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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
fürbeten bis fürbild (Bd. 4, Sp. 664 bis 665)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) fürbeten, s. vorbeten.
 
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fürbeträchtig, adj. vorausbetrachtend, vorbedächtig. derhalben sol er frbetrechtig seyn mit profandtiern und zufhren. Fronsperger kriegsb. 1, 68a; als bald er (der schultheisz von Haussbergen, der nicht wuste, ob er »gezwagen« d. i. gebadet hätte oder nicht) das geredt, fiengen die im bad alle an z lachen unnd verwunderten sich, das ausz einem groben bawren so behend ein witziger und fürbetrechtiger schulteusz worden was. Frey gartengesellschaft cap. 53.
 
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fürbewegen, s. vorbewegen.
 
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fürbeweglich, adj., s. vorbeweglich.
 
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fürbeweglichkeit, f. vorempfindung bei drohender anfechtung einer bösen begierde. propassio, furbeweglichkeyt. Eychman q 6b.
 
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fürbiegen ,
1) vorwärts biegen.
2) zuvorkommen, insbesondere listig zuvorkommen:

wird das nicht besser seyn, wann du es recht erwügest,
dasz du mit mir zugleich im weg jhr strack fürbügest.
Werder Ariost 1, 20, 2.


3) durch ein vorausthun abschwächen oder hindern:

sie deren herz, hand, mund, vol hasz, blut und betrug, ...
gedachten in sich selbs, hochmühtig, mächtig, klug,
nach lust mir für zu biegen.
sie selbs befanden sich betrogen ...
Weckherlin 64 (ps. 18, 30).


s. vorbiegen, vorbeugen, und vgl. DWB fürbauen.
 
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fürbieten , s. vorbieten.
1) vorladen, entbieten zum erscheinen vor einer obrigkeitlichen person oder einem gerichte. Haltaus 549. furpieten oder laden, citare. voc. theut. v. 1482 i 6b. er (nemlich der tod) ist der büttel der fürbeuth zum gericht gottes. Paracelsus op. 1, 44b (paramirum l. 2 c. 3).
einem fürbieten, und vor gericht verklagen, dicam scribere. Henisch 1291, 63. einem zum rechten fürbieten, lege compellare, aliquem convenire. 65.
2) andern vorausbieten. Haltaus a. a. o.
 
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fürbieter, m. einer der gerichtlich vorladet, insbesondere der büttel. furpieter an geistlichem gerichte, pedellus. voc. theut. von 1482 i 7b. fürbieter (der), provocator. Henisch 1291, 67.
s. vorbieter.
 
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fürbietig, adj. unter einem vorkaufsrechte stehend, das vorbehalten ist. furbietige guter, die der besitzer, wenn er sie mit dem erbrechte verkaufen will, zuerst dem lehns- oder gutsherrn

[Bd. 4, Sp. 665]


u. agl. zum kauf anbieten musz. aus den statut. argentor. von 1301 (1313) bei Schilterus de bonis laudemialibus (Jenae 1741) s. 21. davon jährlich 2 pfund pfenning ewiges, ehrschätziges, fürbietiges erblehnzinses zu reichen. s. 25, v. j. 1644.
 
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fürbietung, f. die handlung des fürbietens. von fürbieten. fürbietung oder verkündung, kundtschafft zusagen, denuntiatio testimonii. Henisch 1291, 68.
 
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fürbild, n., s. vorbild. noch bei Nieremberger Ccc 4d.
bei Luther ursprünglicher, ohne abwerfung des auslautenden e, furbilde: wie ich dir ein furbilde der wonunge und alles seines geretes zeigen werde, so solt jrs machen. 2 Mos. 25, 9; sintemal auch Christus gelidden hat fur uns und uns ein furbilde gelassen, das (dasz) jr solt nachfolgen seinen fusstapffen. 1 Petr. 2, 21; niemand verachte deine jugent, sondern sey ein furbilde den gleubigen im wort, im wandel, in der liebe, im geist, im glauben, in der keuscheit. 1 Tim. 4, 12; wie himel und erden, wie zeitlichs und ewiges nicht zuvergleichen ist, also sind auch jene alten wunder nicht zuvergleichen diesen wundern, denn sie sind kaum ein fürbilde oder zeichen gegen diese rechte wunder. werke 5, 211b; ob sie wol nicht mehr denn das zeichen und fürbilde unsers osterfests gehabt. 211b. dann fürbild: ein fürbild oder form, darnach man ein anders macht oder malet. Alberus dictionar. L iija; für Christi geburt aber war der schöne güldene leuchter mit seinen sieben rören (vgl. 2 Mos. 25, 35. 37) und ampeln ein fürbild des heiligen predigampts. Mathesius Sarepta (1562) 62a; nach dem ubersten fürbilde und exemplar richten. Carlstadt von dem sabbat D ija; Jonas der prophet ist auch ein fürbild des menschen sons, wie Christus selber zeugt. Mathesius leichenpred. 18a, vgl. Luc. 11, 29. 30;

wie das Ewsebius beschreibt,
das uns zu einem fürbild bleibt.
H. Sachs IV. 1, 109a;

allen weibern zu eim fürbilt.
Ayrer kön. Edward 395a;

die unart des epheu stellet ein fürbild der undanckbarkeit dar, indehm er dem baum, welcher ihn auf den beinen erhalten, alle nahrung entzeucht. Butschky Patm. 707;

(die ihre häupter senkenden blumen sind) ein fürbild sichrer niedrigkeit.
Brockes 1 (1737), 249.

im sinne vorschwebendes bild, idea. Nieremberger a. a. o.
im pl. fürbilde: werdet furbilde der herde. 1 Petr. 5, 3; selbige sollten sich als fürbilde der heerde auch im wandel aufführen. corpus constitt. brandenb.-culmb. 1, 213. eben so wol fürbilder.

 

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