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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
fürfechten bis fürflucht (Bd. 4, Sp. 727 bis 728)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) fürfechten, heute vorfechten (s. d.). vgl. Heynatz antibarb. 1, 434.
 
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fürfechter, m.
1) einer der »für« einen andern, d. h. an der stelle eines andern und zu dessen gunsten, ficht oder kämpft, ein stellvertretender fechter oder kämpfer: wer der vir magni nominis seye, welcher euch (ein magister Bernhard Schmid ist gemeint) zu dieser ritterthat auffgemuntert und sich viel zu grosz darzu gehalten, dasz er selbst sich in einen streit mit mir einlassen solte, sondern hat euch als seinen fürfechter oder capitain lieutenant gebrauchen wollen. Schuppius 790.
2) einer der beim fechten oder beim kampfe vorn, also der vorderste ist. 3) einer der im fechten vorangeht oder anführt, ein anführer beim fechten. 4) einer der andern zum muster und zur nachahmung ficht oder kämpft, ein fechter der andern die fechtkünste zur nachahmung vormacht, ein musterfechter.
In den drei letzten bedeutungen heute vorfechter (s. d.), was für die vierte Heynatz antibarb. 1, 434 entschieden ausspricht.
 
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fürfell, n.
1) ein schurzfell. mhd. furfël (voc. opt. nr. 11, 21), d. i. vürvël. nhd. »anticorium, fürfel, das die schmid für sich henckend«. vocabular. rerum v. j. 1478 55b; furfel, als die schmid haben. Brack 23b. s. Tobler 201b. furfel oder schurtzfel, antecorium. voc. theut. v. 1482 i 6b. furfäl, schurtz. Henisch 1299, 67. leute, die sonst immer die sonntagskleider anzogen, wenn sie an die gemeinde giengen, kamen jetzt in werktagsröcken und fürfellen. Pestalozzi Lienhart und Gertr. 2, 129 (1831 s. 129 werktagshosen); er nahm das kätzchen lustig ins fürfell. 65; er wuszte nicht, wie er es mit der katze im fürfell anfangen sollte. 68; der murrbär fragte ihn, was er da im fürfell hätte. ebenda; als er mit seiner katze im fürfell wieder heimging. ebenda; ich wollte, ich hätte sie nie ins fürfell genommen. ebenda. s. auch DWB fürleder 2).
2) das leder, das der weber um den bauch bindet, um seine kleider zu schonen. schweiz., wo förfel, förfêl gesprochen wird und beide bedeutungen üblich sind. Tobler a. a. o.
 
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fürfenster, n. ein auszen vor dem eigentlichen fenster befindliches fenster, um den strengen winterfrost von jenem abzuhalten, überhaupt um das zimmer gegen diesen zu schützen. Weismann 2, 133b. heute vorfenster (s. d.).
 
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fürfertigen, sich zu fusz oder pferde, mit fuhrwerk oder fahrzeug fortbewegen machen, vorrücken machen. promovere aciem, den zeüg redlich für fertigen. Frisius (1556) 25a und danach Maaler 147c, der fürfertigen mit recht verbindet.
 
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fürfleck, m., s. vorfleck. succinctorium, schurtzfell, fürfleck. Golius onomast. (1579) sp. 200. fürfleck (schurtztuch, schürtze), praecinctorium, semicinctium, succinctorium. Henisch 1299, 67 (s. DWB fürfell). Kirsch cornucop. (1723) 2, 124b. noch bair. 1) eine art schmaler schlechterer weiberschürze. 2) die schürze der handwerker. Schmeller 1, 584. 3) ein stück weiszer oder auch blau gefärbter leinwand, das kellner, köchinnen, küchenmägde, stallknechte, metzgerknechte u. s. w. umbinden, um ihre kleider vor schmutz zu bewahren, so wie daran ihre hände zu reinigen. Delling 1, 190. auch östr. in dieser bedeutung. Höfer 1, 254. Loritza 46a. In Augsburg und Ulm früher überhaupt so viel als frauenschürze. Amaranthes frauenzimmerlex. 592 f. Vgl. DWB fürschurz und besonders fürtuch.
 
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fürflick, m. was fürfleck, schürztuch. Hulsius 50b.
 
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fürfliegen ,
1) vornhin fliegen.
2) voranfliegen, vorausfliegen. ahd., mit dat.: tëmo flugescûhe joh tien suftelaren gesuungenen floug fure Mercurius. N. M. C. 37. heute vorfliegen.
3) vorbeifliegen, vorüberfliegen, praetervolare. wann mir schlaffen nit ein wolt, legt ich mich an rucken und zalt die fürfliegende vögel. Fischart Garg. 247a (1608 Gg 1)a.
4) vorbeieilen, vorübereilen. praetervolare, fürfliegen, eilents fürfaren oder überfaren und sich nit lang saumen. Frisius (1556) 1050b und danach Maaler 147a.
 
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fürfliehen, 1) hervorfliehen, herausfliehen. 2) fortfliehen, weiterfliehen. 3) vorbeifliehen, vorüberfliehen.
 
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fürflieszen, 1) vornhin flieszen. 2) hervorflieszen, herausflieszen. 3) fortflieszen, weiterflieszen. 4) was fürüberflieszen, vorüberflieszen, vorbeiflieszen. Weismann 2, 135b. bey dem fürfliessenden bach aber lag der schön lustgarten. Fischart Garg. 281a (1608 Kk 8b); neben welchem (es ist von einem gemach die rede) ein lustig wasser fürflosz. Amadis 26; an dem see, der bey ihrem schlosz zu aller nahst fürflosz. Wigalois in prosa 69. das fürflieszende wasser, s. Gutzeit 301b.

[Bd. 4, Sp. 728]



 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) fürflucht, f. das fort- oder wegfliehen einer schuld oder schulden halber, eine flucht schulden halber: brënget Metze vorgenant mit dës gerichts bûch zû, daʒ ir solich ûfgift geschëhen sî, daʒ daʒ dan billich macht habe, Johannes vorgenant wulde dan gewîsen als rëcht ist, daʒ ir solich ûfgift durch vurflucht geschëen wêre. urk. v. j. 1401 bei Thomas der oberhof zu Frankfurt a. M. s. 546, 103. begert an meyster Bartholomeus nach dem und als Else deszelben Heynrichs seligen husfrauwe yme soliche cleynoit (es ist ein bei Bartholomäus von der Elsen mann, dem goldschmide Heinrich Knebeck zu Mainz, zur aufbewahrung niedergelegtes vergoldetes halsband gemeint) fur allen komerern und ane (ohne) schurunge, schirmunge und furflucht uffgegeben und uffgelaszen hette, als der stete zu Frankfurt recht were. urk. v. j. 1468 ebenda s. 355.

 

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