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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
fürgewinn bis fürgreifen (Bd. 4, Sp. 736 bis 737)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) fürgewinn, m., s. vorgewinn.
 
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fürgewinnen ,
1) vor sich gewinnen, vor sich nehmen:

der glaub hiesz mich flugs fürgewinnen
die feder und papier ...
J. V. Andreä triumph des glaubens 1.


2) vorausgewinnen, vor dem eigentlichen gewinst gewinnen.
 
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fürgewölbe, n. ein gewölbe, das vor einem andern befindlich ist, in beziehung auf dieses. eine aufzeichnung für das wort gibt fürgewelbe aus Dürers befestigung C iiij an, wo ich es aber nicht finde. eben so wol früher vorgewelbe: vorganck, vorgewelb, preambulum. voc. theut. v. 1482 mm ija. im 18. jahrh. vorgewölbe (s. d.), welches sich bei Matthiä 2, 433a findet durch propylaeum erklärt.

[Bd. 4, Sp. 737]



 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) fürgezimmer, n. ein vorgebauter oder vorspringender theil eines gebäudes, ein überbau, überschusz, besonders in so fern er gegen die strasze hin unerlaubt ist oder in beziehung auf den nachbar diesen beeinträchtigt. mhd. vürgezimber. Haltaus 552. Kölnisch in einer urk. von 1308 vorgezimber. Walraf 84.
 
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fürglänzen, 1) hervorglänzen, herausglänzen. 2) stärker glänzen im vergleiche mit anderem, an glanz übertreffen. heute nur vorglänzen. beide neben einander bei Stieler 662.
 
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fürglas, n. ein glas das an etwas vorgestellt wird, um aus diesem ausflieszendes aufzufangen: und setze ein fürglas vor den schnabel des alembicks. Tabernämontanus kräuterb. (1588) 254.
 
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fürgohn, fürgon, eins mit fürgehen. mit verdunkelung des a zu o aus fürgahn (s. d.), ahd. furigân. ich will vor meiner hauszthür kören, damit die, so für gond, sechend das ich mein trawren hab hingelegt. Wirsung Cal. (1520) Riija; wann ich ain grossen wollust hab dich z hören inn disen lieplichen plomen und grienen grasz, so werden wir auch nit gehört von den so auff der strossen für gond. Siiija. in beiden stellen hat das wort die bedeutung vorbeigehn, vorübergehn. andere stellen s. unter DWB fürgehen.
 
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fürgohn, fürgon, n., s. DWB fürgehen n.
 
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fürgrad, fürgrat, m. eine art zeuges. in bairischen verordnungen und landtagshandlungen des 17. jh., aus welchen stellen bei Schmeller 1, 632. diese haben fürgrat, fürgrath, richtiger aber ist fürgrad, das dann für viergrad zu stehn scheint, falls es auf der redensart der zeugweber in den grad weben oder wirken, in das bild wirken (s. bild), was mit drei, vier und mehr schemeln geschieht, beruht, in so fern eben derselbe zeug mit vier schemeln gewoben würde. dasz solcher zeug getragen wird, zeigt das am Lech vorkommende grädisch, grädlisch m., ein zunächst mit drei schemeln gewobener ganz oder halbwollener zeug zu weiberröcken. s. Schmeller 2, 101. die form fürdraht, vierdraht scheint umwandlung von fürgrad, viergrad, indem grad hier als ausdruck der zeugweber nicht allgemein verständlich war.
 
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fürgreifen ,
1) vor andern zugreifen. mit dat. der person: einem an der tafel fürgreiffen. Ludwig (1745) 676.
2) vor andern an sich nehmen, vor andern sich zueignen, andern voraus an sich nehmen. ebenfalls mit dat. der person. furgreiffen, praevertere, praeoccupare. Dentzler 117b. auch bei Rädlein 312b und selbst noch bei Hederich (1753) 991 und Nieremberger Dddb, doch bei beiden mit verweisung auf vorgreifen.
3) einem andern etwas, das diesem zukommt, zuvorthun, unbefugt zuvorthun. wie bei 1) und 2) mit dat. der person. fürgreiffen (einem), ihm ins amt fallen. Ludwig (1745) 676.
4) vorgreifend entscheiden, im voraus entscheiden, vorläufig einen spruch fällen, praejudicare. Henisch 1300, 68, wo daneben vorgreiffen steht. aber noch bei Rädlein a. a. o., Kirsch (1723) 2, 124b und selbst bei Matthiä (1761) 2, 160a in dieser bedeutung nur fürgreifen, während sie vorgreifen in der vorhergehenden haben.
Heute gilt als schriftdeutsch durchweg vorgreifen, s. d.
 
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fürgreifen, n. der als subst. gesetzte inf. des vorigen verbums. Ludwig (1745) 676.

 

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