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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
fürschnappen bis fürschränken (Bd. 4, Sp. 801)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) fürschnappen, intrans.: mit einer kurzen, klappenden bewegung vornaus fahren. wetterauisch, oberhessisch. die thür ist verschlossen, denn das schlosz ist fürgeschnappt.
bildlich hört man auch was ist dém fürgeschnappt? ihm vor den sinn gekommen dasz er so seltsam sich benimmt?
Hochdeutsch heute vorschnappen.
 
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fürschnäppig, adj. vorlaut, naseweis. in der Wetterau; dagegen z. b. in Baiern geschnäppig (Schmeller 3, 492). ein fürschnäppiger bube, der gegen die schicklichkeit überall, namentlich mit dem maule, d. h. im sprechen, vorn ist. sei nicht so fürschnäppig, so vorlaut.
ursprünglich wol: mit dem munde, dem schnabel in kurzer, klappender bewegung voraus d. h. vor andern zufahrend. sieh schnappen. Von dem adj. kommt dann das gleichlautende adv.
 
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fürschneiden, zum speisen zer- und vorlegen. Wilhelmi 2, 103b. dagegen haben Stieler 1899, Steinbach 2, 480 für- und vorschneiden mit überwiegen dieses letzten wortes, Rädlein, Weismann, Kirsch und, nach diesem, Matthiä jedes der beiden wörter an seiner ihm dem alphabete nach zukommenden stelle, während Dentzler bei vorschneiden auf fürschneiden verweist, Hederich und, ihm folgend, Nieremberger aber bereits nur vorschneiden verzeichnen, ein beweis, dasz jenes durch dieses verdrängt war. S. DWB vorschneiden.
 
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fürschneiden, n., der als subst. gesetzte inf. des vorigen verbums. biszlein, die keines fürschneidens bedürffen. Henisch.
 
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fürschneider, m. einer der bei tische die speisen zer- oder vorlegt, structor. furschneider. Junius nomencl. 1583 s. 355b. fürschneider. 1619 s. 243. Henisch 1304, 23. Dentzler 2, 118b. dagegen bringen Rädlein, Weismann, Kirsch und, diesem letzten folgend, Matthiä fürschneider und vorschneider nach ihrer stelle im alphabete, und Hederich mit dem ihm nachfolgenden Nieremberger hat nur noch vorschneider, ein zeichen, dasz sie fürschneider als erloschen ansahen. S. DWB vorschneider.
 
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fürschnell, adj., s. vorschnell. si (die thierweibchen) habent auch mêr hinderlist, wan (als) die manne, und sint vervâhend oder fürsnël und unschämik in haimleichen sachen. Megenberg s. 52, 19.
 
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fürschnellen, vornhin, voraus schnellen. vgl. Schmeller 3, 491, wo er wegen fürschnellig ein solches, diesem zu grunde liegendes verbum vermuthet. es kann trans. und intrans. stehn.
 
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fürschnellig, adj. vorschnell. Selhamers pred. (1694). s. Schmeller 3, 491 und vgl. DWB fürschnell.
 
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fürschopf, m., ein bedeckter gang, pergula, porticus, ambulacrum. Schmeller 4, 379. mhd. furschopf, porticus. voc. opt. nr. 4, 56 (s. 16a). schriftdeutsch ist heute vorschopf.
 
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fürschrank, m. ein aus verschränkten, überhaupt befestigenden pfählen oder hölzern vornhin gegen wasser geschlagener damm, zum schutze gegen wasser errichteter wolbefestigter damm, ein pfahldamm als uferbefestigung. mhd. swëlhiu dörfer bî waʒer ligen, diu sullen ein fürschranc haben, oder einen graben machen, daʒ in daʒ waʒer iht schaden tuo. Schwabensp. Wackernagel cap. 311, 4. in der hs. B (der Basler, dem 13. jahrh. angehörig) furslac, in andern hss. aber fürschlaht. s. DWB fürschlag, DWB fürschlacht.
 
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fürschränken, durch hölzerne oder eiserne gitterstäbe, überhaupt durch vorn angebrachte stäbe schützen, sperren oder schlieszen, z. b. thüren, fenster und dergleichen. vor- sive fürschränken. Stieler 1914. s. vorschränken.

 

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