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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
funkenneu bis funkensprühen (Bd. 4, Sp. 609 bis 610)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) funkenneu, adj., bair. für funkelneu. Schmeller 544. vgl. DWB funkennagelneu. ursprünglich wol: so neu wie aus der esse, als wenn noch die funken davon flögen.
 
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funkenregen, n. eine sehr grosze menge niederfallender funken. so von dem groszen brande Königsbergs in Preuszen am 11. november 1764:

da zischten nieder güsse funkenregen.
Herder z. sch. lit. 15, 120.

die geschlagenen (es sind knaben in einem kriegsspiel gemeint) hatten sich in des nagelschmieds werkstätte geworfen, und wir hielten den ausgang besezt. unvermutet erschien ihr verbündeter, der tölpische lehrjunge, eine glühende stange gegen uns schwenkend, dasz wir vor dem funkenregen zurückfuhren und die feinde sich retteten. Voss briefe 1, 22.
 
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funkenreich, adj. an funken reich:

es war der kleine brunn die funckenreiche stelle,
wo Ethna feuer holt.
Hoffmannswaldaus u. andrer ged. 1, 173;

(er) zieht ihn (den degen) und wetzt dreymal.
aus dem zerritzten gips schlug funkenreicher schimmer.
Zachariä renommist 1, 143.

auch: an funkengleichem reich.

[Bd. 4, Sp. 610]



 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) funkenrost, m. bei dampfmaschinen ein rost zum durchfallen der funken, bei den Franzosen grille de flammèches, bei den Engländern cinder-frame. auch, weil er wie ein sieb ist, funkensieb.
 
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funkenschlag, m. eine einem körper oder einem körpertheile durch einen elektrischen funken mitgetheilte berührung, die wie ein schlag durchdringt.

des kusses stachel, der electrisch ritzet,
wird funkenschlag, der zuckend dich durchläuft.
Rückert 40 = ges. ged. 1, 116.


 
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funkenschlagen, n., der ausdruck funken schlagen an einander gerückt als substantiv. das funkenschlagen dauerte lange, bis der zunder fieng. bildlich: wollte sie (Julienne) von einem jüngling, den sie oft durch ihre männerverachtung und durch ihr zorniges blitzschnelles funkenschlagen aufgebracht, etwan liebe? J. Paul Titan 3, 187.
 
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funkensehen, n. in der heilkunde das erscheinen vor den augen fliegender funken, die nicht wirklich sind.
 
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funkensieb, n. was funkenrost. unrichtig für funkenfänger.
 
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funkensonntag, m. am Lech und in Schwaben der erste sonntag in der fasten, der sonntag invocavit, an welchem die jugend auf dem lande im freien feuer anzumachen und um dieses zu tanzen, wol auch glühend gemachte scheiben von holz in die luft zu schleudern pflegt, um daraus zu wahrsagen. in Frankreich wurden diese fastenfeuer am abende vor dem sonntag angezündet, der dann auch davon altfranz. dimance brandonner hiesz. Schmeller 1, 543 f. Haltaus jahrzeitbuch der Deutschen 212. Man sagte im deutschen auch blos funkentag, s. d. und Jac. Grimm mythol. 594. vgl. scheibentreiben.
In Appenzell hat man den kalenderspruch: wenns am funkasonntig zobed (zu abend) vil sterna hed (hat), so geds (gibts) vil chriesi (kirschen). Tobler 207.
 
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funkensonntägeln, sich der lustbarkeit des funkensonntags hingeben. es ist das appenzell. funkasönntela hochdeutsch gesprochen. Tobler 207. s. DWB funkensonntag.
 
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funkensprühen, n., der ausdruck funken sprühen an einander gerückt als substantiv. s. DWB funke 1) oben sp. 595 f. besonders das ausfahren einer menge von funken aus einer locomotive: (feuersbrünste) in solchen lokalitäten, die hart an eisenbahnen gelegen sind, und bei denen sich die brände auf das funkensprühen der locomotive zurückführen lassen. Frankfurter journal 1868 no. 175.

 

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