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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
funte bis fuppe (Bd. 4, Sp. 616 bis 617)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) funte, fünte, f. ,
1) der taufstein, baptisterium. Henisch 1290, 38. Schottelius 1321. brem. wb. 1, 468. Stürenburg 63 (doch wird, nach Jütting, heute ostfriesisch nur fünte gehört). altfries. font, funt n., taufe, taufstein. Richthofen 750a. mittelnl. vonte, vunte Kilian (1599) s. 636b. nnl. vonte, vont f., taufstein, taufschüssel. engl. font. isländ. fontr m., taufstein, altnorweg. funtr (Fritzner 177b), schwed. funt m. Mit dem christenthum überkommen, aus lat. fons in dem altkirchlichen sinne von fons baptismi, fons baptisterii, wasserbecken, in das die einstiegen, die getauft wurden.
2) die taufe. so ostfries., mittelnl., s. Stürenburg a. a. o. Kilian a. a. o.
übrigens findet sich das wort auch schon in dem ahd. ausdrucke funtdivillôl m., pathenkind (Maszmann kleine sprachdenkm. s. 129), das aus lat. filiolus de fonte entlehnt ist.
 
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funtus, interj. die in der Altmark, in Braunschweig der ausruft, der etwas, sei es gesucht oder zufällig, findet. Danneil 59a. Frommann 6, 476. Funtus, habt dank ihr meine augen, ihr entdecket mir. Hazards lebensbeschr. 152. Auch ins dän. eingedrungen, wo funtus bei Heiberg sich findet, wie eben bei Frommann a. a. o. durch drei belegstellen gezeigt ist.
der ausruf kommt hiernach nur in einem theile Norddeutschlands vor und scheint ein aus der schule in das volk eingedrungenes latinisiertes fund, das nd. sowol die handlung des findens, als auch das gefundene ausdrückt. vgl. DWB fund 1) u. 2).
 
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funzel, f., s. DWB funsel.
 
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funzelei, fünzelei, f., s. funselei.
 
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funzelig, fünzelig, adj., s. funslig.
 
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funzelkram, m., s. DWB funselkram.
 
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funzeln, fünzeln, s. DWB funseln.
 
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fünzlein, n., s. fünslein.
 
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funzlig, fünzlig, adj., s. funslig.
 
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fuppchen, füppchen, n., das dim. des folgenden fuppe (s. d.). pommerisch fippke, tasche. Dähnert 120b.

[Bd. 4, Sp. 617]


ssz deine kleider, ssz dein rokk,
das fuppchen drein ist ssz darneben:
du weist, was du mir drausz gegeben,
barillchen, ssze zukkerdokk!
ich schmekke, dünkt mich, noch die gaben,
die auch die todten können laben.
Filidor geharn. Venus, Hamb. 1660, s. 259.


 
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fuppe, f. die tasche die man an sich trägt, insbesondere die tasche am oder im kleide. in Ostpreuszen, s. Bock 12 u. Hennig 76. das wort scheint mit fips (s. d.) éinem stamme, in dem der begrif schneller bewegung liegt, anzugehören. es vergliche sich dann fuppe dem in der Wetterau landüblichen schlupfsack, die brusttasche inwendig in dem rock oder der jacke bei männlichen personen. s. schlupfsack.

 

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