren, behüten oder bewahren, mit voraussicht sicherstellen. mhd., mit acc. der person:

wirt ër vor zouber niht vürsëhen
und endelîche wol bewart ...:
wirt aber ër wol behuot
so enwart nie ritter sô guot. krone 28567;

[Bd. 4, Sp. 807]


vasten vertreibt niht allain die eingevallen siehtüem, ëʒ fürsiht uns auch und beschërmt uns vor dën künftigen siehtüemen. Megenberg 492, 14. nhd., mit acc. der person oder der sache: fursehen, bewarn, huten, cavere. voc. theut. v. j. 1482 i 7b. man hats fürsähen und fürkommen. Frisius (1556) 1085a. cavere testamento, im testament oder gemächt fürsähen, verordnen und fürkommen. 199a und danach Maaler 149d; wir wollend das auch wol fürsähen, sed id quoque videbimus. Maaler ebenda. mit acc. der sache in dem sinne: mit voraussicht aufachtend wahren oder bewahren, mit voraussicht in acht nehmen, vorausbedenkend in acht nehmen.

die alt sprach: mein mann ist fein trachtsam,
gut ordnung in dem hausz er hat
und kauffet ein all ding nach rath,
zu rechter zeit all ding für sicht,
dasz ein ding werd verwarlost nicht
durch meid und knecht oder durch kinder.
H. Sachs I (1590), 335a.


8) vornhinaus sehen machen, weisen, zeigen. mhd. dar umbe hât uns unser hêrre ougen gegëben an dëm lîbe und ouch an dër sêle: als uns diu ûʒern ougen wîsent unde zeigent das wægeste (vortheilhafteste, beste) an lîplîchen dingen, daʒ uns diu innern ougen dër verstantnüsse alsô lêren unde vürsëhen, waʒ das beste sî an geistlîchen sachen. myst. 1, 330, 9. zwei handschriften des 14. jh., eine Straszburger und eine Münchner, lesen hier wirklich weisen d. i. wîsen statt vürsëhen. nhd. läszt sich diese bedeutung nicht mehr nachweisen. doch vgl. oben DWB I 1).
9) voraussehend bestimmen, voraussehend festsetzen, vorausbestimmen. predestinare, bereyten zu eim auszerwelten, fursehen zu eim auszerwelten, fursehen, von ewigkeit an sehen, bereiten zum heil. Eychman q 1b. provisum hoc legibus, die gesatzte habend das geordnet, oder, man hats fürsähen oder fürkommen mit, u. s. w. Frisius (1556) 1085a.
III. reflexiv, sich fürsehen, in den bedeutungen
1) mit voraussicht oder vorbedenkend für den fall des erfordernisses zu haben oder auszustatten thätig sein.
2) mit voraussicht aufachten, vorausbedenkend sich in acht nehmen. vgl. oben DWB I 3). so sehet euch fur, fur ewrem geist, und verachte keiner das weib seiner jugent. Mal. 2, 15; darum hüte dich und sihe dich wol fur, du lebest in grosser fahr. Sir. 13, 17; sihe dich für, das du nicht selbs drüber zu schaden kompst. 29, 27; sehet euch für, das jr jnen solchs nicht nachthut. Bar. 6, 4; sehet euch fur fur den falschen propheten, die in schafskleidern zu euch komen, inwendig aber sind sie reissende wolffe. Matth. 7, 15; sehet euch fur fur dem sawerteig der phariseer. Marc. 8, 15; sehet euch fur, das wir nicht verlieren, was wir ererbeitet haben, sondern vollen lohn empfahen. 2 Joh. 8; ich wil mich fürthin basz fürsehen, es sol mir nit mehr not geschehen. Alberus dictionar. T iiija, der erste satz auch in dessen buch wider Witzel M 4b; ich sehe mich für, ht mich, hab meinn acht, ich meid, vermeid, ich schew. dictionar. a. a. o.; sis cautus, sehe dich für, sei gewarnet. ebenda; man kan sich für eim dieb htten oder fürsehen. T iiijb; alleyn vermane ich euch, dz (dasz) ihr euch fursehen, was ihr thut. dessen wider Witzel L ib;

man seh sich für mit allem fleisz,
das sich niemandt an dem bescheisz,
der nichts dann höhn und spotten kan. dessen Esop (1550) 107;

Alexander Magnus ist hie, ...
der all herrschafft gert zuverdrücken
mit list und gwalt und wie er kan,
secht euch für, tht sein mszig gahn,
kehrt euch nit an sein schmeichelwort.
H. Sachs III (1578). 2, 222b;

es musz sich aber ein junger hoffmann wol fürsehen, dasz er nicht peccire in excessu oder in defectu. Schuppius 109; so ist sich wohl fürzusehen, das man ihme solche leute erwehle (nemlich zu freunden), da sich weder des sagens noch fragens zu scheuen ist. Butschky Patmos 413;

seht doch, eine grosze spinne
kriecht zur tochter in das hausz:
seht euch doch bey leibe für,
denn es ist ein gifftig thier.
Picander 3, 450;

sehen Sie sich wol für, milady — stunden der nüchternheit, augenblicke der erschöpfung könnten sich melden. Schiller (Gödeke) 3, 462 = kab. u. l. 4, 7 in den meisten ausgaben. doch ist sich fürsehen in der zweiten hälfte des 18. jh. bereits sehr selten und schriftdeutsch durch sich vorsehen verdrängt.
 
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fürsehen, n. der als subst. gesetzte inf. des vorigen verbums. in dem sinne von vorsicht, aus voraussicht hervorgehendes aufachten,

[Bd. 4, Sp. 808]


aus voraussicht hervorgehendes wahren: cautio u. s. w., das hten, verhten, fürsehen, das vermeidenn, warnung. Alberus dictionar. T iiija. cautio est, es ist sich wol zehten, es darff fürsähens. Frisius (1556) 199a und danach das letzte bei Maaler 149d. es ist fürsehens von nöthen, praecauto opus est. Reyher lex. 1, 2037. 2, F 3b.
 
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fürsehen, das part. praet. von fürsehen. neben fürgesehen. es steht auch, nach dem verbum fürsehen II 6), in der heute durch das part. praet. versehen ausgedrückten bedeutung: durch voraussicht das erforderliche habend, durch voraussicht versorgt. danach bedeutet es dann auch so viel als durch eine in voraussicht gegründete aufachtung bewahrt, durch fürsorge behütet, erhalten: so wüszend, das ich üch zuschick ein gutten gsellen, mit nammen ImmerWyn von Erlach, ein person von eim allten stammen, geschlecht und harkommen, welches vater von sinem groszherren und vater genommen und lebendig vergraben ward, alsz der nun usz wunderbarlicher mitwürckung des grossen allmächtigen gots disen sinen sun, mit zuthun der fürsechnen mutter, in dem grab geboren, in der forcht des herren ... erzogen. Niclaus Manuel leben u. werke 291, s. W. Wackernagels deutsch. leseb. 3, 1, 269. Frisius und Maaler schreiben fürsähen.
die geläufige nhd. form aber ist fürgesehen. fürgesehener, provisus. voc. theut. v. j. 1482 i 6b. schon im 18. jh. ist durch sie auch fürsehen als part. praet. schriftdeutsch völlig verdrängt.
 
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fürsehenlich, adj. der voraussicht gemäsz, der vorausbestimmung gemäsz. Davon das gleichlautende und gleichbedeutende adv.: dieweyl alle ding der massen (dermaszen) geschehen, das es nicht anderst scheynet, dann sie geschehen ausz einem zfal, das doch alles ausz not unnd fursehenlich geschehen soll. Melanchthon zum brief a. d. Römer 942.
 
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fürseher, m. einer der mit voraussicht handelt, einer dem eine fürsorge obliegt. vgl. DWB fürsehen. im besondern:
1) einer der sich in acht nimmt, ein behuthamer. fürseher, der sich fürsiehet, cautor. Kirsch (1723) 2, 125b. Matthiä (1761) 2, 161a.
2) einer der vorsorgt, einer der sorgt dasz genug da ist, ein versorger. wes seind ir denn sorgsam, das ir sprechend: was wellent wir essen, oder wz wellen wir trincken, oder womitt wend wir uns bekleiden? wenn disze sorg hond die heiden, die do nit ein vertruwen habent z gott, dz er ein fürseher sey seiner diener. Keisersberg postill 3, 82b. furseher, provisor. voc. theut. v. j. 1482 i 7a. voc. gemma-gemmar. v. j. 1505 v iija. vgl. auch Diefenbach 498c. ital. provisore, fürseher, vorsorger. Hulsius 2, 227a.
3) ein behüter, beschützer. Gabriel ist ain verkünder gotlicher kraft, Michael ain fürseher oder behueetter grosser tugent. Berthold von Chiemsee deutsche theol. s. 161 (cap. 23, 8); und also uberkame der risen könig gunst bei dem soldan, dasz er der jungfrauwen furseher warde, denn er war jr von hertzen holdt. buch d. liebe 12, 1, oft aber findet sich in dem buche auch verseher.
4) ein rathgeber. fürsäher (der), consultor. Maaler 149c. Frisius hat das wort bei dem lat. nicht.
5) ein verweser, vicarius. so in dem ehedem gebrauchten reichsfürseher statt reichsverweser. vgl. Heynatz antibarb. 1, 436.
 
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fürseherin, f. eine rathgeberin. consultrix, ein radtgäberin und fürsäherin. Frisius (1556) 310a und danach das letzte wort bei Maaler 149d. s. DWB fürseher 4).

 

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