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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
fürnehmen bis fürnehmung (Bd. 4, Sp. 778 bis 782)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) fürnehmen, n. , der als subst. gesetzte inf. des vorigen verbums. im 16., 17. jh. und selbst noch bis in die erste hälfte des 18. jh. sehr geläufig. bei Dasypodius 333c fürnemen. propositum, das fürnemen. Alberus dict. Ee 1a; argumentum, ein furnemen, sach, handel. ebenda. bei Frisius und Maaler fürnemmen, aber bei Henisch, wie vorhin bei Dasypodius, fürnemen. Stieler 1364 hat »die, et das fürnemen«, also das wort auch als femininum, was völlig ungewöhnlich ist und als verwerflich erscheint. Rädlein, Hederich verzeichnen fürnehmen und vornehmen, jedes an seiner stelle, ohne bevorzugung des einen vor dem andern, während Dentzler, Weismann, Kirsch nur fürnehmen anführen, Nieremberger Ddd 1b zwar fürnehmen aufnimmt und die lateinischen ausdrücke beisetzt, aber auf vornehmen verweist und sonach dieses für das üblichere erklärt, endlich Matthiä schon in der ersten aufl. seines lexicons 2, 152a bei fürnehmen unmittelbar noch das vornehmen setzt, wie noch vor ihm Steinbach 2, 135 für-, vornehmen. spätere wörterbücher enthalten fürnehmen nicht mehr, ein zeichen dasz es von vornehmen, welches allein bereits bei Frisch 2, 13b verzeichnet ist, mit den

[Bd. 4, Sp. 779]


siebziger jahren des 18. jh. aus der schriftsprache gänzlich verdrängt war. heute dauert es nur noch mundartlich fort.
Nun zu den bedeutungen.
1) die allgemein übliche ist: die in der seele gefaszte festigkeit zu einer ausführung, die entscheidung des willens zur ausführung.

ir bösz furnemen und anschlag.
Brant narrensch. 32, 6;

ich will nur ain argument daruss nemen, das den Juden gar nach all ir furnemmen mag brechen. Reuchlin augenspiegel 7b; in der theologi ist der thalmud an vil ortten unser handthab wider der Juden unglaubigs fur nemmen. 9a; dasz wir ... unser ... fürnemen mit guten staten nit haben mogen volnstrecken. reichsabsch. v. j. 1507; dein belohnung soll sein, alsz dein thorecht fürnemen verdientt. Wirsung Cal. (1520) A 6b; noch dannocht wirdstu nit vermögen, das ich underlasz z volströcken mein begirlich fürnemen. P ijb; ich will das thor beschliessen damitt mich nyemant müg verhindern an meinem fürnemen oder meinen todt verziechen. T 1b; sie fielen nicht von jrem furnemen, noch von jrem halsstarrigen wesen. richt. 2, 19; schüldige sie, gott, das sie fallen von jrem furnemen. ps. 5, 11; sihe, ich kenne ewer gedancken wol und ewer frevel furnemen wider mich. Hiob 21, 27; es hat alles furnemen seine zeit und alle werck. pred. Sal. 3, 16; alles fürnemen unter dem himel hat seine stund. 1; da aber der sudwind webd, und sie meineten, sie hetten nu jr furnemen, erhuben sie sich gen Asson, und fuhren an Creta hin. apostelgesch. 27, 13, = könnten ihr fürnehmen ausführen; aber der unterheubtman wolte Paulum erhalten und weret jrem furnemen (die gefangnen zu tödten). 43; und habe dis meines furnemens guten grund. Luther 1, 55a; das (dasz) die obersten heüpter der römischen kirchen mein fürnemens und abfals gewar werden. Alberus wider Wizel J ia; uff das ich jhm so bald mein furnemen anzeygt. Jib; an solchem ehrlichen furnehmen will mich die amechtige vermaledeite vetel hindern. K 3a; bedenckt ob ewer furnehmen auch eyn gut end werd gewinnen. L 1a; Carlstad name ausz Mose, was jhm daucht zu seiner schwermerey fürderlich sein, was aber seinem fürnemen zu wider war, das uberhüpfft er. dessen wider die verk. lehre der Carlstader Z 1b; also muste zurück gehn das fürnemen Nimroths (mit dem thurmbau zu Babel). Agricola sprichw. 6a; solch thetlich fridbrüchig fürnemen. königin Marie wider den herz. v. Cleve a ijb; jhre scheinbarliche furnemen. Melanchthon hauptartikel 450; was aber demnach sein fürnemmen und bedencken, solche grillenbücher zu stellen, belanget, ist es, wie ers selbst meldet, dieses. Fischart Garg. 12 (1608 A 6b); o jhr unsinnigen, was thut jr? lasset ab von euwerem fürnemmen. buch d. liebe 219, 3; dasz der jungfrawen endtlich fürnemmen, k. m. (königliche majestät) in grosse gefahr zu stellen. Amadis 300, 635; damit ich erfare, wasz auszgang ewer fürnemen gewinnen wölle. 366, 781;

das rauschen Polyphemus merckt,
dardurch er sein fürnemen sterckt.
Spreng Aeneis 59a;

unsers fürnehmens längern aufschub nicht gestatten. Weckherlin 850; wie eine frau nicht leichte aus dem hause gehet, sie habe denn zuvor in spiegel gesehen, also sollen wir unser fürnehmen vor den spiegel der vernunft stellen. Butschky Patmos 394; kom lasz uns gehen und uns verstecken, damit wir nicht ersehen und unser furnemen verraten werde. Heinr. Jul. v. Braunschweig Susanna 1, 5. noch in schriften der ersten hälfte des 18. jh.: dasz, wie der prediger sagt, ein jegliches seine zeit, und alles fürnehmen unter dem himmel seine stunde habe. Liscow 756, vgl. oben pred. Sal. 3, 1.
Eine hierhergehörige, durch zusammenziehung entstandene form, zu der fürnemn den übergang bildet, ist im 16. jh. fürnen:

min fürnen gfürdert wirdt hiemitt.
Funckelin Lazarus E 6a.


Der gen. sg. des fürnehmens oder blosz fürnehmens tritt auch adverbial auf in dem sinne: das fürnehmen in sich tragend, sich fürnehmend. zucket er das wehr, des fürnemmens, jm das haupt abzuschlagen, doch verfehlet er. Amadis 249, 524; da stundt Olivas unnd mit sampt jhm grosse anzahl anderer ritter auff. alle bedacht und fürnemens, diesen zwispalt wider den hertzogen auff sich zunemmen. 385, 824. besonders steht er in der verbindung mit sein: des furnehmens sein, fürnehmens sein. seyd jr noch des fürnemmens? Amadis 271, 571; so entbeut sie euch durch mich, dasz wo jhr noch desz fürnemmens seid, sie hieher zween ritter bringen und füren

[Bd. 4, Sp. 780]


wölle. 415, 895; als nun Galaor seinen vetter so gar überhauffen geworffen sahe, war er fürnemmens jhne zurechen. 395, 845; dasz ich wol fürnemmens bin, dasz sich unser streit nicht so leichtlich enden soll. 406, 871. eines fürnehmens sein, mit einem die beschaffenheit des fürnehmens anzeigenden adj. nach dem artikel: du wirst nichts auszrichten bey der jungfrauwen, denn ich sihe, dasz sie eines steiffen gemühts und starcken fürnemmens ist. buch d. liebe 212, 4. gleicherweise steht des fürnehmens werden, fürnehmens werden, sich fürnehmen. als die ander jungfraw ... sich von jhrer gespielen verlassen gegeben, warde sie fürnemmens, bey dem junckher etliche tag zu bleiben. Amadis 63, 123. eigens furnemens, suo instinctu. Henisch 1303, 50.
2) in die bedeutung »standpunct, stand in einer sache« scheint fürnehmen überzuschlagen, wenn Dasypodius 333c anführt wieder in sein fürnemen stellen, in gradum reponere. es ist hier die stelle Quintil. 5, 7, 11 gemeint.
3) aber fürnehmen kann auch so viel als ein unternehmen bedeuten und bereits in manchen der vorhin angeführten stellen so verstanden werden. deutlicher tritt die bedeutung hervor in folgenden: dasz Galaor gar nichts schlieff, dieweil er gantz begirig war, das ende disz seines fürnemmens zuerfaren. Amadis 267, 563; nun erkenn ich jetzunder gewiszlich, dasz ich keines treffenlichen fürnemmens noch hoher that würdig. 268, 563; wie Balais in seinem fürnemen sich gehalten, inn dem er dem ritter nachfolget u. s. w. 293, 617; hierumb ward er vorhabens, diese meinung umbzustossen, durch welche er gantz beschwerlich seyn fürnemmen, so er angefangen, volfüren möchte. 324, 689; allda (zu London) man jn berichtet, was fürnemens der Barsiman gehabt unnd wasz widerstands der könig Arban jm gethan. 382, 815. vgl. DWB fürnehmen I 6).
 
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fürnehmer, einer von hohem stande und ansehen. s. DWB fürnehm 3).
 
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fürnehmer, m. einer der sich etwas auszuführen vornimmt, ein unternehmer, veranstalter. molitor, fürnemmer, der etwas schwärs fürsich nimpt und understadt. Frisius (1556) 832a und danach Maaler 149c. vgl. DWB fürnehmen n. 3).
 
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fürnehmig, adj. was das adj. fürnehm (s. d.), von dem es auch abgeleitet ist. in dem sinne der erste, oberste, höchste steht es in folgender stelle: er (Jesus) hat gesagt z seinen jungern: ir sollent allen creaturen underworfen sein umb gottes willen und besunder dem künig als dem fürnemigen. Schade sat. u. pasqu. 2, 86, 34 f.
 
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fürnehmigkeit, f. , zusammengesetzt mit dem vorhergehenden fürnehmig.
1) ein bezeigen gegen den andern oder andere dasz man sich gegen sie etwas heraus nimmt, übermüthiges benehmen. vgl. DWB fürnehm 4). furnemigkeit, furnemischeit, presumptio. voc. theut. 1482 i 6b.
2) vornehmes wesen, steifes sich abschlieszendes benehmen. vgl. auch hier fürnehm 4). noch mundartlich geläufig, schriftdeutsch gilt heute vornehmigkeit, vornehmheit. s. diese wörter.
 
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fürnehmisch, adj. sich herausnehmend, vermessen. s. furnehm 4). der kleffisch mensch ist erschröckenlich in seiner stat und der fürnemisch oder durstig wirt herrlich in seim wort. bibel von 1483 322a = Sir. 9, 25, wo in der vulgata temerarius. über durstig in diesem sinne vgl. die damit zusammengesetzten durstigkeit und durstiglich. dann: übermüthig. Urbanus ij hielt z Placencia ein concili, alda stillet er etlich fürnemische frevel etlicher geistlichen wunderbarlich. Franck chron. 298a. auch so viel als hochmüthig: wil furnemisch sein vor den andern, als hab er allein gelt. Agricola sprichw. 40a. Davon das gleichlautende adv.
 
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fürnehmischheit, f. was fürnehmigkeit 1), s. d. und fürnehmisch.
 
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fürnehmlich, adj. vorzüglich, hochansehnlich. fürnemlichste red, prothologus, sermo principalis. voc. inc. teuton. f 4a, wo aber auch furnamligeste, principalis. fürnemlich, principalis. Dasypodius 333c. 193d; praecipuus, furnämlich, furtrefflich. 191c und danach bei Serranus dict. t 5a fürnemlich. praecipuus, cardineus, cardinalis, specialis, specificus, singulus, sonderlich, furnemlich. Alberus dict. Ss 4a. sende menner aus, die das land Canaan erkunden, das ich den kindern Israel geben wil, aus jglichem stam jrer veter einen fürnemlichen man. 4 Mos. 13, 3; die alle fürnemliche menner waren unter den kindern Israel. 4; acht personen von jhren fürnehmlichen bürgern. Luther briefe 5, 798; gottes wort ist grösser und fürnemlicher, denn der glaube. dessen werke 4, 332a. später erlischt das adj., das überdies nicht häufig vorzukommen scheint

[Bd. 4, Sp. 781]


(s. auch das adj. vornehmlich). weit üblicher dagegen und viel länger im gebrauch ist das folgende adv.
 
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fürnehmlich, adv. , das erst im 15. jh. erscheint und von dem vorigen adj. abgeleitet ist. mhd. würde es vurnæmlîche gelautet haben. furnemlich, intelligibiliter, principaliter. voc. incip. teut. f 4a. Bedeutungen:
1) vorzüglich, vortreflich. furnemlich reden, meisterlich reden, autenticare, autorisare. voc. theut. v. 1482 i 7a.
2) aus und vor allem, vor allem, vor allem zuvörderst, über alles, vorzugsweise. in dém sinne ein im 16. und 17. jh. geläufiges wort. praecipuè, fürnemlich, zuvorausz. Alberus dict. Ss 4a. denn es (das evangelium Christi) ist eine krafft gottes, die da selig machet, alle, die daran gleuben, die Jüden furnemlich und auch die Griechen. Röm. 1, 16, vgl. 2, 9; aber darumb ist mir barmhertzigkeit widerfaren, auff das an mir furnemlich Jhesus Christus erzeigete alle gedult. 1 Tim. 1, 16; im buch stehet furnemlich von mir geschrieben, das (dasz) ich thun sol gott deinen willen. Ebr. 10, 7;

doch wil ich ...
dir kurtz und warhafftig erzeln,
wie das die götter thetn bestelln,
fürnemlich dasz der götter gaben
auff erd die leut nit mögen haben
ohn sunder arbeit, müh und fleisz.
H. Sachs I (1590), 181b;

durch den (es ist ein platzregen mit sturmwinden gemeint)
die schiff zerstrewet wassen (waren),
fürnemlich der Locröer schiff. V, 281d;

weils nun aber nicht simpliciter durchausz geschicht, sunder secundum quid von den fürwitzen predigkäutzen fürnemlich geschehen ist. Nasus Nasenesel 42b; eya da triffts fürnemlich die predigkautzen an. 43a. fürnemlich, praesertim. Mich. Neander bedenken 20b. fürnemlich, sonderlich, primo loco, praecipuè, in primis, prae ceteris u. s. w. Henisch 1302, 59. der apostel redet fürnemlich von der vorsorge für die seele. Schupp 188, aber sieben zeilen vorher da redet Paulus nicht vornehmlich von der vorsorge des leibs, wobei dasselbe gilt, was oben spalte 734 unter fürgehen 4) bemerkt worden ist; dasz das volck fürnemblich macht gehabt habe, tüchtige personen zu erwehlen oder untüchtige zu verwerffen. 643. noch Stieler 1364 hat das wort, ohne daneben vornemlich anzuführen, ebenso Dentzler, Weismann und Kirsch, während Rädlein und Nieremberger beide, fürnehmlich wie vornehmlich, jedes an seiner stelle, verzeichnen, Hederich und Crichton fürnehmlich oder vornehmlich ansetzen mit zahlreichen beispielen, in welchen blosz jenes erste vorkommt, Steinbach 2, 135 für-, vornehmlich mit beispielen für jenes wie dieses hat und Matthiä, gleich Kirsch, blosz fürnehmlich, doch in der dritten ausg. (1761) mit der bemerkung am schlusse, dasz vornemlich richtiger sei, was in der ersten ausg. (1748) noch nicht beigefügt ist. Frisch, sowol in seinem französischen wie in seinem teutschen wörterbuche, kennt nur vornehmlich, und Webers deutsch-lat. universalwb. (1770) 789a fügt zwar bei diesem worte bei siehe fürnehmlich, hat aber dieses selbst nicht besonders verzeichnet. in allen späteren wörterbüchern findet sich, wie bei Frisch, kein fürnehmlich mehr und Heynatz antibarb. 1, 435 erklärt ganz entschieden, es müsse »schlechterdings vornehmlich heiszen«. aus alledem geht hervor dasz fürnehmlich sich in der ersten hälfte des 18. jh., wenn es auch manche nicht mehr erwähnen, noch neben vornehmlich erhielt, dann aber, nach der mitte des jh., rascher schwindet, bis es mit beginn des achten jahrzehnts, in welchem die drei ersten theile von Adelungs wörterbuch erscheinen, ganz verdrängt ist, weshalb es auch dieser nicht mehr anführt. S. DWB vornehmlich.
 
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fürnehmlichen, adv. was das vorige fürnehmlich. mhd. eben so wenig nachzuweisen, wie dieses fürnehmlich; es würde vürnæmlîchen lauten. das wort erscheint erst im 16. jh.: darab sich meniglich erfrewet, fürnemlichen das schöne freuwlin Olinda. Amadis 257, 540; von welchem (dem frauenzimmer) sie gantz lieblich, fürnemblichen der königin, empfangen wurden. 257, 541; und dieses sagt sie lachend, und mit sonder lieblichkeit, fürnemblichen damit sie hiedurch jren bruder allein bey seiner bulschafft liesz. 259, 544; da sie (die drei ritter) mit grosser freud und besser empfangen wurden, wenn (als) lange zeit keine andere ritter, fürnemblichen, dieweil Galaor noch nie am selbigen gewest. 303, 642; den hohen, hertzlichen, guten eyffer, so unser allergnedigster herr und könig ... nicht allein gegen gemeinen nutz seines königreichs unsers allergeliebten vatterlandts, sonder auch fürnemlichen zu erhöhung unnd mehrung der ritterschafft ...

[Bd. 4, Sp. 782]


gnedigst tregt. 322, 686. eben so wol kommt in diesem werke aber auch fürnemlich vor, dem gegenüber fürnemlichen bald erlischt, so dasz dieses im 17. jh. kaum mehr sich finden dürfte.
 
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fürnehmung, f. , das subst. der handlung von fürnehmen sp. 776. es bedeutet
1) das nehmen vor augen oder vor die hand zur behandlung, beschäftigung u. dgl. s. DWB fürnehmen I 2).
2) das fassen in die augen zur that mit ausführung derselben. s. DWB fürnehmen I 4).
3) das bewirken dasz jemand vorkommt oder erscheint zur vernehmung, prüfung, ausforschung, zu einem verweise u. s. w. die fürnehmung vor gericht. s. DWB fürnehmen I 5).
4) eine gefaszte richtung des willens zu etwas, eine entscheidung des willens zu einer handlung. s. DWB fürnehmen I 6) und III 1). propositum, furnemung, fursatz. Eychman q 7a; pretextu justicie fecit, furnemung halb. q iiija. institutum, ein fürnämung. Dasypodius 231d; fürnemmung. 389b. nach jenem fürnämung ist dann fürnemung bei Serranus dict. z 6b gesetzt. in gleichem sinne hat auch noch Rädlein 313a fürnehmung.
5) unternehmung. s. DWB fürnehmen I 6) und besonders fürnehmen n. 3) sp. 780. fürnemmung, conatus et conamen. Dasypodius a. a. o.; susceptio, underwindung und fürnemmung. Frisius (1556) 1279a und danach dieses letzte wort bei Maaler 149c. auch diese bedeutung hat Rädlein a. a. o., wenn er das wort durch franz. entreprise übersetzt.
6) überhebung. presumptio, hoffart, furnemung, vel hoffertig gedenck, unvernunfftig vermessung, übergreiffung u. s. w. Eychman q iijb. s. DWB fürnehmen II 2).

 

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