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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
fürhänglein bis fürhauptfeld (Bd. 4, Sp. 743 bis 744)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) fürhänglein, n. ein kleiner vorhang, plagula. Kramer teutsch-ital. dict. (1678) s. 494a. Weismann 1, 405a. 2, 135b. das oberdeutsche und edlere dim. von fürhang. s. vorhänglein.
 
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fürhangring, m., s. vorhangring. vor- sive fürhangringe, annuli velares seu cortinales. Stieler 1650.

[Bd. 4, Sp. 744]



 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) fürhangringlein, n. ein vorhangring kleiner art, wie bei den gewöhnlichen bett- oder fenstervorhängen. fürhangringlein, annuli cortinales. Weismann 2, 135. dim. des vorigen.
 
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fürhangstange, f., s. vorhangstange.
 
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fürhängstänglein, n. ein eisernes stänglein, an dem die »vorhänge« auf- und zugezogen werden. Frisch dict. des pass. (1716) 2, 145b. richtiger fürhangstänglein, weil das wort dim. von fürhangstange ist.
 
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fürhar, schweiz. form des adv. fürher (s. d.):

von hertzen wir jm rffen söllent
das (dasz) er zuo uns well fürhar gan. trag. Joh. h ij.


 
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fürhäs, n. das mit einer pfefferbrühe bereitete vordergehäse, d. h. die vordertheile des hasen, und dies sind die theile, die beim braten desselben nicht mitgebraten, sondern vorher zum kochen abgeschnitten werden, der hasenpfeffer, das hasenschwarz. besonders in der Nürnberger küchensprache. Schmeller 2, 244. 1, 554. Birlinger alemann. büchl. von guter speise 182.

ihr (der hasen) etlich gar zu stücken schnit
und pickt sie ein zu eim fürhesz.
H. Sachs I, 503c (1590 377c).

in jenem büchlein, einem aus einer Münchner hs. des 15. jh. abgedruckten kochbuche, sind für die bereitung des furhess, zu dem da aber von dem hasen nur lunge, leber und schweisz (blut) mit mancherlei zuthaten verwendet werden, zwei recepte gegeben. Popowitsch versuch s. 190 beschreibt den hasenpfeffer, welcher, wie er angibt, aus dem zu kleinen stücken geschnittenen vordertheile des hasen in einer durch den schweisz des thieres und einen pfefferkuchen schwarzen brühe besteht, und bemerkt hierbei, dasz er zu Würzburg ein hasenfürhäs heisze. Zincke ökonom. lex. (1764) 1075 hat neben hasenkleint auch vorhäsz und zugleich hasenschwarz, das Frisch 1, 420c neben hasenpfeffer setzt. s. vorhäs.
 
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fürhaube, f. der vordere theil der blechhaube. und als sie so nahent vor einander hielten, vermeint in (es ist ein knecht gemeint) der von Schauburg ins angesicht zu treffen, schos zu hoch in durch fürhauben und kappen, wundet in doch nit. Wilwolt von Schaumburg s. 66.
 
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fürhauen, s. vorhauen. beide formen verzeichnet neben einander Stieler 790.
 
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fürhaupt, n. , s. vorhaupt.
1) der vordere theil des kopfes, der theil des kopfes von den augen aufwärts bis gegen die scheitel. mhd. fürhoubet. Pfeiffer arzneibücher s. 11, 14. fürhaubt, stirn, fronte. Hulsius 51a.
2) das am baue hervorstehende ende eines balkens, der balkenkopf. proceres, die fürhaupter an den balcken. Dasypodius 279d, daneben 477b fürhöpter.
3) ein vor einem acker gleichsam als kopf desselben liegendes stück boden. Schmeller 2, 224. hat in Vessingen zwen echer (äcker) und ain furhaubet. Sonnenburger urbarbuch, herausgeg. von J. V. Zingerle (Wien 1868) s. 106, 11; die fechszt in Hanszen Butschen fürhaubt. Würml. (Tüttlinger) vertrag v. 1664. noch heiszt in der Schweiz, zumal im solothurnischen Leberberg, das obere oder das untere ende eines mit einem zaun begrenzten ackers, das entweder gar nicht oder doch nur mit querfurchen gepflügt werden kann (Stalder 1, 109), das fürhaupt oder anthaupt, woher eben im Leberberg die redensart er isch am fürhaupt oder anthaupt, ist mit dem leben fertig d. h. am ende seines lebens, weil der, der beim pflügen am fürhaupt hält und nur dieses noch übrig hat, fertig ist. Schild groszätti s. 70, 158.
4) die einen weingarten oder weinberg einfassende reihe reben die das ende oder den saum eines weingartens oder weinbergs bildende reihe reben. antes, fürheupter in den weingärten, oder gemeür darumb. Dasypodius 10c und danach bei Serranus dict. b 3a fürheupter in den weingarten oder mauren darumb. wie bei Dasypodius, auch bei Maaler 148c, der fürhöupter schreibt, doch aus Frisius (1556) 101 schöpft, der aber, vollständiger, noch vorausgehn läszt die ortstäg inn räben. s. DWB ortsteg. die bedeutung scheint, nach den belegen zu schlieszen, nur im Elsasz und der Schweiz üblich gewesen zu sein.
5) der stollort einer schaftricht (schachtricht). Schmeller a. a. o.
 
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fürhauptfeld, n. kommt als flurname in einer urk. von 1429 vor: der zehen acker ligen in das Niderlingner veld in dem furhäbtveld. monum. boica 21, 92.

 

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