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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
fürnehmlichen bis furnierhobel (Bd. 4, Sp. 781 bis 783)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) fürnehmlichen, adv. was das vorige fürnehmlich. mhd. eben so wenig nachzuweisen, wie dieses fürnehmlich; es würde vürnæmlîchen lauten. das wort erscheint erst im 16. jh.: darab sich meniglich erfrewet, fürnemlichen das schöne freuwlin Olinda. Amadis 257, 540; von welchem (dem frauenzimmer) sie gantz lieblich, fürnemblichen der königin, empfangen wurden. 257, 541; und dieses sagt sie lachend, und mit sonder lieblichkeit, fürnemblichen damit sie hiedurch jren bruder allein bey seiner bulschafft liesz. 259, 544; da sie (die drei ritter) mit grosser freud und besser empfangen wurden, wenn (als) lange zeit keine andere ritter, fürnemblichen, dieweil Galaor noch nie am selbigen gewest. 303, 642; den hohen, hertzlichen, guten eyffer, so unser allergnedigster herr und könig ... nicht allein gegen gemeinen nutz seines königreichs unsers allergeliebten vatterlandts, sonder auch fürnemlichen zu erhöhung unnd mehrung der ritterschafft ...

[Bd. 4, Sp. 782]


gnedigst tregt. 322, 686. eben so wol kommt in diesem werke aber auch fürnemlich vor, dem gegenüber fürnemlichen bald erlischt, so dasz dieses im 17. jh. kaum mehr sich finden dürfte.
 
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fürnehmung, f. , das subst. der handlung von fürnehmen sp. 776. es bedeutet
1) das nehmen vor augen oder vor die hand zur behandlung, beschäftigung u. dgl. s. DWB fürnehmen I 2).
2) das fassen in die augen zur that mit ausführung derselben. s. DWB fürnehmen I 4).
3) das bewirken dasz jemand vorkommt oder erscheint zur vernehmung, prüfung, ausforschung, zu einem verweise u. s. w. die fürnehmung vor gericht. s. DWB fürnehmen I 5).
4) eine gefaszte richtung des willens zu etwas, eine entscheidung des willens zu einer handlung. s. DWB fürnehmen I 6) und III 1). propositum, furnemung, fursatz. Eychman q 7a; pretextu justicie fecit, furnemung halb. q iiija. institutum, ein fürnämung. Dasypodius 231d; fürnemmung. 389b. nach jenem fürnämung ist dann fürnemung bei Serranus dict. z 6b gesetzt. in gleichem sinne hat auch noch Rädlein 313a fürnehmung.
5) unternehmung. s. DWB fürnehmen I 6) und besonders fürnehmen n. 3) sp. 780. fürnemmung, conatus et conamen. Dasypodius a. a. o.; susceptio, underwindung und fürnemmung. Frisius (1556) 1279a und danach dieses letzte wort bei Maaler 149c. auch diese bedeutung hat Rädlein a. a. o., wenn er das wort durch franz. entreprise übersetzt.
6) überhebung. presumptio, hoffart, furnemung, vel hoffertig gedenck, unvernunfftig vermessung, übergreiffung u. s. w. Eychman q iijb. s. DWB fürnehmen II 2).
 
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fürnen, n., s. DWB fürnehmen n. sp. 779.
 
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furner, n., s. furnier.
 
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furnichten, was vernichten. warumb verleuckestu Christum und furnichtest, schendest und lesterst ihn? Laurentius Döner bei Luther 6, 334a. es ist, ins hochdeutsche umgebildet, das mitteld. vornichten, dessen vor- mit unserm hochd. ver- zusammenfällt.
 
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furnier, n. bei dem schreiner oder tischler dünngeschnittene feine holzblätter, mit welchen er eine von ihm gefertigte künstliche arbeit, ein von ihm künstlich gefertigtes geräth auslegt oder belegt. Krünitz 15 (1786), 474. Adelung. bei Sperander 267b fornier. früher bei Henisch 1304, 3 furner. ein, wie es scheint, erst im 18. jh. bei jenen handwerkern aufgekommener, von furnieren abgeleiteter ausdruck.
 
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furnierarbeit, f. bei dem schreiner oder tischler eine von ihm gefertigte und mit dünngeschnittenen feinen holzblättern, oder mit silber, perlmutter, schildpat, elfenbein u. dgl. zu bildern und figuren aus- oder, was dasselbe ist, eingelegte, auch im ganzen mit solchen blättern belegte arbeit. auch furnierte arbeit, völlig deutsch eingelegte arbeit. Jacobsson 1, 512b. vgl. furnier.
 
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furnierblatt, n. ein dünngeschnittenes feines holzblatt zum »furnieren«. s. furnieren 2) und furnier.
 
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furnieren , bei Sperander 267b forniren, ein, wie unten die stelle von Mathesius zeigt, schon im 16. jh. vorkommendes wort, entlehnt aus ital. fornire, franz. fournir, versehen, versorgen, verschaffen, dargeben, ausstatten, das, wie es nach provenzal. formir, furmir, vollbringen, ausführen, befriedigen, ein genüge thun, neben fornir und nach dem freilich blosz ital. fronire neben jenem fornire allen anschein hat, aus ahd. frumjan, fördern, vollbringen, schaffen (s. DWB frummen), hervorgegangen ist, indem diese bedeutungen leicht in die angegebenen versehen, versorgen, verschaffen übergehn konnten. s. Diez wb. der rom. spr., 2. ausg., 1, 189. Bedeutungen.
1) versorgend dargeben, versehend dargeben, an die hand gehend geben, vorschieszen, vorstrecken, verschaffen. mit acc. der sache und dat. der person: einem die kosten furniren, praebere alicui sumtus. Hederich (1753) 955. Nieremberger Bbb 1d; einem geld fourniren, subministrare alicui pecuniam. Nieremberger ebenda. beide, Hederich wie Nieremberger, verweisen dabei auf darreichen und geben. dieselbe verweisung mit hinzufügung der auf vollstrecken hat dann Weber in seinem deutsch-lat. universalwb. 308b bei fourniren, praebere, subministrare, suppeditare alicui aliquid. namentlich kommt das wort bei den kaufleuten vor in dem sinne von vorschieszen, vorstrecken, leihen, anschaffen, mit waaren verlegen (s. verlegen). Krünitz 15 (1786), 474.
2) bei schreinern oder tischlern so wie bei drechslern und andern holzarbeitern: mit dünngeschnittenen feinen holzblättern auslegen oder im ganzen belegen, auch mit silber, perlmutter, schildpat, elfenbein u. dgl. auslegen oder einlegen. Krünitz. Adelung. Jacobsson 1, 808bf. vgl. auch Karmarsch handb. der mechan. technol.,

[Bd. 4, Sp. 783]


3. aufl., s. 790. bei Weber deutsch-lat. universalwb. (1770) 308a fourniren = »eingelegte arbeit machen« mit dem belege fournirter schrank, scrinium vermiculatum. daher die hoffart kompt, dasz man (1562: daher die leidige vergebne und schedliche hoffart, nun) hausz unnd stuben decken mit golt beschmiert, kupffer vergüldet (1562 verguldet), und die stuben mit dünnen (1562 dünnem) flader furnieret. Mathesius Sarepta 54a (vgl. flader), aber in der ausgabe von 1562 75b formiret, welches schwerlich durch anlehnung an formieren (3, 1901) gesetzt ist, sondern vielmehr an die oben angegebenen provenz. formen formir, furmir erinnert. zu der furnirten arbeit schickt sich, sowohl auf nuszbaumart, an tischen, schränken, bretspielen und commoden, als im schattieren der laubwerke und figuren, unter den einheimischen landhölzern das ahornholz am vorzüglichsten und nach diesem das birn-, weiszbüchen und elsenholz. Krünitz a. a. o. Vgl. furnier.
 
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furnierer, m. ein kunsttischler der furniert oder furnierarbeit macht, tessellati, segmentati operis artifex. Weber deutschlat. universalwb. (1770) 309a. vgl. Jacobsson 1, 809a. auch furniertischler und, nach franz. ébéniste, ebenist.
 
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furnierhobel, m. ein hobel der zum furnieren oder fertigen furnierter arbeit gebraucht wird. Adelung. Haas d.-fr. wb.

 

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