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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
funtus bis fuppen (Bd. 4, Sp. 616 bis 617)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) funtus, interj. die in der Altmark, in Braunschweig der ausruft, der etwas, sei es gesucht oder zufällig, findet. Danneil 59a. Frommann 6, 476. Funtus, habt dank ihr meine augen, ihr entdecket mir. Hazards lebensbeschr. 152. Auch ins dän. eingedrungen, wo funtus bei Heiberg sich findet, wie eben bei Frommann a. a. o. durch drei belegstellen gezeigt ist.
der ausruf kommt hiernach nur in einem theile Norddeutschlands vor und scheint ein aus der schule in das volk eingedrungenes latinisiertes fund, das nd. sowol die handlung des findens, als auch das gefundene ausdrückt. vgl. DWB fund 1) u. 2).
 
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funzel, f., s. DWB funsel.
 
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funzelei, fünzelei, f., s. funselei.
 
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funzelig, fünzelig, adj., s. funslig.
 
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funzelkram, m., s. DWB funselkram.
 
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funzeln, fünzeln, s. DWB funseln.
 
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fünzlein, n., s. fünslein.
 
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funzlig, fünzlig, adj., s. funslig.
 
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fuppchen, füppchen, n., das dim. des folgenden fuppe (s. d.). pommerisch fippke, tasche. Dähnert 120b.

[Bd. 4, Sp. 617]


ssz deine kleider, ssz dein rokk,
das fuppchen drein ist ssz darneben:
du weist, was du mir drausz gegeben,
barillchen, ssze zukkerdokk!
ich schmekke, dünkt mich, noch die gaben,
die auch die todten können laben.
Filidor geharn. Venus, Hamb. 1660, s. 259.


 
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fuppe, f. die tasche die man an sich trägt, insbesondere die tasche am oder im kleide. in Ostpreuszen, s. Bock 12 u. Hennig 76. das wort scheint mit fips (s. d.) éinem stamme, in dem der begrif schneller bewegung liegt, anzugehören. es vergliche sich dann fuppe dem in der Wetterau landüblichen schlupfsack, die brusttasche inwendig in dem rock oder der jacke bei männlichen personen. s. schlupfsack.
 
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fuppen, in die tasche stecken. livländisch, s. Gutzeit 1, 301b. von fuppe (s. d.). bestimmter einfuppen. Gutzeit 232a. dieses einfuppen aber hat ostpreuszisch die eingeschränktere bedeutung: heimlich in die tasche stecken. er kann gut einfuppen heiszt: er, der zu gast geladene, iszt sich nicht nur satt, sondern nimmt auch von dem übriggebliebenen, indem er beisteckt, noch mit nach hause. Hennig 76. im gegensatze hierzu sagt man dann ostpreuszisch auch ausfuppen, nach dem einstecken aus der tasche, diese leerend, herausgeben. so in er muste wieder ausfuppen, alles was er eingesteckt hatte, wieder herausgeben. Hennig ebenda. Angewandt aber ist jenes einfuppen in livländ. einen einfuppen, ihn einstecken, verhaften. Gutzeit 232a.
Eins mit einfuppen ist, ebenfalls livländ., einfoppen, das, wie jenes, zunächst, freilich selten, in die tasche stecken bedeutet, dann aber auch in einen einfoppen ihn gefänglich einziehen, ihn einsetzen, und insbesondere in einen studenten einfoppen ihn ins carcer setzen. Gutzeit 231b.

 

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