Wörterbuchnetz
Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
fürpete bis fürpredigen (Bd. 4, Sp. 786 bis 787)
Abschnitt zurück Abschnitt vor
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) fürpete, f. was fürbitte. mit dem in süddeutschen mundarten erhaltenen strengahd. p (vgl. DWB fürpasser), denn die eigentliche nhd. form würde fürbete sein. s. DWB bete. vor denen (nemlich böser engel einflüssen) uns aber got der allmächtig behueett auf fürpete guoter engel. Berthold von Chiemsee theologey s. 161; hilf und fürpete. 279; solh fruhtbar fürpete. 583.
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
fürpitter, m., eben so statt fürbitter, wie fürpet statt fürbet, fürpete statt fürbete. daʒ auch der fürpitter bey gott angenäm sey. Berthold von Chiemsee theol. s. 579, 8.
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
fürpfand, n. ein für ein anlehen voraus gegebenes pfand, ein unterpfand, eine hypothek. und darüber ze besser gewisheit haben wir jm ze furphant gesetzt unser aigen datz hard. monum. boica 2, 21; dasz jm der (es ist ein hof gemeint), als ain verschriben fürpfandt, mit gerichtshande solte eingeantwurt werden. 9, 308. s. Schmeller 1, 317. seine behausung darumben zu einem für- und unterpfand ... zuverschreiben anerbieten würde. bei Haltaus 558. auch ein einsatz auf eine bestimmte zeit beim verkauf eines liegenden gutes zur gewähr, dasz der verkäufer einen während jener zeit wegen des gutes etwa entstehenden process statt des käufers führen wolle. dieser einsatz bestand aus andern güterstücken des verkäufers und dieser muste wegen dieses fürpfandes so lange, als die gewährschaft dauerte, jedes jahr, um das gedächtnis derselben zu wahren, etwas liefern, z. b. ein huhn. übrigens konnte der verkäufer auch statt eines fürpfandes bewährte gutsteher oder bürgen stellen, doch muste dies so geschehen, dasz, wenn einer starb, unverzüglich ein andrer an dessen stelle trat. s. monum. boica 21, 269. Westenrieder glossar. 175. aus einem gut, worauf man rechtliche ansprüche macht, fürpfant nemen, einem daraus fürphant ertailen, fürpfant geben. monum. boica 25, 244. 246. s. Schmeller 1, 317. 318.
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
fürpflicht, f., s. vorpflicht.
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
fürplatten, auf dem blatte vorblasen, in angenehmer weise vorstellen, lockend vorstellen: da der Belial mit schnarchen, schnauben, trotzen, bochen, trowen nichts auszrichten kondte, stellet er etliche auff die spitzen des tempels, plattet jn für, sie weren gottgelerte unnd hochgelerte leute im ackerbaw gottes. Mathesius Luther (1566) 102a; ein ander leret und lase nur, was jm ander fürplatteten und einkeweten. 136a.
weil zusammensetzung mit blatten (s. d.), richtiger fürblatten.
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
furplatzig, fürplätzig, adj. im sprechen voreilig, im sprechen übereilt, vorlaut, naseweis. östr. bair., s. Loritza 46b und Schmeller 1, 339, von welchen dieser die umlautende, jener die umlautlose form hat. seyd nicht fürplätzig mit worten. Gemeiner regensburg. chron. 3, 816, bei Schmeller a. a. o. Davon ein gleichlautendes adv.
Das einfache adj. platzig, plätzig ist von platzen, blatzen, ausplaudern, blaterare (Alberus dict. HH iija. s. DWB blatzen und

[Bd. 4, Sp. 787]


platzen), bletzen, pletzen, klatschen, schwatzen (Schmeller, 2. ausg. 1, 334), in gleicher weise abgeleitet, wie schwätzig, bei Alberus dict. G 4b schwetzig, von schwatzen, schwätzen. noch ist wetterauisch blatzen = ausplaudern landläufiges wort. hiernach bedeutet fürplatzig, fürplätzig ursprünglich: voreilig ausplaudernd, im voraus plauderig.
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
fürpochen, voraus pochen, zuerst trotzig entgegentreten. auch fürpuchen: sollen den räubern auf den straszen, stegen und altwegen stracks nacheilen oder fürpuchen, wie sie dann zur eroberung der thäter für gut ansehen würde. Krenner bayr. landtagshandlungen 17, 142. 145. 18, 390. s. Schmeller 1, 276.
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
fürprächtig, adj. vor andern glänzend und herlich, sich in äuszerem glanze hervorthuend. in früherer schreibung fürbrächtig. das (das hebräische wörtlein ariz ps. 36, 35) bedeut auch das er dazu thut: er brustet sich und war furbrächtig, thät sich herfur, was etwas sonderlich vor allen, macht sich breit und hoch, gleichwie ein lorbaum fur andern bäumen allzeit grunet und etwas sonderlich pranget fur allen. Luther br. 2, 81.
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
fürprahlen, sich prahlend über einen andern oder andere erheben. für- und vorpralen, bei Stieler 1473. s. vorprahlen.
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
fürprangen, mit prangen es einem andern oder andern zuvorthun, mehr prangen im vergleiche zu einem andern oder andern. bei Stieler 1473 »für- et vorprangen, seu pralen«, also in gleicher bedeutung mit fürprahlen (s. d.), vorprahlen.
S. vorprangen.
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
fürpredigen, s. vorpredigen. drumb haben die alten den jungen nur fürgeprediget. Mathesius Sarepta (1562) 146a.

 

Eingabe
Wörterbuchtext:
Stichwort: