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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
fürpflicht bis fürrahmen (Bd. 4, Sp. 786 bis 787)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) fürpflicht, f., s. vorpflicht.
 
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fürplatten, auf dem blatte vorblasen, in angenehmer weise vorstellen, lockend vorstellen: da der Belial mit schnarchen, schnauben, trotzen, bochen, trowen nichts auszrichten kondte, stellet er etliche auff die spitzen des tempels, plattet jn für, sie weren gottgelerte unnd hochgelerte leute im ackerbaw gottes. Mathesius Luther (1566) 102a; ein ander leret und lase nur, was jm ander fürplatteten und einkeweten. 136a.
weil zusammensetzung mit blatten (s. d.), richtiger fürblatten.
 
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furplatzig, fürplätzig, adj. im sprechen voreilig, im sprechen übereilt, vorlaut, naseweis. östr. bair., s. Loritza 46b und Schmeller 1, 339, von welchen dieser die umlautende, jener die umlautlose form hat. seyd nicht fürplätzig mit worten. Gemeiner regensburg. chron. 3, 816, bei Schmeller a. a. o. Davon ein gleichlautendes adv.
Das einfache adj. platzig, plätzig ist von platzen, blatzen, ausplaudern, blaterare (Alberus dict. HH iija. s. DWB blatzen und

[Bd. 4, Sp. 787]


platzen), bletzen, pletzen, klatschen, schwatzen (Schmeller, 2. ausg. 1, 334), in gleicher weise abgeleitet, wie schwätzig, bei Alberus dict. G 4b schwetzig, von schwatzen, schwätzen. noch ist wetterauisch blatzen = ausplaudern landläufiges wort. hiernach bedeutet fürplatzig, fürplätzig ursprünglich: voreilig ausplaudernd, im voraus plauderig.
 
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fürpochen, voraus pochen, zuerst trotzig entgegentreten. auch fürpuchen: sollen den räubern auf den straszen, stegen und altwegen stracks nacheilen oder fürpuchen, wie sie dann zur eroberung der thäter für gut ansehen würde. Krenner bayr. landtagshandlungen 17, 142. 145. 18, 390. s. Schmeller 1, 276.
 
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fürprächtig, adj. vor andern glänzend und herlich, sich in äuszerem glanze hervorthuend. in früherer schreibung fürbrächtig. das (das hebräische wörtlein ariz ps. 36, 35) bedeut auch das er dazu thut: er brustet sich und war furbrächtig, thät sich herfur, was etwas sonderlich vor allen, macht sich breit und hoch, gleichwie ein lorbaum fur andern bäumen allzeit grunet und etwas sonderlich pranget fur allen. Luther br. 2, 81.
 
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fürprahlen, sich prahlend über einen andern oder andere erheben. für- und vorpralen, bei Stieler 1473. s. vorprahlen.
 
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fürprangen, mit prangen es einem andern oder andern zuvorthun, mehr prangen im vergleiche zu einem andern oder andern. bei Stieler 1473 »für- et vorprangen, seu pralen«, also in gleicher bedeutung mit fürprahlen (s. d.), vorprahlen.
S. vorprangen.
 
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fürpredigen, s. vorpredigen. drumb haben die alten den jungen nur fürgeprediget. Mathesius Sarepta (1562) 146a.
 
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fürpuchen, s. DWB fürpochen.
 
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fürquet, n., ein wort fremdländischer bildung, dessen bedeutung aus folgender stelle erhellt, in welcher, nachdem von 4 durch herzog Philipp Julius 1623 geworbenen compagnien geredet ist, die damalige tracht der musketiere angegeben wird so wie ihre bewafnung mit einer luntenflinte und einem degen: zur luntenflinte gehörte noch das fürquet, welches der soldat gleichfalls bei sich führen muszte. es war eine stange, oben mit gabelförmigem beschlage. wenn der soldat feuern wollte, stemmte er die kolbe der muskete an seine brust, stellte mit der linken hand das fürquet vor sich hin, legte die spitze der muskete auf die gabel des fürquetes und brachte dann die brennende lunte, nachdem er deren asche abgeblasen, in die geöffnete pfanne. in Wallhausens kriegskunst ist der musketier in allen stellungen bei der handhabung der muskete abgebildet. baltische studien 15, 37.
Rüstow 1, 297 schreibt furket. franz. eigentlich fourquette, abgeleitet von altfranz. fourque, gabel, zwiesel. s. DWB furke.
 
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fürrahmen, an den seiten mit einem rahmen versehen, einrahmen. »tafeln einrahmen, marginare tabulas. dicitur etiam für- sive vorrahmen, margine praemunire«. Stieler 1512.
S. vorrahmen.

 

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