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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
fünkle bis funnen (Bd. 4, Sp. 612 bis 613)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) fünkle, n., mit ausstoszung des e vor l aus fünkele (s. d.) und also dim. von funke. fünckle. Frisius (1556) 1187a und danach Maaler 145d. Junius nomenclator v. 1609 s. 114. Henisch 1287, 47. da scheint herausz und leszt sich sehen was das noch allenthalben für rohe, freche, ungeschlachte lewt sein, die sich christen nennen und kein fünckle christlicher lieb yrgentz erzeygen. Ickelsamer gespräch zweier kinder (Nürnberg 1525) Biijb.
tirol. fünkele, füngkele wird auch in der bedeutung ein klein wenig, ein biszchen, gebraucht. Frommann 5, 337. Schöpf 161. vgl. DWB funke 6).
 
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fünklein, n. , dim. von funke. vgl. DWB fünkel, DWB fünkele, DWB fünkle, auch fünkchen. mhd. fünkelîn. Haupt 8, 444. füncklin. Dasypodius 217c u. 333b. Alberus dict. bb 4b. Henisch 1287, 54 ff. füncklein. Serranus dict. y 2b. Helber 25. Hulsius 1, 50a. Henisch 1287, 56. 1288, 1.
1) kaum merkbar kleinstes feuertheilchen, überhaupt kleinstes feuertheilchen, scintillula, scintilla.
a) eigentlich: blesestu ins füncklin, so wird ein gros fewr draus. speiestu aber ins füncklin, so verlesscht es. Sir. 28, 14; das (dasz) ein brinnende kertzen sein liecht one abgang seines glantzes und wesens teilen und ausz einem kleinen füncklein eine grosse flamme fewr werden kan, disz ist auch hoch zu wundern. Mathesius Sarepta 55a (1562 84b); sie schlugen so hefftig zusammen, dasz (sie) jhre harnisch unnd helm zerhawten, also dasz viel fewriger füncklin ausser denselbigen unnd das rote blut ausser jhrem leib herausz spritzet. Amadis 405. nicht ein füncklin, ne scintilla quidem. Henisch 1287, 56.
b) bildlich: das schnauben in unser nasen ist ein rauch, und unser rede ist ein füncklin, das sich aus unserm hertzen regt. wann dasselbige verlosschen ist, so ist der leib dahin, wie ein loderassche. weish. Sal. 2, 2; die mächtige flamme der tugend, die in meinem herzen oft zum kalten fünklein erlosch. Fr. Müller 1, 354.
Sprichwörtlich: ein füncklin macht offt ein schädlich grosz fewer. Henisch 1287, 63. damit stimmt überein: es pflegt sich allzeit ein fewer an einem füncklin anzuheben. 1288, 26, bei Simrock nr. 2922a aus einem kleinen fünklein kann ein groszes feuer werden. mit anführung eines beispieles sagt dasselbe: von einem füncklein brennt ein gantz hausz. Henisch 1288, 1. ein füncklin verbrant Troiam. Frank sprichw. 2, 92a. der teuffel ist ein maister sünd zu machen und auff zu mutzen, und ausz einem füncklin ein grosz fewer zu blasen. Henisch 1287, 68. bläset man ins füncklin, so wirdt ein grosz fewer darausz, speyet man darein so verlöscht es. 1288, 18, aus Sir. 28, 14 (s. oben). sünd verlöschet im blut Christi, wie ein füncklin fewrs, wann es ins wasser fellt. 30.
2) ein von glühendem metall abspringendes kaum bemerkbares kleinstes theilchen. vgl. DWB funke 2).
3) ein klein wenig. dies im anschlusz an die bildliche verwendung unter 1). wie lieblich sind alle seine werck, wiewol man kaum ein füncklin davon erkennen kan. Sir. 42, 23; ain ietlicher schalk hat ain gts fünklin im herzen. Keisersberg häslein dd 4b; wolan warte desz ritters, der dich sucht, und wo ein mannlich füncklein in deim hertzen ist, erzeige es jetzt in der not. Amadis 275; das (dasz) sie im das treulich wolten helfen vollenden und von im nit weichen, dieweil ein fünklin des lebens oder ein blutstropf in iren leiben weren. Schöfferlin Livius 150a; weil das scheiden von bette und tische ein recht ehescheiden ist, das (dasz) kein füncklin der ehe da bleibt. Luther 5, 250a;

das man find bey jn heut zur zeit
kein füncklein kaum des gottesdienst.
Fischart v. s. Dominici R 2a;

Corinna hatte noch ein füncklein eines gewissens bey ihr. Schuppius 481 (502). (wenn er) nur ein klein fünklein gesunder vernunft hat. aufzeichnung Jacob Grimms.
Sprichwörtlich: jeder hat aufs wenigst ein füncklein einer tugend. Lehmann ...
Schlieszlich ist zu erwähnen, dasz das wort auch als familienname vorkommt. im 16. jahrh. dichtete in der Schweiz Jacob Funckelin (s. 3, II) und dieses Funckelin ist nichts anderes als Fünklein.

[Bd. 4, Sp. 613]



 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) funklen, für funkeln. s. sp. 603 die stelle von Schubart.
 
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funklen, n. Frisch 1, 307b. gekürzt aus funkelen und also eins mit funkeln n. (s. d.).
 
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funkler, m. ein funkelnder gegenstand. so von einer neuen sonne: es wäre doch undankbar, den alten freund (die alte sonne) aufzugeben und sich an den neu ankommenden funkler zu hängen. Claudius 6, 10.
 
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fünklet, adj., gekürzt aus fünkelicht (s. d.):

lieb funklete morgenröt. Guarino 52.


 
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funklig, adj. funkelnd: seine (des neuen hauslehrers) bewegungen waren scharf und eckig, ... seine stimme hell, sein blick funklig. E. M. Arndt erinnerungen 25. gekürzt aus funkelig.
 
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fünklin, n., s. fünklein
 
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funkschnur, f. ein schwefelfaden. brennende funkschnur. aufzeichnung Jacob Grimms.
 
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funksen, tr., mit der ruthe hauen, besonders wenn dies bei kindern zur züchtigung geschieht. in Unterwalden ob dem wald, wo aber funggsen gesprochen wird. Stalder 1, 404. von dem ebenfalls schweiz. funken, stupfen.
 
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funnen, für funden, sowohl den organischen pl. praet. als auch das alte part. praet. von finden. mundartlich und danach im reim bei H. Sachs:

das (Alexanders hofgesinde) jhn (Darius) zuletzt bey einem brunnen
todwund auff seinem wagen funnen. II (1591). 3, 78d.

 

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