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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
furnierarbeit bis furnierung (Bd. 4, Sp. 782 bis 783)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) furnierarbeit, f. bei dem schreiner oder tischler eine von ihm gefertigte und mit dünngeschnittenen feinen holzblättern, oder mit silber, perlmutter, schildpat, elfenbein u. dgl. zu bildern und figuren aus- oder, was dasselbe ist, eingelegte, auch im ganzen mit solchen blättern belegte arbeit. auch furnierte arbeit, völlig deutsch eingelegte arbeit. Jacobsson 1, 512b. vgl. furnier.
 
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furnierblatt, n. ein dünngeschnittenes feines holzblatt zum »furnieren«. s. furnieren 2) und furnier.
 
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furnieren , bei Sperander 267b forniren, ein, wie unten die stelle von Mathesius zeigt, schon im 16. jh. vorkommendes wort, entlehnt aus ital. fornire, franz. fournir, versehen, versorgen, verschaffen, dargeben, ausstatten, das, wie es nach provenzal. formir, furmir, vollbringen, ausführen, befriedigen, ein genüge thun, neben fornir und nach dem freilich blosz ital. fronire neben jenem fornire allen anschein hat, aus ahd. frumjan, fördern, vollbringen, schaffen (s. DWB frummen), hervorgegangen ist, indem diese bedeutungen leicht in die angegebenen versehen, versorgen, verschaffen übergehn konnten. s. Diez wb. der rom. spr., 2. ausg., 1, 189. Bedeutungen.
1) versorgend dargeben, versehend dargeben, an die hand gehend geben, vorschieszen, vorstrecken, verschaffen. mit acc. der sache und dat. der person: einem die kosten furniren, praebere alicui sumtus. Hederich (1753) 955. Nieremberger Bbb 1d; einem geld fourniren, subministrare alicui pecuniam. Nieremberger ebenda. beide, Hederich wie Nieremberger, verweisen dabei auf darreichen und geben. dieselbe verweisung mit hinzufügung der auf vollstrecken hat dann Weber in seinem deutsch-lat. universalwb. 308b bei fourniren, praebere, subministrare, suppeditare alicui aliquid. namentlich kommt das wort bei den kaufleuten vor in dem sinne von vorschieszen, vorstrecken, leihen, anschaffen, mit waaren verlegen (s. verlegen). Krünitz 15 (1786), 474.
2) bei schreinern oder tischlern so wie bei drechslern und andern holzarbeitern: mit dünngeschnittenen feinen holzblättern auslegen oder im ganzen belegen, auch mit silber, perlmutter, schildpat, elfenbein u. dgl. auslegen oder einlegen. Krünitz. Adelung. Jacobsson 1, 808bf. vgl. auch Karmarsch handb. der mechan. technol.,

[Bd. 4, Sp. 783]


3. aufl., s. 790. bei Weber deutsch-lat. universalwb. (1770) 308a fourniren = »eingelegte arbeit machen« mit dem belege fournirter schrank, scrinium vermiculatum. daher die hoffart kompt, dasz man (1562: daher die leidige vergebne und schedliche hoffart, nun) hausz unnd stuben decken mit golt beschmiert, kupffer vergüldet (1562 verguldet), und die stuben mit dünnen (1562 dünnem) flader furnieret. Mathesius Sarepta 54a (vgl. flader), aber in der ausgabe von 1562 75b formiret, welches schwerlich durch anlehnung an formieren (3, 1901) gesetzt ist, sondern vielmehr an die oben angegebenen provenz. formen formir, furmir erinnert. zu der furnirten arbeit schickt sich, sowohl auf nuszbaumart, an tischen, schränken, bretspielen und commoden, als im schattieren der laubwerke und figuren, unter den einheimischen landhölzern das ahornholz am vorzüglichsten und nach diesem das birn-, weiszbüchen und elsenholz. Krünitz a. a. o. Vgl. furnier.
 
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furnierer, m. ein kunsttischler der furniert oder furnierarbeit macht, tessellati, segmentati operis artifex. Weber deutschlat. universalwb. (1770) 309a. vgl. Jacobsson 1, 809a. auch furniertischler und, nach franz. ébéniste, ebenist.
 
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furnierhobel, m. ein hobel der zum furnieren oder fertigen furnierter arbeit gebraucht wird. Adelung. Haas d.-fr. wb.
 
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furnierholz, n. holz, mit dem furniert wird. man nimmt hierzu durchgängig gut von natur gefärbtes oder von maserigen und flammigen adern durchzogenes holz, von einheimischem z. b. flieder, birkenmaser, nuszbaumholz, kirschbaumholz u. s. w. vgl. Jacobsson 1, 809a.
 
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furniermühle, f. eine mühle der schreiner zum schneiden von furnierplatten. sie ist im 16. jh. von Georg Renner, einem augsburgischen lehrmeister, erfunden. Jacobsson 5, 600b.
 
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furnierplatte, f. eine in der dicke von etwa zwei linien oder auch noch dünner gesägte holzplatte zum furnieren. Jacobsson ebenda. Vgl. DWB furnierblatt, DWB furnierholz und DWB furniersäge.
 
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furniersäge, f. eine feine im blatt kaum zwei linien breite laubsäge, die der schreiner oder tischler zum schneiden der furnierplatten gebraucht. Jacobsson ebenda. Vgl. DWB furnierplatte.
 
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furnierschreiner, furniertischler, m. was furnierer, s. d.
 
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furnierung, f. sowol das kunstmäszige belegen mit dünngeschnittenen feinen holzplatten, die aufgeleimt werden, als auch das kunstmäszige auslegen oder einlegen mit solchen platten, so wie mit silber, perlmutter, schildpat, elfenbein u. dgl. vgl. Karmarsch handb. der mechan. technol., 3. aufl., s. 790.

 

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