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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
funkern bis fünklein (Bd. 4, Sp. 611 bis 612)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) funkern, funken oder wie funken erscheinende leuchtende pünctchen von sich geben, sich bewegenden glänzenden schein von sich geben. eine im 16. jh. neben funkeln auftretende form, die ein subst. funker neben funkel (s. d.) voraussetzt.

auch (bei dem feuerwerk) ohn zal vil steigender fewer.
da sah man seltzam abenthewer,
wie sie funckerten wie die stern.
H. Sachs I (1590), 150c;

daran die todtenbein nur glunckerten,
und als sie all für mich hinfunckerten,
kam hinden nach hin einer gangen. 260b (1558 346b).

im 17. jh. hat noch Henisch 1287, 48 funckelen, funckeren, funcken. später ist funkern erloschen.
 
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funkerneu, adj. was funkelneu. ostpreuszisch. Bock 12. Hennig 76. zusammengesetzt mit funkern.
 
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funkert, n. in der gaunersprache für glut, feuer. Grolman 22a. Train 41b. in dem e der zweiten hälfte abgeschwächt, denn es lautete in dem ersten viertel des 16. jh. funckart (Gengenbach 367). dies aber gieng aus einem aus funke und hart zusammengesetzten funckhart hervor, das noch im 17. jh. Philander 2, 632 aus der im dreiszigjährigen kriege zur feld- d. h. soldatensprache gewordenen gaunersprache verzeichnet. hart ist wie in bankhart (s. d.) zu fassen. nach funckhart heiszt ebenfalls in der gaunersprache der kachelofen, der ofen funckharthol oder funkerthol m. (Philander ebenda. weimar. jahrb. 1, 339), das mit schwinden des h zu funckartol (Gengenbach a. a. o.) wurde. hol ist unser hohl n., mit übergang des geschlechtes in ein m.
 
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fünkerung, f. was funkelung. Stieler 583.
 
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funket, adj. aus funken bestehend. oberdeutsch aus funkicht (s. d.) geworden, welches im mhd. vunkoht, vunkëht gelautet haben würde und von funke abgeleitet ist. funghet in einem vocabular. des 15. jh. bei Diefenbach 518c. in gestalt eines funcketen fewrs, als ob man büchsenpulver nach der lenge her gezettelt hett und zu vorderst anzündet. Paracelsus 1, 916c.
 
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funkezen, funkeln, schimmern, flimmern, glänzen, blinken, leuchten. bair., aber daneben fünkezen (Schmeller 1, 544). tirol. funkezen, fungezen (Schöpf 161), kärnt. fúnggazn (Lexer 105), östr. fungazn (Castelli 134. Mareta proben 1, 21b. Frommann 4, 245, 54). östr. auch fankezen (s. d.); vgl. DWB fanke neben funke.
 
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funkezen, mit langem u, pedere. kärnt., wo man fûnggazn spricht. Lexer 105. es ist das intensivum von funken, kärnt. fûnggn, pedere. s. DWB funken oben sp. 608.
 
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funkicht, adj. 1) aus funken bestehend. s. DWB funket. 2) wie in funken leuchtend, funkenartig glänzend, funkelnd, splendidus, nitidus, fulgidus, coruscus. Stieler 583.
Davon das gleichlautende adv., bei Stieler ebenda in der zweiten bedeutung.
 
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funkhänel, ein merkwürdiger familienname, der nach einer aufzeichnung Jacob Grimms wie goldhähnchen zu fassen ist, für welches Nemnich 3, 617 auch goldhannel hat. dies ist motacilla

[Bd. 4, Sp. 612]


regulus, der kleinste europäische vogel, dessen kopf eine goldgelbe, roth (gleichsam wie mit funken) untermischte und schwarz eingefaszte federkrone ziert, daher auch der auszeichnende name, der wie fink, goldammer, sperling, spatz, schwalbe u. s. w. als familienname verwandt wurde.
 
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fünkle, n., mit ausstoszung des e vor l aus fünkele (s. d.) und also dim. von funke. fünckle. Frisius (1556) 1187a und danach Maaler 145d. Junius nomenclator v. 1609 s. 114. Henisch 1287, 47. da scheint herausz und leszt sich sehen was das noch allenthalben für rohe, freche, ungeschlachte lewt sein, die sich christen nennen und kein fünckle christlicher lieb yrgentz erzeygen. Ickelsamer gespräch zweier kinder (Nürnberg 1525) Biijb.
tirol. fünkele, füngkele wird auch in der bedeutung ein klein wenig, ein biszchen, gebraucht. Frommann 5, 337. Schöpf 161. vgl. DWB funke 6).
 
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fünklein, n. , dim. von funke. vgl. DWB fünkel, DWB fünkele, DWB fünkle, auch fünkchen. mhd. fünkelîn. Haupt 8, 444. füncklin. Dasypodius 217c u. 333b. Alberus dict. bb 4b. Henisch 1287, 54 ff. füncklein. Serranus dict. y 2b. Helber 25. Hulsius 1, 50a. Henisch 1287, 56. 1288, 1.
1) kaum merkbar kleinstes feuertheilchen, überhaupt kleinstes feuertheilchen, scintillula, scintilla.
a) eigentlich: blesestu ins füncklin, so wird ein gros fewr draus. speiestu aber ins füncklin, so verlesscht es. Sir. 28, 14; das (dasz) ein brinnende kertzen sein liecht one abgang seines glantzes und wesens teilen und ausz einem kleinen füncklein eine grosse flamme fewr werden kan, disz ist auch hoch zu wundern. Mathesius Sarepta 55a (1562 84b); sie schlugen so hefftig zusammen, dasz (sie) jhre harnisch unnd helm zerhawten, also dasz viel fewriger füncklin ausser denselbigen unnd das rote blut ausser jhrem leib herausz spritzet. Amadis 405. nicht ein füncklin, ne scintilla quidem. Henisch 1287, 56.
b) bildlich: das schnauben in unser nasen ist ein rauch, und unser rede ist ein füncklin, das sich aus unserm hertzen regt. wann dasselbige verlosschen ist, so ist der leib dahin, wie ein loderassche. weish. Sal. 2, 2; die mächtige flamme der tugend, die in meinem herzen oft zum kalten fünklein erlosch. Fr. Müller 1, 354.
Sprichwörtlich: ein füncklin macht offt ein schädlich grosz fewer. Henisch 1287, 63. damit stimmt überein: es pflegt sich allzeit ein fewer an einem füncklin anzuheben. 1288, 26, bei Simrock nr. 2922a aus einem kleinen fünklein kann ein groszes feuer werden. mit anführung eines beispieles sagt dasselbe: von einem füncklein brennt ein gantz hausz. Henisch 1288, 1. ein füncklin verbrant Troiam. Frank sprichw. 2, 92a. der teuffel ist ein maister sünd zu machen und auff zu mutzen, und ausz einem füncklin ein grosz fewer zu blasen. Henisch 1287, 68. bläset man ins füncklin, so wirdt ein grosz fewer darausz, speyet man darein so verlöscht es. 1288, 18, aus Sir. 28, 14 (s. oben). sünd verlöschet im blut Christi, wie ein füncklin fewrs, wann es ins wasser fellt. 30.
2) ein von glühendem metall abspringendes kaum bemerkbares kleinstes theilchen. vgl. DWB funke 2).
3) ein klein wenig. dies im anschlusz an die bildliche verwendung unter 1). wie lieblich sind alle seine werck, wiewol man kaum ein füncklin davon erkennen kan. Sir. 42, 23; ain ietlicher schalk hat ain gts fünklin im herzen. Keisersberg häslein dd 4b; wolan warte desz ritters, der dich sucht, und wo ein mannlich füncklein in deim hertzen ist, erzeige es jetzt in der not. Amadis 275; das (dasz) sie im das treulich wolten helfen vollenden und von im nit weichen, dieweil ein fünklin des lebens oder ein blutstropf in iren leiben weren. Schöfferlin Livius 150a; weil das scheiden von bette und tische ein recht ehescheiden ist, das (dasz) kein füncklin der ehe da bleibt. Luther 5, 250a;

das man find bey jn heut zur zeit
kein füncklein kaum des gottesdienst.
Fischart v. s. Dominici R 2a;

Corinna hatte noch ein füncklein eines gewissens bey ihr. Schuppius 481 (502). (wenn er) nur ein klein fünklein gesunder vernunft hat. aufzeichnung Jacob Grimms.
Sprichwörtlich: jeder hat aufs wenigst ein füncklein einer tugend. Lehmann ...
Schlieszlich ist zu erwähnen, dasz das wort auch als familienname vorkommt. im 16. jahrh. dichtete in der Schweiz Jacob Funckelin (s. 3, II) und dieses Funckelin ist nichts anderes als Fünklein.

 

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