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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
fürmünder bis fürnamen (Bd. 4, Sp. 773)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) fürmünder, m. was fürmund, vormund. eine erst im 14. jh. auftauchende bildung, die namentlich in Mitteldeutschland üblich war. unt gênt mit disem brîf diesëlben sezer (vollmachtgeber) dëmsëlben irme fürmunder und procurator willen und frîen gewalt. bei Scherz 454; herre Frideriche pfaltzgrave by Rine u. s. w. als ein furmunder herrn Philips pfaltzgraven by Rine u. s. w. urk. v. 1452 in Baurs hess. urk. 4, 162, 172; in bywesen Augustin Schotten unnd Adam Stoiszen truwenhendern unnd furmondern Angneschins, Nicolaus von Hoist dochterchins seligen. urk. v. j. 1484 in Thomas oberhof 510, 84; als solichs dan auch off die egenante viertzehen scheffen von alters her von iren furfaren komen sy und dem closter und dem probste dez stifftes furmonder zugewisit sy worden. Hundsrücker weisth. v. j. 1442, in weisth. 2, 177. suffragator, eyn beistender, fürmünder. Dasypodius 79b. fürmünder, tutor, curator. Alberus dict. Ss 4b. gott wirt dein, deines weibs und deiner kinder furmünder sein. Agricola sprichw. 45a. in dem sinne von vertheidiger, fürsprecher: disz wort Pauli (es ist Hebr. 13, 4 gemeint) habend allweg die von der griechischen versammlung entgegen geworfen den römischen fürmünderen der glychsneten reinigkeit. Zwingli 1, 47. fürmunder. Hulsius 51a.
Vgl. fürmund, fürmünde, und s. DWB vormünder.
 
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fürmünderschaft, f. was fürmundschaft. curatorium munus, fürmünderschafft. Alberus dict. Ss 4b.
 
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fürmundschaft, f., s. vormundschaft. noch z. b. wetterauisch.
 
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fürmündung, f. 1) was fürmundschaft. 2) was vormund. fürmündung so man erwelet, suffragator. Dasypodius 386c. 79b.
 
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furn, f. cyprinus leuciscus. s. DWB furne.
 
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fürn, adj., für firn, s. DWB fürne.
 
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fürn, zusammengezogen aus für den, wobei den acc. sg. masc. oder dat. pl. des artikels sein kann. vgl. 2, 975. eben so wird für dem zusammengezogen in fürm (s. d.).
 
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fürnahme, f., s. vornahme.
 
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fürname, m.
1) ein fürwort, pronomen. s. DWB fürwort. furname, pronomen. voc. theut. 1482 i 6b. pronomen, furnamen. Eychman q 6b. warumb ... pronomen, verteütscht ain fürnam, haisse ain wort das an aines wesenlichen dings stat steht. Ickelsamer gramm., 2. ausg., A 2a. die erste ausg. enthält die stelle noch nicht.
2) was heute vorname (s. d.). praenomen, der fürnam. Alberus dict. Dd ija. wol, da Alberus in der Wetterau erzogen, später dort unterlehrer zu Büdingen, auch mehrere jahre pfarrer zu Staden war, aus der wetterausichen mundart, die heute noch fîrnôme d. i. fürname für vorname hat.
 
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fürnamen, m., begegnet schon im 15. jh. mit dem aus den obliquen casibus im nom. angetretenen n für fürname. s. unter dieser form Eychman.
 
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fürnamen, häufiger fürnamens, fürnames,adv. vorzugsweise, eigentlich, im vollen sinne des wortes, ganz und gar, penitus, omnino. ahd. furnomenes (aus Reichenauer glossen bei Graff 2, 1078), bei Notker durch ausstoszung des en furnomes, furenomes, mhd. mit senkung des o zu a oder aus misverstand, weil man sich die bildung nicht mehr zu erklären wuste und deshalb an das im klange nahe liegende subst. name dachte, vürnamens, vürnames, vürnams, aber auch unorganisch mit abfall des s vürnamen, als wenn vür mit dem acc. sg. jenes name gefügt wäre, was doch nicht ist. denn in jenem ahd. fürnomenes, eigentlich in strenger schreibung furinomanes, läszt sich, worauf schon gramm. 3, 90 hingewiesen wird, der gen. sg. neutr., vielleicht auch masc. von furinoman, furenomen, dem part. praet. von furi nëman, unserm nhd. fürnehmen (s. d.), erkennen. s. Wilh. Wackernagel wb. zum altd. leseb. 359b. das wort ist im mhd., wo auch vornamenes, vornamens, vornames, vornams sich findet, mit abschwächung der ersten silbe vernames (vgl. vergut, verlieb, verübel), selbst vernemes, sehr geläufig und dürfte sich auch noch hier und da ins nhd. verloren haben. einen beleg aber vermag ich weder aus Diefenbachs glossarium noch aus irgend einer schrift beizubringen, die der zweiten hälfte des 15. oder dem 16. jh. angehört.

 

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