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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
füraushangen bis fürbasser (Bd. 4, Sp. 657)
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[Bd. 4, Sp. 657]


Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) füraushangen, mit einer vorwärts gehenden neigung hangen. fürauszhangen, propendere. Dentzler 2, 117a.
 
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füraushin, adv., ein verstärktes füraus 1) und auch 2). betont füraushín. fürauszhin bey lxxx welscher meil fanden wir das allerhöchst ort. Frank weltb. 217b. aber auch früher, wie wir heute sagen würden, voraushin (s. d.): nun ritt der zwerg vorauszhin. Amadis 249. vgl. DWB fürauszen und DWB füranhin.
 
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fürausig, ein volksmäszig von füraus (s. d.) gebildetes, in Tirol in der bedeutung »vorzüglich« übliches adj.: ein fürausiger mensch, a' fürausiger bue. Schöpf 162. Frommann 5, 337. s füraus 5).
 
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fürauslaufen, vor anderen her oder hin laufen. fürauszlauffen, procurrere. Maaler 146c, nach Frisius 1064b (s. DWB fürlaufen). Henisch 1291, 37.
 
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fürausleben, weiter fort und länger leben als ein anderer oder andere. provivere, fürauszläben, weyter und lenger läben. Frisius 1085b. s. DWB füraus 2).
 
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fürausstrecken, zum hervorragen strecken. fürauszstrecken, auffziehen, protendere, prorogare. Henisch 1291, 42.
 
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fürauswachsen, über anderes hinaus wachsen, im wachsen überragen, auch herauswachsen, hervorwachsen. fürauszwachsen, supercrescere, enasci. Maaler 146c, nach Frisius (1556) 1271b, der dadurch uberwachsen erklärt. Henisch 1291, 38, wo aber fürauszwachszen geschrieben ist, eben so bei Dentzler 2, 117a. s. auch fürhinwachsen.
 
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fürauszen, adv. was füraus 1): hierumb name Amadis seine waffen, und zohe füraussen, der zwerg und Gandalin hernach. Amadis 204. vgl. füraushin.
 
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fürbank, f. eine bewegliche bank, eine bank die zum sitzen vor etwas gestellt werden kann: sich auf eyn fürpanck neben dem pete hinder den umhang seczet, sein haubt an das pete nejget also entschlieffe. Steinhöwel decam. (Keller) 249, 27 = Bocc. 1, 202a. das ital. wort ist hier carello.
noch bair. fürbenk, vorbank f., in bauernhäusern, eine bank die vor den tisch und wieder weggestellt werden kann, zum unterschiede von der an den wänden befestigten. Schmeller 1, 182. s. vorbank.
 
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fürbann, m. die richterliche verkündigung oder richterlich ausgesprochene versicherung in betreff eines vor gericht unschuldig oder im recht befundenen, dasz er, so wie auch sein besitzthum, gegen den kläger oder angreifer in dem schutze des gerichtes stehe und ihm also ruhe und sicherheit zugesprochen sei. mhd. fürban. einen ze fürban tuon, ihm jene richterliche versicherung ertheilen, sie in betref seiner richterlich aussprechen. Westenrieder glossar. 37, 174. Schmeller 1, 176. Haltaus 548 f. blosz von einem gut gebraucht drückt fürbann die gerichtliche einantwortung, d. h. übergabe, desselben aus. Westenrieder 174.
s. DWB für I A 4) f) und bann 3).
 
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fürbasser, adv. , zu betonen fürbásser. gleich baser von basz (s. wb. 1, 1153) entstanden, ein früh im 14. jahrh. auftauchendes comparativisches gebilde von fürbasz (s. d.), mit dem es wechselt und dessen bedeutungen es auch hat. diese sind:
1) weiter fort, weiter. von der fortbewegung im raume. und den Berchtold Volkmeir als ain hauptman von unsern wegen unserm herren kunig Albrechten zu hilffe gen Beheim fur den Thabor und fürbasser in die Slesien und gen Preszla füret. chron. d. deutschen städte 1, 466, 16 f.
2) in zukunft, künftig, künftighin. mhd. daʒ si für baʒʒer ewiglichen dehain ungelt ... nymmer geben ... süllen. urk. v. j. 1397 in den chron. d. d. städte 4, 162, 13; und wär sache daʒ er weib und kind hett, die sullen us faren und fürbaʒer ewiglich in disen stat nymmermer chomen. 28; daʒ sie ouch von der clag wegen furbaʒʒer ledig und los sin solten. 190, 16; es söllen alle nüsche (wassersteine) fürbaszer nit mer uff das pflaster fallen. 5, 146b. daʒ sie in (den hauptleuten) daʒ ze wissen tetten und dann die haubtleut dem fürpaszer nachgingen. 2, 257, 2 in den lesarten. nhd. und sich auch keines dinges fürbasser scham, weder sach, masz, zeit und andere billige umstend erfordern. Keisersberg seelenpar. 592. übrigens ist diese bedeutung oft von der folgenden nicht zu scheiden.
3) weiter, ferner. von der fortsetzung des vorhergehenden gesagt. furbasser, ulterius. voc. theut. v. 1482 i 6a, wo auch furbasz, amplius, cumulatim. mhd. wir schulthaiʒe, burgermaister, zunfmaister und diu gemainde dër burger von Eʒʒelingen tûn kunt allen, daʒ wir durch die hëlfe und dën dienst, dën uns dër edel hêrre grâve Gotfrit von Tuwingen hât getân und vurbaʒʒer gelopt, haben geschaffet u. s. w. urk. v. j. 1311 in Schmids pfalzgrafen v. Tübingen s. 120. nhd. sin (des allmächtigen)

[Bd. 4, Sp. 658]


gottlich gnade bittend, das er fürbasser mit glücksamer schickung uch und alle, die mit uch zu den sachen sind gewannt, die wolle fügen zu freudenrichem ende. chron. d. d. städte 2, 216a; wie lang sein gnad (könig Friedrich III., herzog zu Österreich) daselbs zu beleiben und wo hinawsz furbasszer vermeine zu tziehen. 3, 355b; wie sie auch von den burggrafen selichen ettlich pfantschaft, die sie und ir vorfaren vom heiligen reich verpfendet hatten, zu treu henden gebracht hetten und in die furbasser also verpfent weren worden. 371, 24; und sprach fürbasser z jnen. Keisersberg post. 1, 33a. mit dem bei comparativen folgenden denn = als: wer es dz der probst sy (die huber) trengen oder zwingen wölte oder zmtten furbasser, denn des hofes recht wer. weisth. 4, 115; so soll man ime usser dem holcz obwendig des mülinweges so vil holcz geben als er nottürfftig ist, fürbasser denn uf ander mentag hofritten. 102.

 

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