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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
fürbszen bis furchbeet (Bd. 4, Sp. 671 bis 673)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) fürbszen, thüringisch von einem strumpfe: durch vorsetzung einer kappe ausbessern oder schützen. vergl. kappe 9) a). das wort hat Stieler 262 unter vorbüszen, schreibt aber fürbsen, ferbsen, was, da er es offenbar als zusammengezogen aus fürbüszen ansieht, auffallen musz. büszen bedeutet ganz machen, ausbessern, wie wb. 2, 572 ersichtlich ist. s. DWB vorbüszen, aber auch fürfusz.
 
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fürbszung, f. die handlung des fürbszens. s. DWB fürbszen. ferbsung, sutela. Stieler 262.
 
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fürbug, m. der brustrieme, d. h. der vornen vor den vorderbügen über die brust gehende bindrieme des geschirres, bei einem reit- oder zugthiere, bei jenem, um das zurückweichen des sattels zu verhindern. ahd. zuerst nachweisbar aus dem 10. jh. in einer glosse zu Virgils Aen. 7, 270, wo furipuogi n. (Graff 3, 41), das sich durch zusammensetzung aus furi (s. DWB für) und einer in dieser gewordenen ableitung von puoc nhd. bug (s. d.) bildete. später, im 11. und 12. jh. furpûgi (Diut. 3, 405), fiurbûge (sumerl. 34, 71), fuirbouge (Graff a. a. o.), fourbouge (gl. trevir. 16, 32), deren iu und ui dem einbrechenden umlaut ü gleich zu achten sind, wie die ou in bouge dem uo, mit welchem ou in der schreibung verwechselt wird. ou dagegen in four statt fur ist offenbar fehlerhaft (vgl. gramm. 3, 454). mhd. mit dem durchgedrungenen umlaute auch des uo vürbüege n., auch vürgebüege, vorgebüege (Ben. 1, 180), aber der ausdruck war ein von der hofsprache gemiedener, also unhöfischer (Lachmann zu Nib. 75, 2. Haupt Erec s. XV). noch im 14. jh. auch gekürzt fürbüeg (voc. opt. nr. 20, 22), zu anfange des 15. jh. furbueg (Diefenb. 37b), in einem Augsburger vocabular von 1521 fürbuog (ebenda). mit der um das auslautende e verkürzten und in uo umlautlosen form, die sich mhd. diemuot f. aus diemüete f. (s.demuth), hôchmuot f. aus hôchmüete f. (vgl. DWB hochmuth), übermuot f. aus übermüete f. (vgl.übermuth) vergleichen läszt, mag auch der übergang in das geschlecht des einfachen bug eingetreten, es also m. geworden sein. furpug, antela. voc. theut. von 1482 i 6b. vorpuge oder furpug. mm 3b. antilena, ein gürt, qua pectus equi vel alterius animalis cingitur, das förderst theyl am sattel, fürbug, sattelbog. Alberus dict. R iija. helcium, ein kummet oder fürbug. ebenda. fürbug, gürtel, brustriem, antilena, lorum ante pectus, quo pectus jumenti

[Bd. 4, Sp. 672]


cingitur. Henisch 551, 65. bei späteren, in der form des praepositionalen adverbs mit mhd. vorgebüege stimmend, vorbug. Frisch 1, 151b bezeichnet fürbug als veraltet. der gegensatz ist hinterbug, der schwanzriemen, postilena. vgl. Henisch 551, 67 und s. DWB hinterbug. 2 fürpig. aus dem jahr 1580 in Westenrieders beitr. 5, 168 (s. Schmeller 1, 159). neben dem nhd. fürbug aber dauerte auch noch im 16. jh. vorbge fort, aber aus einem n. ein f. geworden: antilena, ein brustriemen, oder ein vorbge am sattel. Frisius (1556) 102a, wonach bei Maaler 475a, der ausdrücklich in klammern die beisetzt. später scheint das wort erloschen.
 
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fürbund, m.
1) der schaufalt, das schauende, weil dieses an dem feil gehaltenen stücke zeug vorgebunden, d. h. nach auszen gelegt, ist. s. DWB ausbund. da es immer an dem stücke das beste zu sein pflegt, so bedeutet das wort, wie eben ausbund, auch
2) etwas ausgesuchtes, ausgezeichnetes. fürbund, auszbund, longè vincens, multorum instar, praestantia. Henisch 1292, 54. weil d. (dr.) Caspar in der theologie zu lesen ein fürbund ist. Luther br. 5, 220.
 
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fürbündig, adj. was ausbündig (s. d.), ausgesucht, ausgezeichnet, eximius. von fürbund, s. fürbund 2). fürbündig, fürtreffenlich. Dasypod. 61a. furbündig, ist auszbündig. Henisch 557, 15. also findet man in allerley stenden zuweilen fürbündige geschickte menner, für allen andern. Luther 6, 140a; der an stercke und reichthumb fürbündig ist. Frank weltbuch 6b; item ein statt hatt dise gegne von allerley gebeüw und kauffmanschatz fürbündig und auszgerüfft. 72a; lassent uns dornach streben, das (dasz) wir den fürbüntigen könig Thomas rechen mögen. Aimon C 2; mich hat ein fürbündiger und in arabischer sprach wohlerfahrner jüd für warhafftige berichtet, das u. s. w. Thurneisser magna alchymia 2, 3; ein fürbündiges gutes frisches trinckwasser. dessen von wassern 185; eine fürbündige schönheit. v. Birken ostl. lorbeerhain 47; wenn ein mensch gefunden würde, der in furbündiger schönheit dem Absalon gleichete. Butschky Patm. 69; die fürbündige, prachtführende schönheit der welt. 297; furbündige heldenleute. 501; der himmel ist des menschen fürbündigster schatzmeister. 638; wann die natur fürbündige tugenden mit abscheulichen lastern in einen menschen gesellet. 466; bey seinen fürbündigen tugenden. dessen kanzl. 463.
daneben kommt aber auch, mit i für ü, fürbindig vor, selbst bei solchen, die furbündig oder ein damit zusammengesetztes wort haben. fürbindig, eximius. Dasypodius 333b, danach fürbindig, ausserlesen, fürtreffenlich bei Serranus dict. g 5b. fürbindig, auszbindig, fürtrefflich. Henisch 1292, 56. ein gar trefflicher fürbindiger mann, vir egregius omnino. 58. fünfften (heiszt dies kraut) Bubonium oder inguinalis, weil es ein fürbindig mittel zu den entzündungen und hitzigen geschwulsten der gemächt. Bock kräuterb. 124. voll fürbinder sententz und aller kunst. Wirsung Cal. a 3. s. auch das folgende adv.
 
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fürbündig, das von dem vorigen adj. abgeleitete adverbium. in vielen stellen aber bleibt es zweifelhaft, ob dieses oder jenes gesetzt ist. also ist diser manne (alleyn synen glouben hindan gesetzt) lops wirdig und fürpündig gestorben. Niclas von Wyle translationen, s. W. Wackernagels altd. leseb. (1861) sp. 1274; allerhand frucht fürbündig gt. Frank weltbuch 187a; das rechte gewürtz, dasz alle speysz furbündig geschmach machte. laster d. trunkenh. g ij; das künstle künden auch fürbündig maysterlich die kaufleut. J 1; die etwa in einer sondern kunst fürbündig und scheinbar leuchten. de vanitate 2, 80 (84a); der oberst (soll haben) ein spiel (nemlich trommler und pfeifer) fürbündig gut. Kirchhof milit. discipl. 79; zu Senis kam zu jm sein gemahel Leonore, die fürbundig schön junckfrauw. Stumpf 1, 87a; ward jr beyder schöne so ubertreffentlich und fürbundig, dasz, wo sie schon einander niemals gesehen, denn damals, jedoch sie ursach und anreitzung bekommen hetten einander zulieben. Amadis 161.
auch hier findet sich i für ü und zwar mitunter bei solchen, die fürbündig haben: es ist aber Sicilia an allerley frücht fürbindig fruchtbar. Frank weltb. 19a; under allen aber hetten sie die kunst furbindig gelehrnet. Kirchhof wendunm. 322a; ein nicht gemein, aber fürbindig treffenlich kraut. Thurneisser beschreib. influentischer wirkungen aller erdgewächse 54, dagegen oben i. d. magna alchymia das adj. fürbündig; also das (dasz) mir dein wort fürbindig gefallen. Wirsung Cal. h; man pflege aus den blettern ein wasser zu brennen, welches fürbindig gut sei wider die blatteren. Tabernaemontanus kräuterb. 1072.
s. auch das adj. furbündig.

[Bd. 4, Sp. 673]



 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) fürbündigkeit, f. vorzüglichkeit, vortreflichkeit, praestantia. Henisch 1292, 66. es musz diese fürbündigkeit des bergholzes den alten Griechen und Römern nicht unbekannt gewesen sein. Scheuchzer 1, 65.
 
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fürbündiglich, adv. ausgezeichnet, vortreflich, eximie, egregie, insignite, insigniter. fürbündigklich, als adv., bei Dasypodius 333b und danach bei Henisch 1292, 67.
 
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fürbung, f. die reinigung. von fürben (s. d.). furbung oder reinigung, purgamentum, purgatio. voc. theut. 1482 i 6a. von reinigung des menschen: dër hât vil wäʒʒeriger fäuhtin in seim leib und sint im diu pat guot und sämleicheu (ähnliche) fürbung. Megenberg 53, 9.
 
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furch, f., s. DWB furche.
 
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furchbeet, n., s. DWB furchbett.

 

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