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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
füreinandersein bis fürers (Bd. 4, Sp. 722 bis 723)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) füreinandersein, n. ein sein oder leben für einander, d. h. des einen für das andere:

vom element, vom kleinesten atom
erhebt sich dies gesetz der einigung,
des füreinanderseins und wirkens.
Herder z. sch. l. u. k. 6, 35.


 
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furen, s. DWB fuhren sp. 430. ich bringe eine von Wilhelm Grimm aufgezeichnete stelle nach: wann umb das der hund nit gefret (gefüttert, genährt) was, verlor der herr die lemmer. Steinhöwel (1487) 58.

[Bd. 4, Sp. 723]



 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) füren, s. DWB führen sp. 431.
 
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fürenthalten, heute schriftdeutsch vorenthalten (s. d.), von dem es in dem begriffe nicht unterschieden ist. vgl. Heynatz antibarb. 1, 434.
 
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fürendig, adv. gar sehr, auf dem Schwarzwald, s. Schmid 165. eigentlich, da dort eben so wol fürendlich gesagt wird, welches mit endlich, endelich, strebend, rüstig, rasch, behend, zusammengesetzt ist, so viel als voraus rasch, rasch vorwärts, überaus rasch, woraus dann jene bedeutung »gar sehr« leicht hervorgieng. vgl. auch Frommann 3, 531, 15. ursprünglich war das wort adj.
 
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fürendlich, adv. was fürendig, s. d.
 
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fürer, m., s. DWB führer.
 
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fürer, adv. weiter, ferner. schweiz., s. Stalder 1, 405. ahd. furirâ (Graff 3, 622), mhd. vürer, eher, mehr, der adverbialisch gebrauchte acc. sg. neutr. von ahd. furiro, eher, mehr, gröszer, vorzüglicher, dem von dem adv. furi nhd. für (s. DWB für II oben sp. 650) gebildeten comparativ, der wie alle ahd. comparative nur schwach flectieren kann. der superl. ist fürst (s. d.).
schriften, zumal des 15. und 16. jh., bieten reichlich belege:

ich musz fürer fragen dich.
J. Lenz Schwabenkrieg 48a;

das wend wir also lan blyben (lies beliben),
unser disputatz furer triben. 62b;

und das sint die wort mines anfanges: usz welichen worten furer fruchtberlich ze reden vermag ich nit on sunder hulff und gnad des almechtigen gottes. manuale curatorum 69a, vgl. oben sp. 267, wo aber bei furer in der klammer statt »mehr« besser »weiter« zu setzen ist; nu furer umb das ir in stetikeit des gloubens ... bewart syen. 107b. aus Geszler zeichnet Jacob Grimm auf »44a. 61a und oft.« fürer und fürer, fernerhin und ferner, fort und fort: wundet yeman den andern uff den tod, das sol man friden fürer und fürer als es notdürftig ist. geschichtsfreund 7, 144. vgl. DWB für und für sp. 651 ff.
Wie fürbasz und fürder an das vorhergehende anknüpfend zu anfang eines satzes oder abschnittes stehn (s. sp. 660 und 716), so auch fürer: furer so sol uwer yeglichs ledig sin. manuale curatorum 94b.
Mit angehängtem adverbialischen s fürers, s. d.
 
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fürerkantnis, fürerkantnus, f. und n.
1) das vorherwissen. prescientia, furerkantnus, erkantnus die von ewikeyt furgeet, furwyssenheyt. Eychman q ijb.
2) vorgängiges erkenntnis, ein vorbescheid. prejudicium, ein fuererkantnus, ein fuer urteil. Eychman q ijb. fuerkantnis. Diefenbach 454b. s. auch vorerkantnis. heute vorerkenntnis.
 
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fürerkenntnis, f. und n., eins mit furerkantnis.
 
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fürers, adv. weiter, ferner. also was fürer (s. d.), dem hier noch zu mehr adverbialischem aussehen das häufig bei adverbien vorkommende, ursprünglich genitivische s angehängt ist, denn anzunehmen, dasz das wort gen. sg. neutr. oder auch masc. starker form von dem alten adj. sein sollte, das in dem ahd. comp. furiro erscheint, verbietet schon das frühe erlöschen desselben, und bereits mhd. kennt man nur noch das adverbium. hätte sich übrigens das adj. länger erhalten, dann würde sich wol jener gen. nicht bezweifeln lassen, zumal da den comparativen nhd. auch starke flexion zukommt. üblich ist das wort in der Schweiz, wo man z. b. fürers stellen für weiter stellen sagt. Stalder 1, 405. der da ist mir schuldig und hat zahlen sollen und kam nicht, und ich musz auch geld haben, der, dem ich den hof abgekauft, drangsalirt mich, und ich habe darauf gerechnet, das geld nur fürers zlege, mit der einen hand es zu nehmen und mit der andern es weiter zu legen, und wenn der mir nicht an die hand geht, so kann ich es auch nicht halten und komme in verlegenheit. Gotthelf ges. schriften 9, 162.

 

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