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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
fürpochen bis furrätze (Bd. 4, Sp. 787)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) fürpochen, voraus pochen, zuerst trotzig entgegentreten. auch fürpuchen: sollen den räubern auf den straszen, stegen und altwegen stracks nacheilen oder fürpuchen, wie sie dann zur eroberung der thäter für gut ansehen würde. Krenner bayr. landtagshandlungen 17, 142. 145. 18, 390. s. Schmeller 1, 276.
 
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fürprächtig, adj. vor andern glänzend und herlich, sich in äuszerem glanze hervorthuend. in früherer schreibung fürbrächtig. das (das hebräische wörtlein ariz ps. 36, 35) bedeut auch das er dazu thut: er brustet sich und war furbrächtig, thät sich herfur, was etwas sonderlich vor allen, macht sich breit und hoch, gleichwie ein lorbaum fur andern bäumen allzeit grunet und etwas sonderlich pranget fur allen. Luther br. 2, 81.
 
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fürprahlen, sich prahlend über einen andern oder andere erheben. für- und vorpralen, bei Stieler 1473. s. vorprahlen.
 
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fürprangen, mit prangen es einem andern oder andern zuvorthun, mehr prangen im vergleiche zu einem andern oder andern. bei Stieler 1473 »für- et vorprangen, seu pralen«, also in gleicher bedeutung mit fürprahlen (s. d.), vorprahlen.
S. vorprangen.
 
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fürpredigen, s. vorpredigen. drumb haben die alten den jungen nur fürgeprediget. Mathesius Sarepta (1562) 146a.
 
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fürpuchen, s. DWB fürpochen.
 
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fürquet, n., ein wort fremdländischer bildung, dessen bedeutung aus folgender stelle erhellt, in welcher, nachdem von 4 durch herzog Philipp Julius 1623 geworbenen compagnien geredet ist, die damalige tracht der musketiere angegeben wird so wie ihre bewafnung mit einer luntenflinte und einem degen: zur luntenflinte gehörte noch das fürquet, welches der soldat gleichfalls bei sich führen muszte. es war eine stange, oben mit gabelförmigem beschlage. wenn der soldat feuern wollte, stemmte er die kolbe der muskete an seine brust, stellte mit der linken hand das fürquet vor sich hin, legte die spitze der muskete auf die gabel des fürquetes und brachte dann die brennende lunte, nachdem er deren asche abgeblasen, in die geöffnete pfanne. in Wallhausens kriegskunst ist der musketier in allen stellungen bei der handhabung der muskete abgebildet. baltische studien 15, 37.
Rüstow 1, 297 schreibt furket. franz. eigentlich fourquette, abgeleitet von altfranz. fourque, gabel, zwiesel. s. DWB furke.
 
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fürrahmen, an den seiten mit einem rahmen versehen, einrahmen. »tafeln einrahmen, marginare tabulas. dicitur etiam für- sive vorrahmen, margine praemunire«. Stieler 1512.
S. vorrahmen.
 
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fürraiten, s. fürreiten, vorrechnen.
 
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fürrath, m., s. vorrath. (die fürkäufer) frolocken in dem ungeraten jar, verbergen den fürrat in der not, wo sie verhoffen mer gelts daran z erhalten. H. Sachs vier dialoge 46, 7, vgl. DWB fürkäufer 1); auch jr mayestät clainen trost der proviant furrats gebe. Schertlin briefe a. d. stadt Augsb. 31; für hungers gefahr mit Joseph einen fürrhat am gedreit auffschütten. J. Nasus kriegs- u. siegspredig C 5a. fürraht. Hulsius 51a, doch mit verweisung auf forraht, welches aber fehlt und vorrath 155b sein soll. in späteren wörterbüchern findet sich das wort nicht mehr angeführt; aber wetterauisch z. b. sagt man noch heute fîrrôd d. i. hochd. fürrat.
 
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furrätze, f., mit rr neben furätze (s. d.), wie furre (s. d.) neben fure (s. d. und fuhre oben sp. 426), furche. sulcus aquarius furrätze, wasserfurch. Schöpper syn. nr. 27. ein beweis dasz, wie unter furätze vermuthet wurde, in der ersten silbe des wortes jenes fure, furre steckt. geschöpft aber hat Schöpper, der seines landes ein Westfale oder, wie er sich ausdrückt, ein »Westpheling « war, sein furrätze wol nicht aus der westfälischen mundart, sondern aus dem süddeutschen oder, wie er sich ausdrückt, der oberlendischen zunge.

 

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