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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
funst bis funzelkram (Bd. 4, Sp. 615 bis 616)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) funst, f. was faust. es ist, wie aus faunst, faunz (s. d.) für fauns erhellt, oderd. fûst, eben jenes unser nhd. faust, mit eingetretenem n und dadurch kurz gewordenem u, wofür der reim in folgender stelle eines mhd. gedichtes spricht:

diʒ mær ist uns in bœser kunst,
dës wirt mîn hant ein funst. Ls. 1, 372, 50.

[Bd. 4, Sp. 616]



do man in (Jesum) an die wangen sluoc,
an sîne zarten backen,
mit fünsten ûf dën nacken.
Mones schausp. d. mittelalters 1, 221, 32,

wo der herausgeber ganz unnöthig viuste ändern zu müssen glaubte. pugnus, eyn faust, funst. Dasypodius 198c. 289a; funst, pugnus. 334a. in einem Schweizer weisthum v. j. 1400: welher einen schlat (schlägt) mit der funst. weisth. 4, 285. in einem andern v. j. 1429: welicher ouch den andern mit der funst schlecht. s. 299. besunder ist zu Wiltha sant Cristoffels zan so grosz als ain mansz funst (eine mannsfaust). geistliche jungfrau, bei Schmid 183 (nach einer mittheilung A. v. Kellers aus Schmids handexemplar ist die citierte geistliche lehrschrift eine veesenmeyerische papierhs. des 15. jh.). auch die von Barack herausgegebene chronik der grafen von Zimmern 2, 344 hat funst. noch heute wird dieses wort in Ulm und der umgegend gehört. Schmid a. a. o. und Keller (brieflich).
Ueber eintritt eines n namentlich nach dem vocale in der stammsilbe bietet belege aus der alemannischen mundart Weinhold in seiner alemann. gramm. s. 170, aus dem bairischen, wo sich n nicht so häufig einschiebt, in seiner bair. gramm. s. 173 f.
 
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fünstig, adj. was faustig, fäustig, also wie faustdick, faustgrosz. von funst (s. d.):

das weger wer (dasz es wahrlich wäre), es schlüeg der hagel,
fünstig stein und yse nagel.
Ruff Etter Heini 2905.


 
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fünstre, f. finsterheit, finsternis. mit ü für i, also für finstre, unverkürzt finstere, mhd. vinster, finster f., ahd. finstarî, finistrî, finstrî, vinistrî, vinstrî.

durch deinen gnadenschein mein fünstre zu erleuchten.
Weckherlin 203 (ps. 102, 3).


Da finstere, finstre kein besonderer artikel gewidmet wurde, so ist hier nachzuholen, dasz es auch, wie lichte f. in der bedeutung »tag«, geradezu statt »nacht« steht: so mag er das pfand inne haben drei liechten oder zwo finstere. weisth. 3, 667, = drei tage und zwei nächte; dasz man solch pfand drei finster und zwo liechten, oder drei liecht und zwo finster, aber nit lenger, behalten mag. ebenda. diese bedeutung fehlt bei Schmeller, ist aber gerade Baiern eigen.
 
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funstern, pfuschen, ungeschickt und schlecht nähen, schlecht schneidern. brem. wb. 1, 468. es scheint von der unter funs aufgestellten wurzel finsan fans funsun funsan abgeleitet zu sein und ursprünglich »rasch (übereilt) und so leichtfertig arbeiten« zu bedeuten.
 
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fünsternus, für finsternis. Adrians mittheil. 331.
 
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funte, fünte, f. ,
1) der taufstein, baptisterium. Henisch 1290, 38. Schottelius 1321. brem. wb. 1, 468. Stürenburg 63 (doch wird, nach Jütting, heute ostfriesisch nur fünte gehört). altfries. font, funt n., taufe, taufstein. Richthofen 750a. mittelnl. vonte, vunte Kilian (1599) s. 636b. nnl. vonte, vont f., taufstein, taufschüssel. engl. font. isländ. fontr m., taufstein, altnorweg. funtr (Fritzner 177b), schwed. funt m. Mit dem christenthum überkommen, aus lat. fons in dem altkirchlichen sinne von fons baptismi, fons baptisterii, wasserbecken, in das die einstiegen, die getauft wurden.
2) die taufe. so ostfries., mittelnl., s. Stürenburg a. a. o. Kilian a. a. o.
übrigens findet sich das wort auch schon in dem ahd. ausdrucke funtdivillôl m., pathenkind (Maszmann kleine sprachdenkm. s. 129), das aus lat. filiolus de fonte entlehnt ist.
 
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funtus, interj. die in der Altmark, in Braunschweig der ausruft, der etwas, sei es gesucht oder zufällig, findet. Danneil 59a. Frommann 6, 476. Funtus, habt dank ihr meine augen, ihr entdecket mir. Hazards lebensbeschr. 152. Auch ins dän. eingedrungen, wo funtus bei Heiberg sich findet, wie eben bei Frommann a. a. o. durch drei belegstellen gezeigt ist.
der ausruf kommt hiernach nur in einem theile Norddeutschlands vor und scheint ein aus der schule in das volk eingedrungenes latinisiertes fund, das nd. sowol die handlung des findens, als auch das gefundene ausdrückt. vgl. DWB fund 1) u. 2).
 
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funzel, f., s. DWB funsel.
 
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funzelei, fünzelei, f., s. funselei.
 
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funzelig, fünzelig, adj., s. funslig.
 
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funzelkram, m., s. DWB funselkram.

 

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