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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
fürderer bis fürdernisbrief (Bd. 4, Sp. 716 bis 720)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) fürderer, m., eins mit förderer (s. d.), wie fürdern mit fördern, von welchen das subst. abgeleitet ist. ersamer gründer und fürderer redet Carlstadt in der widmung von »welche bücher« u. s. w. den bergmeister Sturtz an. fürderer, ajutatore. Hulsius 50b. fürderer, promotor. Stoer dict. 2, 178a. Rädlein.
 
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fürderhin, adv. fernerhin, weiter fort in die zukunft, in posterum. in beziehung auf die dauer in die zukunft durch hin bestimmter, als das häufigere blosze fürder. s. fürder 2). zuerst taucht das wort bei Rompler auf, der förterhin schreibt (s. förderhin und fürder). aber die wörterbücher nehmen es lange nicht auf; erst bei Weber deutschlat. universalwb. (1770) 306b u. 307b findet sich förderhin, dann auch bei Haas 201a, dagegen sucht man in den deutsch-latein. wörterbüchern von Bauer und Scheller förderhin oder, wie zu ihrer zeit schon das übliche war, fürderhin vergeblich. in den eigentlich deutschen wörterbüchern hat weder die eine noch die andere form je aufnahme gefunden, und wie Stieler, Steinbach und Frisch, so verschmähen auch Adelung,

[Bd. 4, Sp. 717]


Voigtel, Campe, Heinsius und Heyse das wort. dennoch gebrauchen es namhafte schriftsteller:

an Amorn solls gewisz nicht liegen,
wenn fürderhin nicht unbegrenzte ruh
den himmel wiegt.
Wieland 5, 195 (verkl. Amor 4, 122);

jeder dürfe fürderhin
sich unsres eigenthums bemächtigen,
uns selbst verkaufen in die sklaverei.
Platen 307;

doch seit ich dich erkannt mit geist und auge,
war fürderhin kein streiten
in dieser brust, was mir zu lieben tauge.
E. Geibel der troubadour nr. 7.


auch förderhin, nach der form förder für fürder: aus ihm (dem letzten kampfe) kann es (das christenthum) nur, durchdrungen von göttlicher klarheit, hervortreten und einen sieg feiern, dem förderhin entgegenzukämpfen keine hemmende gewalt mehr im stande sein wird. bis dahin werden diese gedichte leben. Platen poet. u. literar. nachlasz (1852) 1, 64.
 
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fürderig, adj. fortgang bewirkend, fördernd, behilflich. mit ausstoszung des e vor r fürdrig: wann wir im (dem meister Oswalt) darumbe auch friuntlichen verschriben und in ernstlichen gepetten haben, uns darinne beirautenlich (= beirath leistend) und fürdrige ze sein. chroniken der deutschen städte 5, 352, 16. Davon ein gleichlautendes adv.
 
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fürderlich, adj. was das adj. förderlich (s. d.). die form hat dem noch seltnen mhd. vürderlich gemäsz ihr ü bewahrt, aber neben ihr kommt mit ausstoszung des r der ersten silbe, wie füder für fürder (s. d.), bei Suchenwirt nr. 40, 126 füderleich vor. ein ahd. furdarlîh, furdirlîh scheint noch nicht vorhanden. zusammengesetzt ist das wort mit fürdern, fördern, und bedeutet:
1) fortgang bewirkend, nach dem ziele hin kommen machend, nützlich, commodus, utilis. fürderlich sein, prodesse. Serranus dict. aa 2b.

einer dem andern (ein bruder dem andern) ist gantz fürderlich
in aller trübsal, angst und noth,
einander beystehn bisz in todt.
H. Sachs I (1590) 322d;

Carlstad name ausz Mose, was jhm daucht zu seiner schwermerey fürderlich sein, was aber seinem fürnemen zu wider war, das uberhüpfft er. Alberus wider d. verk. lehre der Carlstader Z 1b. fürderlich, nutzlich. Dentzler 2, 117b.
2) in geschwinden fortgang bringend, geschwind, eilend, beschleunigend. versprach in bei seinen fürstlichen eren, er wölt in ain fürderlich recht laszen gan. chroniken d. d. städte 5, 217, 3, = geschwind, d. h. ohne verzug, die sachen erledigende gerichtsverhandlung. fürderlich, frühzeitig, maturus. Dentzler 2, 117b. besonders häufig steht hier der superlativ mit den ihn regierenden praepositionen auf und zu adverbialisch: nach dem liesz der soldan all sein volck versammeln unnd zu jhm auff das aller fürderlichst kommen. Galmy 22b; Lupolt ... sich auff das fürderlichste darnach richten thet. 381;

Tewrdannck der held anntwort: »es sol
warlich aufs fürderlichst beschehen.«
von stund schickt der held aus zspehen,
an welchem ort die veindt weren. Theuerd. nr. 90, 25;

sie bat die magd, solchem auffs fürderlichst nachzukommen. buch d. liebe 182, 4; die hochzeit bereiten und auffs fürderlichst anschicken. 197, 2; schemet jr euch, grosse lerer der welt, nicht, das jr euch offt lasst bochen umb die schrifft? damit jr doch zum fürderlichst trotzen soltet und mir fürkommen. Luther 1, 388a, eigentlich zum fürderlichsten; und von stundan stach er in sein pferdt und macht sich zum fürderlichsten, so müglich, von der jungfraw hindan. Amadis 79, 158; dasz jhr K. M. sich zum fürderlichsten und nechsten, so dero müglich, mit gelt und leuten stercke. 323, 687.
3) alsbald zum bewirken des fortganges bereit oder geschickt, bereitwillig. s. das folgende adv. fürderlich 3).
 
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fürderlich , das von dem vorigen adj. abgeleitete adv., mhd., doch nicht vor dem 14. jh., vürderlîche, fürderlîche.
1) fortgang bewirkend, nach dem ziele hin kommen machend, nützlich, commode, utiliter.
2) geschwind, mit geschwindigkeit, eilend, alsbald, sofort: wenn das ist, das die Begnitz über freust und das eis unter den schoszgattern also dick ist, das man auf dem eis zu den gattern gen mag, so sol der stat paumeister (stadtbaumeister) bestellen, das man das eis furderlich auf haw pei den schoszgattern inwendig und auszwendig der gattern oben und unden am wasser. Tucher baumeisterbuch s. 252, 18; wo jehling ein leunen oder weichs wetter an viell, das (dasz) dann das wasser furderlich durchausz (durch die in den stadtgraben gehenden

[Bd. 4, Sp. 718]


rinnen und einflüsse dieser) gelauffen mug. 253, 25; was ir in den selben dingen erfürt oder jnnen würdet, laszt mich fürderlich wissen. chroniken d. d. städte 2, 209b, = alsbald; so soll der richter den thätter fragen, ob er solch sein fürgebene entschuldigung gnugsam beweisen könn. so er dann das durch sich fürderlich zu thun urpüttig ist u. s. w. carolina art. 151, = alsbald, sofort, expedite. überhaupt in diesem sinne häufig in der carolina. deren keiner gern der hinderste seyn wolt, sich also fürderlich auff die ban schickten, ehe denn die stunde kommen war. buch d. liebe 242, 4; und bitte sie, dasz sie jm befehl hie zuerscheinen, und dasz er disz fürderlich thue, denn ... ich hie nicht lang verziehen kan. Amadis 403 f., 864. fürderlich, beyzeiten, mature. Dentzler 2, 117b.
3) bereitwillig. das (dasz) man sie dester fürderlicher bezalet. Pauli schimpf 94a, = »bereitwilliger« (W. Grimm bei der stelle).
 
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fürderlichen, adv. was das vorhergehende fürderlich. mhd., aber erst im 15. jh., fürderlîchen. Diocletian 278, wo das wort so viel als ohne verzug, sogleich, alsbald bedeutet. eben so in daʒ rîchen und armen dëst baʒ und furderlîchen geriht wërde ze aller zît. chroniken d. d. städte 4, 144, 19. dieselbe bedeutung hat es dann auch nhd. z. b. in

gebt dem fürderlichen statt,
ir gnad sust vil zeschaffen hat. trag. Joh. H j;

du bist der, der meinen ohem hat erschlagen, und ich sol es an dir rechen fürderlichen. buch d. liebe 278, 1.
 
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fürderling, m. guter fortgang in einer sache, gutes vonstattengehn, vortheil, vorschub, vorzug, praerogativa. Frisius (1556) 1044a, danach dann bei Maaler 147b fürderling (der), praerogativa, woher weiter bei Henisch 1298, 55 und Dentzler 2, 117b, der auf vortheil verweist. das bringt ein grossen fürderling z allen dingen, das vermag vil in allen sachen, plurimum ad omnia momenti est in hoc positum. Maaler ebenda und danach bei Henisch 1298, 56.
 
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fürdermal, adv., welches nhd. nach mhd. vürdermâle, fürdermâle, vürdermâl, fürdermâl, = noch einmal (Ben. 2, 23b), zu erwärten wäre, läszt sich nicht nachweisen, ist aber immerhin möglich.
 
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fürdern , ein verbum, das sich nhd. aus dem ahd. und mhd. lange neben fördern (s. d.) erhalten hat. denn ahd. galt furdirjan, furdran, provehere, das freilich sehr selten ist, mhd. häufig aber vürdern, fürdern, für welches auch gegen ende des 14. und im 15. jh. mit ausfall des r der ersten silbe füdern, fudern vorkommt. s. Ben. 3, 382b f. nhd. fürderen, prodesse, adminiculari, conducere, commodare. Dasypodius 333c. eben so findet sich fürderen geschrieben bei Frisius und danach bei Maaler, ferner bei Helber, Stieler, Dentzler, mit unterdrücktem umlaute furderen bei Schottelius sp. 1321, dagegen mit ausgestoszenem e der endung furdern im voc. theuton. 1482 i 6a b, eben so mit umlaut fürdern bei Serranus dict. a 4a, Rädlein, Nieremberger und den späteren. doch ist im 18. jh. die übliche schriftdeutsche form fördern, durch welche auch jene mit ü völlig verdrängt wurde.
jenem mhd. füdern, fudern gemäsz erhielt sich auch nhd. hier und da füdern, fudern, welche letzte form Aventinus in seiner grammatik bei lat. favere hat, und heute noch wird in Kärnten fûdern si für sich beeilen, sich fortmachen, weggehen gesagt. s. Lexer 104 und unten 2). vgl. auch füder, fuder oben sp. 714 unter fürder. gleich füdder durch assimilation des r aus fürder aber findet sich z. b. bei Mathesius füddern für fürdern. s. nachher 1) e) am ende.
Das wort steht
1) transitiv, mit accusativ, und bedeutet:
a) sich fortbewegen machen, in weitere bewegung vorwärts bringen, hin zu etwas in fortbewegung bringen, promovere. dunckete mich rahtsam seyn, dasz ich die jungfraw köndte in jr vatterland und zu jhren eltern fürdern. buch d. liebe 194, 3; aber unversehens wurde ich (ein hanfsamenkorn ist gemeint) ... erstlich in ein buch, endlich in ein risz und alsdann er erst wieder unter die presz gefürdert. Simpliciss. (Keller) s. 893, 27. die bedeutung liegt bereits in mhd. vürdern, wenn gleich dieses in derselben schon mehr bildlich und zu der folgenden bedeutung b) geneigt erscheint:

diu liebe und die leide
die wëllen mich beide
fürdern hin ze grabe. MSF. 129, 35;

ër vürdert manegen zuo dëm grabe
swër gegen im mit wer quam,
daʒ lëben ër im schiere benam. Mai 122, 16.


b) durch zuthun in lebensgang oder beruf vorwärts kommen machen, vorwärts bringen, also wie befördern in beziehung auf

[Bd. 4, Sp. 719]


bekleidung einer stelle, eines amtes, einer würde u. dgl. auf das haben wir unser ratsbotschaft wider zu unserm herren von Bamberg (dem bischofe) darum gesandt und der fleissiclich befolhen den dingen aber in dem besten form gen seinen gnaden nachczugeen, damit ir (dr. Künhofer ist angeredet) zu dem vorgenanten pfarre (der pfarrei zu sanct Lorenzen) komen und gefürdert werden möchtet. chron. d. d. städte 1, 458, 22; als denn an sy gepraucht sye, wol vermainten ze fürdern z dem bystme. 5, 353, 5.
c) helfend thätig sein für —, zu besserem zustand unterstützen. wann wir (die Augsburger) sy (die juden) wol billich fürdern als unser burger. chron. d. d. städte 5, 376, 23.
d) durch rasches thätigsein ohne aufenthalt weiter kommen machen, ohne verzögerung abfertigen. der gesworen meister (von den fleischhackern) waren 6 unter den alten bencken und 4 unter den newen pencken, domit (indem sie das fleisch aufhieben) wart daʒ volck wol gefürdert und auszgericht an (= ohne) gedreng. chron. d. d. städte 2, 309, 2; so weren ewer kauffleut in allen landen gefurdert. 528, 24.
e) beihelfend vorwärts kommen machen, fortgang haben machen, beschleunigen, beeilen. eine bedeutung, die die übliche von fördern ist. mhd. belege s. Ben. 3, 383a. daʒ sie dër stat z Nrembërg und allen dën iren getrewe sein und iren frumen furdern und wërben und iren schaden wenden und warnen. chroniken der deutschen städte 1, 174, 36. nhd. als ich dir dann yetzund auch beweisz dein nutz und frummen mer beger zu fürdern alsz den meinen. Wirsung Cal (1520) C 8b; unser volhabende macht anzuwenden, dasz der gemein nutz in allem zuvorderst gefürdert ... erscheine. Amadis 321; ist es dann etwan ein burgersman in einer stat, der dem gemeinen nutz getreuwlich dienstlich geneigt ist und (ihn) gern gefürdert sehe, der dann etwan den gemeinen nutz fordert und den groszen Hansen z vil darin redt. Schade satiren u. pasq. 2, 54;

auch einer thut den andern warnen, ...
fürdert sein nutz, und wend sein schaden,
und gündt jhm hertzlich alles gut.
H. Sachs I (1590), 322d;

ich bin meinem herrn köng geschworn,
sein nutz zu fürdern allen enden,
dargegen sein schaden zu wenden. III (1588). 2, 122c;

heltest du also dein eyd und pflicht,
unsern frommen zu fürdern thon? 127c;

drumb herr vetter nemmt gelt und gut
und die sach auffs erst fürdern thut,
eh wir dahin kommen zu spat,
die sach kein lengern auffzug hat. 122a;

als sie ... gepetten hetten, die sachen zu furderen. chron. d. d. städte 3, 372, 14; also auch sie (die procuratores) am allermeisten derer leuth sachen die ... viel gülden haben, fürderen unnd günstig seyn. Kirchhof wendunmuth 128a; welchen er auch in viel wege ruhmwirdig gedienet und sie gefürderet hat. 121b; ich hoffe, er werde alles fürdern, was ich in meinem sinn hab. Reiszner Jerus. 2, 47a; weil (= so lange als) Salomon den gottesdienst fürderet, war gelt und gts geng vorhanden. Nasus Nasenesel 51b; ein glück, welches die menschlichen sachen fürdert und hindert. buch d. liebe 208, 3; sölchen krieg und zerstörung desz obbenennten schlosses hat Geörg auff der Flüe alles gefürderet. Stumpf chron. 670b; (die feldcypressen) dienen ... für die geelsucht, fürdern den harn. Lonicerus kräuterb. 195a; ein stein, der euch zu ewer kranckheit nicht wenig nutzen, und zu gesundheit fürdern mag. buch d. liebe 233, 3. hier auch füddern: Venceszlaus der sexte könig in Behem hat sein bergwerck sehr lieb gehabt und aufs gnedigst gefüddert. Mathesius Sar. 299b.
f) begünstigen, bevorzugen. daʒ sie diesselben haller nemen und die furdern für alle ander müntz, und daʒ man dabey kauf und verkauff. könig Wenzels münzgesetz v. j. 1385 in den chron. d. d. städte 1, 241, 18; die zeit herschet kunig Ludwig zu Ungeren ..., welcher die kauffleut von Nuremberg, die sein künigreich besuchten, vor anderen furdert und die stat Nuremberg in geprauchung seins lands mit sunderen freiheiten begabet. 3, 282, 5.
g) bergmännisch auch was fördern. s. fördern 2) und vorhin a). einen bergarbeiter fürdern, ihn in die arbeit aufnehmen und an einem bestimmten punct in der grube anweisen. Scheuchenstuel 87.
2) reflexiv, sich fürdern, in dem sinne: sich ungesäumt vorwärts bewegen, um vom flecke und wohin zu kommen. unnd dieweil keiner (der kranken kriegsleute) gern dahinden bleiben wil, fürdert jeder, wie er kan, sich in zeiten hinbey und auff die wagen, gedrungen vol. Kirchhof milit. discipl. 118.

[Bd. 4, Sp. 720]


kärnt. fûdern si (s. oben). lieber fuder dich bald, geh bald weg spricht der landsknecht zum teufel. s. Lexer a. a. o.
3) intransitiv, in der eben unter 1) c) angegebenen bedeutung. das (dasz) er (der allmächtige) fürbasser mit glücksamer schickung uch und alle, die mit uch zu den sachen sind gewannt, die wolle fügen zu freudenrichem ende, das zu ewiger selickeyt fürdere. chron. d. d. städte 2, 216a.

sie sprach: ja recht, noch eins auch gaht,
dasz man sucht wollust, gwalt vnd pracht,
was darzu fürdert hat man acht.
ich sprach: was fürdert dann darzu?
die sprach: das gelt ...
H. Sachs I (1590), 293b.


 
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fürdernis, f. n. , von fürdern abgeleitet. vgl. -nis. das wort taucht zuerst im 14. jh. auf und zwar in der form fürdernüs, dann erscheint im 15. jahrh. fürdernus. die bedeutungen sind
1) beihilfe in gedeihlichem fortgang, adjumentum. subsidium, fürdernüss. Mones anz. 4, 236, 59. fürdernis geben, machen dasz gedeihlicher fortgang da ist: wer dann will, der mag hand an sy legen und yhn ein fürdernisz geben. Frank weltb. 13a, = »ihren tod befördern« (Vilmar bei der stelle); die weil ich (spricht der arzt) in gar kurzem jhrer (nemlich kranker) neununndzwentzig zum kirchhof gute fürdernisz gegeben habe. Kirchhof wendunmuth 120a; das gibt aber dem rebman grosse fürdernis, so er yede art (der trauben) sonderlich setzet, dann er kan eyn yedes geschlecht z sonderer zeit schneiden. Herr ackerwerk Columelle 33b. das (dasz) imm disz heilig sacrament ein ringe furdernisz sey zu demm ewigen leben. manuale curatorum 109a. in folgenden stellen lesen wir die form fürdernus: wan sie (die bürger) befliszen sich ... got dem almechtigen sein dienst zu meren mit gotsheusern, clöstern, pfründen und stiftungen und priesterlicher zucht furdernus. chroniken d. d. städte 3, 154, 3; das dem h. evangelio nicht zu hindernisz, sondern zu fürdernusz gerathen sollt. Luther br. 2, 368; er (hat) by kaiserlicher maiestat durch vil ubung unnd treffenlicher grosser fürdernuss ain gebot und mandat erlangt lautend u. s. w. Reuchlin augensp. 1b; dise (die curtisanen) keren allen fleisz an, geben hilf, radt, fürschub und fürdernüsz dar zuo, das teütsch land ye mer und mer, von den Romanisten beraubet und geschunden werde. Ulrich von Hutten klagschrift an alle stände B iijb (W. Wackernagels leseb. 3, 1, 222, 28); ein grosze fürdernusz zum ewigen leben. Frey gartengesellsch. 97;

so bleib nun dein Dominicus
des teuffels rhat und fürdernus.
Fischart v. s. Dominici O 1a.


2) empfehlung, fürsprache: sagt uns sin gnaden och darzuo in gnaden virdernusz zuo thon. Ehingen 16; da ward ich durch frommer leute fürdernusz des D. Oporini provisor. Th. Plater 146. fürdernusz, commendatio. Dentzler 2, 117b.
3) erlaubnis, gestattung. ... (dasz) ain erliche rittervart sin würde, wellt ich mit seiner gnaden virdernusz mich wider herheben und den handlungen nach ziehen. Ehingen 15.
4) bergmännisch: fortschaffung der erze in und aus dem schachte. Scheuchenstuel 87. vgl. förderung 2).
 
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fürdernisbrief, m. was fürderbrief, empfehlungsbrief. commendatitiae literae. auch fürdernusbrief. fürdernusz brieff. Frisius (1556) 257, danach Maaler 147c, woraus dann weiterhin bei Henisch 1298, 64. vgl. fürdernisschreiben.

 

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