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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
furchenschrift bis furchenzug (Bd. 4, Sp. 681 bis 682)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) furchenschrift, f., übersetzung des aus dem gr. adv. βουστροφηδόν gewordenen heutigen kunstausdruckes bustrophedon n., die bei den alten Griechen in der frühesten zeit vorkommende schrift, die linien wechselnd von der rechten zur linken und dann von der linken zur rechten laufen zu lassen, wie der pflügende ochse, jedesmal am ende eine kehr machend, die furchen zieht. in dieser weise waren Solons gesetztafeln geschrieben.
 
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furchenstein, m.
1) ein zur bezeichnung der ackergrenze in die furche oder an das ende derselben gesetzter stein: wer esz sach, dasz einer ein gemarckstein oder ein wegstein oder ein forgenstein auswürfft. weisth. 2, 155.
2) ein stein, dessen oberfläche von natur gefurcht ist. Nemnich 5, 174.
 
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furchenstreif, m. ein streif den eine furche bildet.
 
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furchentiefe, f. die tiefe einer furche beim ackern.

[Bd. 4, Sp. 682]



 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) furchenwalze, f. in der landwirthschaft eine in der mitte mehr, als an den seiten oder enden, starke walze zum bearbeiten der furchen der beete. Weber ökonom. lex. 1, 175a.
 
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furchenweise, adv. nach der weise einer furche, nach bildung und zug einer furche oder der furchen. furchenweise, liratim. Kirsch (1723) 2, 124a; furchenweis. 1, 645b. Dentzler 1, 768b. Weber universalwb. 2, 46. sulcatim, furchenweise. Drümel 2, 1683. Bauer (1798) 1080.
 
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furchenzerrissen, adj. durch furchen zertheilt:

der erde schoosz der hehren, unsterblichen
stets regen göttin schneidet von jahr zu jahr
der pflüger durch und treibt der rosse
zucht in dem furchenzerrissenen acker.
Chr. Stolberg ged. (1821) 2, 238.


 
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furchenziehen, n. der ausdruck furchen ziehen substantivisch. s. DWB furche 1) a) und vgl. DWB furchenzug 1).
 
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furchenziehend, das part. praes. von furchen ziehen. s. DWB furche 1) a):

mit händen des göldenen stabes gewohnt,
des stahles gewohnt, der tausende lenkt,
griff (kaiser Joseph II.) zum furchenziehenden pfluge.
wann that es ein herrscher?
Denis d. lieder Sineds 167.


 
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furchenzieher, m.
1) ein pflüger. auch furchzieher. Vgl. DWB furcher, DWB furchenmacher, DWB furchmacher.
2) der pflug. Fellenbergs furchenzieher, ein von Fellenberg in Hofwyl zum auflockern des ackers und unterbringen des samens gebrauchtes feldgeräth mit einer reihe von sechs schrägstehenden hölzernen oder mit eisen beschlagenen füszen in einem balken, der an zwei sterzen geführt wird und einen pflugbaum hat, mit welchem er auf einem vordergestell aufliegt. Weber ökonom. lex. 1, 175a. auch ein von Ascheberg zusammengesetztes geräth zum versehen der wintersaaten mit wasserfurchen.
 
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furchenzug, m.
1) das ziehen einer furche oder von furchen. ich bin zu dem ende auch gegenwärtig über dem ältesten buch des morgenlandes, Hiob, das ich aber jetzt für kaum mehr als übersetzung halte — eine sammlung von stücken einer fremden sprache, wo die tiefe manier und der tiefe furchenzug der empfindung hie und da durchscheinet. Herder an Merck, in Mercks br. 2, 36; nothwendig ... scheint sein (des pfluges) furchenzug. Arnim kronenw. 1, 2.
2) die richtung gezogener furchen. der furchenzug geht nach osten hin.

 

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