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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
fünklin bis funselkram (Bd. 4, Sp. 613 bis 614)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) fünklin, n., s. fünklein
 
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funkschnur, f. ein schwefelfaden. brennende funkschnur. aufzeichnung Jacob Grimms.
 
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funksen, tr., mit der ruthe hauen, besonders wenn dies bei kindern zur züchtigung geschieht. in Unterwalden ob dem wald, wo aber funggsen gesprochen wird. Stalder 1, 404. von dem ebenfalls schweiz. funken, stupfen.
 
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funnen, für funden, sowohl den organischen pl. praet. als auch das alte part. praet. von finden. mundartlich und danach im reim bei H. Sachs:

das (Alexanders hofgesinde) jhn (Darius) zuletzt bey einem brunnen
todwund auff seinem wagen funnen. II (1591). 3, 78d.


 
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funs, ahd. funs (comp. funsiro, superl. funsist), bereit, willig, geneigt, alts. fûs, bereit, ags. fûs, wegfertig, fertig wozu, bereit, eilig, geneigt, begierig nach etwas, altn. fûss, begierig nach etwas. ein adj., das sich auch nhd. noch erwarten lassen sollte, aber schon mhd. erloschen ist. auch die mundarten kennen es nicht mehr. nur in dem mannsnamen Alfons, ahd. Adalfuns (Förstemann 1, 145. 448), der »geneigt oder begierig nach edlem geschlechte« bedeutet, blieb es bis heute erhalten.
Grein in seinem sprachsch. 1, 358 nimmt ags. fûs, also ahd. funs für funds von findan, dessen grundbedeutung »ire« sei, eine, wie es scheint, aus einer von W. Wackernagel wb. 205 (357b) mit vorsicht aufgestellten vermuthung hervorgegangene behauptung. aber jene grundbedeutung ist unerwiesen und Jacob Grimm geht unter finden von einer andern aus; dann musz auffallen, dasz sich ags. mit ausfall des n fûs, dagegen mit n findan und kein fîdan oder wol besser fîðan findet; endlich fehlt bei funs auch jedes anzeichen, das auf ein dagewesenes d mit sicherheit schlieszen liesze. vielmehr scheint eine wurzel finsan fans funsun funsan anzunehmen, der die bedeutung sich zu etwas in den stand setzen, eilig sein, beizulegen wäre. vgl. DWB funseln.
Wie sich aber von den ahd. adjectiven prûn braun, lanc lang, liup lieb u. s. w. die mannsnamen Prûno oder Brûno (2, 325), Lango (Graff 2, 227), Liupo (Förstemann 1, 848) u. s. w. gebildet haben, welche nichts anderes als die schwache männliche flexionsform sind, eben so durfte auch von funs ein mannsname Funso (Graff 3, 544 vgl. Förstemann 1, 448) hervorgehen, der so viel als der bereite, eilige, fertige zur that, ausdrückte. bestätigt wird er durch den weiteren mannsnamen Funsinc, der, von jenem abgeleitet, abkömmling des Funso, bedeutet und in dem ortsnamen Funsinga (s. fünsinger) steckt. dieses, der name des heutigen bairischen dorfes Finsing, musz ursprünglich vollständig gelautet haben zi Funsinga, d. i. zum Fünsing als dem gründer oder ersten herrn des dorfes, aber der dat. sg. wandelte sich bald auch, freilich mit unrecht, in einen dat. pl. Funsingen, weil von personennamen auf -inc entstandene ortsnamen häufig dative pl. sind und man so diese gewohnt war.
 
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funse, f. eine kleine, überhaupt eine geringe, eine dunkel, wenigstens nicht gar hell brennende öllampe. braunschw. (Castelli 134), eben so in Schlesien und zwar, wie hier Weinhold 24b genauer angibt, zu Breslau, Reichenbach und Glaz. östr. funzn (Ziska 1, 27. Castelli a. a. o.). im Kuhländchen fons; im hennebergischen fonse, ölfonse, woneben fonsel, ölfonsel (Reinwald 1, 112). in Hessen, der Wetterau, Nassau, am Rhein kennt man das wort nicht, das sonach von dem braunschweigischen über einen theil des östlichen Mitteldeutschlands und von diesem südlich bis über die Donau sich erstreckt, während das von funse abgeleitete funsel vorzugsweise einem groszen theile Norddeutschlands eigen ist und nach Mitteldeutschland stark vordringt. was die herkunft betrifft, so führt funse auf goth. fôn gen. funins, altn. funi, feuer, das, nach GDS 84 (vgl. auch wb. 3, 1581) ein wurzelverbum funan fan fônum, leuchtend sein, brennen, voraussetzt.

[Bd. 4, Sp. 614]


aber für das ableitende s, ursprünglich -as, findet sich durch misverstand auch z geschrieben, da sich nach n beide laute in der aussprache kaum unterscheiden lassen.

du wurdest jederzeit vor andern wohl empfangen,
wir steckten fremden nur die hellerfunzen an:
dir aber muste stets der tisch mit kerzen prangen.
Günther 1100.

in dieser stelle erscheint im gegensatze zu der kerze die funse, ohne dasz es der verstärkung durch die zusammensetzung hellerfunse bedurft hätte, in schlagender weise als geringfügig, wie denn auch überhaupt mit funse eine lampe oft mehr verächtlich benannt wird.
Klein in seinem deutschen provinzialwörterbuch 1, 129 führt als zweite bedeutung an: »auch das ausgebrannte docht vom licht, wenn es noch dunstet«, und bezeichnet dieselbe mit der ersten als schlesisch. aber weder Bernd noch Weinhold verzeichnen sie.
 
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funsel, f. was funse. Frehse 23a. Bernd 68. brem. wb. 1, 468. Schambach 283b. Danneil 59a. henneberg. fonsel, ölfonsel, funsel, neben fonse, ölfonse. Reinwald 1, 112. Frommann 3, 131. ruhlaisch funsel, foinsel, œlfunsel, œlfoinsel, thür. funsel, fonsel, êlfonsel (ölfunsel). Regel Ruhlaer mundart (Weimar 1868) s. 186. vgl. noch thranfunsel. auch so viel als laterne. Schambach a. a. o.
ein durch einen theil Niederdeutschlands, nemlich die fürstenthümer Göttingen und Grubenhagen, das bisthum Hildesheim (wo man funsele hört), die Altmark, Mecklenburg, das groszherzogthum Posen sich hinziehendes wort, das neben funse nach einem groszen theile Mitteldeutschlands vordringt. es ist aus funse (s. d.) fortgebildet und eben so wenig, als dieses, mit z statt s zu schreiben.
 
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funsel, f. liederliches weibsbild. zu Ruhla als schelte. Regel 187. wol von funseln. vgl. DWB fummel 4).
 
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funselei, fünselei,f. was funseln n. altmärkisch fünselî, eine in kleinigkeiten haftende thätigkeit, die nicht merklich vorwärts kommt. Danneil 59a. holstein. funselê, verstohlne handgeberdung. Schütze 1, 340. Unrichtig funzelei, fünzelei.
 
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funselig, fünselig, adj., s.funslig, fünslig.
 
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funselkram, m. der kleinigkeitskram, die kleinigkeitskrämerei, schlechtes wesen bei dem kein vorwärtskommen, kein fortgang ist. auch, aber unrichtig, mit z statt s (s. DWB funseln) funzelkram. geschehen war geschehen (spricht eine hurenwirthin zu ihrem manne), wär der herr nur gleich nach meinem rathe nach Holland gegangen und hätte ohne seinen funzelkram von ehrlichkeit geradezu ein spelhuys (spielhaus, d. h. haus zu musik und aufenthalt feiler dirnen) angelegt, so wüszte man wie man dran wäre. Bode übersetzung von Cumberlands Westindien, Hamburg 1775, s. 30.

 

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