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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
fürordnen bis fürpfand (Bd. 4, Sp. 785 bis 786)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) fürordnen, voraus anordnen, vorausbestimmen, zum voraus anordnen, zum voraus bestimmen. s. DWB vorordnen. mit diesem bei Stieler 1397.
 
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fürordnung, f. eine vorherbestimmung, eine vorausbestimmung. propositum, fur ordnung, furbereytung. Eychman f 7a. es ergangen alle ding nach der bescherung und lauf der natur und nit nach fürordenung gottes. Keisersberg seelenparadies 106a; du mainest, gott solle dir disz allso umb sunst geben, da wirt nichts ausz. er möcht es wol thn durch den überschwanck seines gewaltes, das tt er aber nitt, wann (denn) also ist sein öwige fürordnung, das (dasz) ain mensch auch selbert soll hand anlegen, ym selbs gewalt an thn unnd sich ben, jn umb hilff anrffen: dem selben wil er mit seiner gnad beystendig sein. dessen predigen (1508) 67c.
 
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fürpassen, voraus aufpassen, auflauern. mit dat. der person: einem fürpassen, einem aufpassen, vorpassen, ihm den weg abpassen u. dgl. Schmeller 1, 297. s. auch vorpassen.
 
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fürpasser, mit dem in süddeutschen mundarten erhaltenen strengahd. p, statt fürbasser (s. d.):

wann ëʒ van wolken würt so vil
petrubet, daʒ ëʒ donren wil,
so fluhen sy (die frösche sind gemeint) furpasser
und springen in daʒ wasser.
Behaim Wiener s. 287, 15, daneben fürbasser 301, 22;

ob etlich provisoner (durch gnadengeld erhaltene, pensionierte) in den aidgnossen in obberurter zedln begriffen mit tod abganngen wern oder auch etlich furpasser abgeen wurden, daz (dasz) er an derselben stat kainem anndern ainich provision oder gnadgelt von unsern wegen zu geben zusage. Chmel urk. Max. I. nr. 148 (s. 163).
 
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fürpassieren, sich vorüber begeben, vorüber kommen: wolte er ... auch alle und jede tag sie in dem bronnen der drey olivenbäum führen, daselbsten dann alle reysige fürpassieren

[Bd. 4, Sp. 786]


musten. Amadis 430, 933. im besondern auch: im rennen vorbeikommen oder vorüberkommen. folgendts legt er widerumb von neuwen wider den Galaor ein, welcher (dergleichen thuend, als ob er jhn empfahen wolt) gleich wie darvor sich beseits that und ohn allen verzug für passiert, und zum stercksten ... rennet, so lang dasz der ritter sein genommen ritt vollbracht. 365, 778; hierauff legten sie jre lantzen ein, rennten eylendts zusammen ... aber Florestan mit seiner lantzen noch gantz unnd one zerbrochen fürpassieret. nacher keret er gegen dem ritter umb. 426, 921.
In ähnlichem sinne steht fortpassieren, doch hat es mehr den: weithin vorüberkommen, vorüber kommen und weiter hin. umb dieses willen wartet unnd verhart Galaor nicht, sonder stach in sein pferdt und passieret fort. als dieses der ander ersahe, schrie er jm: o Federleshansz, jr fliecht. Amadis 365, 778.
 
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fürpassieren, n., der als subst. gesetzte inf. des vorigen verbums. da er im fürpassieren ein klein fewer in ainem thal ersahe. Amadis 367, 782.
 
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fürpasz, statt fürbasz (s. d.), wo sich belegstellen finden, und über das p sieh vorhin fürpasser.
 
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fürpet, n. ein gebet das eine fürbitte ist, dann überhaupt was fürbitte. s. DWB bet. mit bewahrten strengahd. p (vgl.fürpete): wann dieselb pen erstatt ist an des übeltäters leib oder guoet oder mit seinem abpet oder durch annderr lewt fürpet. Berthold von Chiemsee theologey s. 41; nichtsweniger wirt dasselb fürpet und gotszdienst angelegt in gemain allen glawbigen. 579; so seinn auch kainer frömbder hilf oder fürpets bedürffend die erwelten geist zuo himel. ebenda; also haben Moyses unnd Aaron mit jrem fürpet dem volck ersprossen. 583; auch mit jrem fürpete von got erwerben. ebenda. eigentliche nhd. form würde fürbet sein.
 
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fürpete, f. was fürbitte. mit dem in süddeutschen mundarten erhaltenen strengahd. p (vgl. DWB fürpasser), denn die eigentliche nhd. form würde fürbete sein. s. DWB bete. vor denen (nemlich böser engel einflüssen) uns aber got der allmächtig behueett auf fürpete guoter engel. Berthold von Chiemsee theologey s. 161; hilf und fürpete. 279; solh fruhtbar fürpete. 583.
 
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fürpitter, m., eben so statt fürbitter, wie fürpet statt fürbet, fürpete statt fürbete. daʒ auch der fürpitter bey gott angenäm sey. Berthold von Chiemsee theol. s. 579, 8.
 
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fürpfand, n. ein für ein anlehen voraus gegebenes pfand, ein unterpfand, eine hypothek. und darüber ze besser gewisheit haben wir jm ze furphant gesetzt unser aigen datz hard. monum. boica 2, 21; dasz jm der (es ist ein hof gemeint), als ain verschriben fürpfandt, mit gerichtshande solte eingeantwurt werden. 9, 308. s. Schmeller 1, 317. seine behausung darumben zu einem für- und unterpfand ... zuverschreiben anerbieten würde. bei Haltaus 558. auch ein einsatz auf eine bestimmte zeit beim verkauf eines liegenden gutes zur gewähr, dasz der verkäufer einen während jener zeit wegen des gutes etwa entstehenden process statt des käufers führen wolle. dieser einsatz bestand aus andern güterstücken des verkäufers und dieser muste wegen dieses fürpfandes so lange, als die gewährschaft dauerte, jedes jahr, um das gedächtnis derselben zu wahren, etwas liefern, z. b. ein huhn. übrigens konnte der verkäufer auch statt eines fürpfandes bewährte gutsteher oder bürgen stellen, doch muste dies so geschehen, dasz, wenn einer starb, unverzüglich ein andrer an dessen stelle trat. s. monum. boica 21, 269. Westenrieder glossar. 175. aus einem gut, worauf man rechtliche ansprüche macht, fürpfant nemen, einem daraus fürphant ertailen, fürpfant geben. monum. boica 25, 244. 246. s. Schmeller 1, 317. 318.

 

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